1. Sport
  2. Sport aus der Region

Fußball: Mammut-Oberliga wirft viele Fragen auf

Fußball : Mammut-Oberliga wirft viele Fragen auf

Wie der Spielbetrieb mit nun 24 Mannschaften organisiert werden soll, liegt in den Händen einer Arbeitsgruppe. Sie tagt erstmals am 18. Juni.

Wie soll in der Mammut-Oberliga mit nun 24 Mannschaften der Spielbetrieb organisiert werden? Das ist die Frage, die nach dem Beschluss, auch allen Zweitplatzierten aus den darunter liegenden Verbandsligen den Aufstieg zu gestatten, nun den Vereinen auf den Nägeln brennt und den Entscheidern die Schweißperlen auf die Stirn treiben dürfte.

Der die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar tragende Fußball-Regionalverband Südwest hat inzwischen die exakten Zahlen der Abstimmung präsentiert, über die der TV vorab berichtet hatte. Die stimmberechtigten Vereine, Landesverbände und Präsidiumsmitglieder votierten mit 109:69 Stimmen für die Ausweitung – zwölf mögliche Stimmen verfielen bei dieser Frage, da ein Votum ausblieb.

Zur Abstimmung des Regionalverbands waren die 61 Mitglieder aufgerufen, teilgenommen an der Briefwahl haben 52. Dabei hatten die Mitglieder unterschiedlich viele Stimmen – die drei Landesverbände (Rheinland, Saarland, Südwest) vereinigten 83 Stimmen auf sich, die 46 Vereine verfügten über 96 Stimmen. Hinzu kamen elf Stimmen des Präsidiums.

Gegen eine Eingleisigkeit in der nächsten Saison spricht vor allem eins: In einer Klasse mit vornehmlich Amateurspielern 46 Spieltage binnen weniger Monate (corona-bedingt dürfte der Startschuss frühestens Anfang September fallen) durchzupeitschen, erscheint schlichtweg unrealistisch. Bliebe das Modell mit zwei Gruppen zu je zwölf Teams, in dem nach einer Normalrunde in einer Meisterrunde oder in Play-offs die Aufsteiger ermittelt werden. So oder so steht fest: Es wird viele Absteiger geben müssen (eventuell sechs bis acht), um möglichst rasch (in der Diskussion ist unter anderem ein dreijähriger Zeitraum) wieder auf die Sollstärke von 18 Teams zu kommen.

„Zwei Gruppen sind aus meiner Sicht der einzig gangbare Weg. Und K.o.-Spiele in Play-offs hätten ihren Reiz. Die Grenzziehung der Staffeln wird aber schwierig“, sagt Christian Rauen, erster Vorsitzender des FSV Salmrohr. Die Salmtaler profitieren von dem Votum – sie steigen sogar als Drittplatzierter der abgebrochenen Rheinlandliga-Saison auf, da sie punkt- und spielgleich mit dem Zweiten TSV Emmelshausen sind. Rauen spricht indes nicht von einem geschenkten Aufstieg: „Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Kader bei einer regulären Beendigung der Saison aufgestiegen wären. Wir hatten einen tollen Lauf.“ Ähnlich sieht es FSV-Trainer Lars Schäfer, der wie Rauen auf packende Duelle mit Eintracht Trier hofft: „Wir lagen gut im Aufstiegsrennen. Die Entscheidung jetzt fühlt sich von Tag zu Tag besser an.“

Aus dem Saarland wird derweil nicht der SC Halberg Brebach von der Regionalverbands-Entscheidung profitieren – der SC hat auf eine Oberliga-Bewerbung verzichtet. Stattdessen wird der FSV Jägersburg neben Tabellenführer FV Eppelborn aufsteigen. Aus dem Südwesten geht neben Spitzenreiter Waldalgesheim der FC Speyer hoch.

Wer wo gegen wen spielt, liegt nun in den Händen der Liga-Planer einer Arbeitsgruppe mit Vertretern des Regionalverbands und von Vereinen (unter anderem Alfons Jochem, Vorstands-Boss von Eintracht Trier). Sie trifft sich am 18. Juni zum ersten Mal. Die Eintracht hatte sich gegen ein Aufstiegsrecht der Zweitplatzierten ausgesprochen. „Wir sind prinzipiell gegen solch eine Aufblähung“, nannte SVE-Sportvorstand Horst Brand als Begründung. Sein Urteil: „Wir sind nicht begeistert, werden uns aber der Situation natürlich stellen.“