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Fußball: Neuer Kabinenhit bei Eintracht Trier: ,Brandy is on fire‘​

Fußball-Oberliga : Neuer Kabinenhit bei Eintracht Trier: ,Brandy is on fire‘

Der 2:1-Coup gegen Worms trägt, darf aber nicht die Sinne vernebeln. Wie sich Eintracht Trier aufs Spiel am Donnerstag in Mechtersheim fokussiert, was Kabinen-DJ Jason Thayaparan auflegt – und was Eintracht-Trainer Josef Cinar erstmals in einem Fußballstadion gemacht hat.

Als Jan Brandscheid, Spitzname ,Brandy‘, in der fünften Minute der Nachspielzeit nach dem 50-Meter-Schlag von Robin Garnier den Ball zum 2:1-Sieg gegen Worms ins Netz jagte, war es auch um Jason Thayaparan geschehen. „Ich wollte nur noch jubeln, verfiel aber in eine Art Schockstarre. Ich habe geheult vor Freude“, beschreibt der SVE-Innenverteidiger seine Emotionen.

Später, in seiner zweiten Funktion als Kabinen-DJ, legte er einen besonderen Song auf: ,Freed from Desire‘ von der italienischen Sängerin Gala, zu dem die Eintracht-Spieler aber einen eigenen Text grölten: ,Brandy is on fire.‘ Thayaparan: „Er hat uns zuletzt mehrmals den Hintern gerettet. Deshalb nun das Lied für ihn.“

Bei allem Glücksgefühl, das im Saisonendspurt noch Gold wert sein kann, gilt es, sich aufs nächste Spiel am Donnerstag, 15 Uhr, beim TuS Mechtersheim zu konzentrieren. Es ist für Trier die sechste Partie binnen 20 Tagen. Vor einer Woche hatte sich Trier vom TuS im Hinspiel 0:0 getrennt. „Jeder ist sich bewusst, wieder alles aus sich herausholen zu müssen“, sagt Thayaparan.

Einerseits ist der enge Zeitplan der Frische der Spieler nicht zuträglich, andererseits hat Trier die Chance, mit einem Sieg in Mechtersheim vorläufig am punktgleichen Tabellenführer Worms vorbeizuziehen und die Rheinhessen vor deren Partie am Samstag gegen den FC Karbach unter Druck zu setzen. „Man hat uns in den vergangenen Spielen schon angemerkt, dass uns wegen des Drucks, immer nachziehen zu müssen, etwas die Leichtigkeit abhandengekommen war“, sagt Eintracht-Trainer Josef Cinar, den die Gefühle beim Märchen gegen Worms auch übermannt hatten. Plötzlich jubelte der Coach mit den Fans am Stadionzaun – dort hatte man den 38-Jährigen noch nicht gesehen. Cinar: „Das stimmt. Ich habe noch nie, auch als Spieler nicht, am Zaun gejubelt. Aber das 2:1 gegen Worms hat auch bei mir etwas ausgelöst, was ich so im Fußball noch nie erlebt habe.“

Nach einer kurzen Nacht hatte der Trainer seine Spieler am Sonntag um 10 Uhr zum Auslaufen zusammengetrommelt – bei der Gelegenheit wurde auch das Worms-Spiel noch mal kurz analysiert. Nach dem freien Montag gilt der Fokus nun komplett dem Mechtersheim-Spiel. In ihm könnte auch die Kulisse wieder ein Faktor werden: Mehr als 400 mitreisende SVE-Anhänger werden die Auswärtspartie zu einem Heimspiel werden lassen. Jason Thayaparan: „Die Leute merken, dass wir unbedingt aufsteigen wollen. Wir müssen diese Euphorie jetzt mitnehmen. Ich bin mir sicher: Ohne die Fans hätten wir das Spiel gegen Worms nicht mehr gedreht.“