Fußball-Oberliga: Eintracht Trier verliert mit 0:2 in Diefflen

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Oberliga : Ein Haase narrt die Eintracht: Trier verliert erneut auswärts (mit Video-Interviews)

0:2 in Diefflen – Moselaner kassieren dritte Pleite in der Fremde hintereinander

So langsam kann man nicht mehr nur von Ausrutschern sprechen. Eintracht Trier hat zum dritten Mal in Folge auswärts verloren – und es gibt gleich mehrere Parallelen zwischen den Partien. Sobald der SVE derzeit hart angegangen wird und kein Kombinationsspiel aufziehen kann, wird das Team aus den Angeln gehoben.

So auch in Diefflen: Eine Unterbrechung nach der anderen, Nickligkeiten, Fouls, quälend lange Pausen, weil es auf der weitläufigen Anlage des Dillinger Parkstadions keine Balljungen gab - in der ersten Halbzeit war es ein schreckliches Fußballspiel. Es kam überhaupt kein Spielfluss zustande. Beide Teams operierten mit vielen langen Bällen, die aber häufig nicht ihr Ziel erreichten.

Es war zudem gehörig Gift in der Partie. Beim Gang in die Kabine lieferten sich Eintracht-Anhänger und FVD-Spieler (unter anderem Ex-Trierer Leoluca Diefenbach) kleine verbale Scharmützel.

Analyse von Trainer Josef Cinar: „Wir vertändeln zu viele Bälle“

In der Anfangsphase begann Diefflen sehr druckvoll und presste früh. Doch diese Power ließ recht schnell nach. Die Trierer brachten unterdessen wohlwollend gerechnet drei, vier gute Angriffe vor der Pause zustande – viel zu wenig, um die Hausherren vor Probleme zu stellen.

Kurzfristig musste der SVE auf Christoph Anton verzichten, der sich nach eigener Angabe im letzten Sprint des Abschlusstrainings verletzt hatte. Der Verdacht: Muskelbündelriss. Sollte sich dies bewahrheiten, plant Anton, sich bereits jetzt an der instabilen Schulter operieren zu lassen. Um diese OP, die spätestens nach Ende der Vorrunde geplant war, kommt er nicht umhin.

Für Anton spielte Ömer Kahyaoglu auf der linken Seite. Ebenfalls nicht dabei: Kevin Kling, der nach Rückenproblemen passen musste. An dessen Stelle lief Sanoussy Balde in Triers Innenverteidigung neben Kapitän Simon Maurer auf, der nach einer Geld-Rot-Sperre zurückgekehrt war.

Gerät der Traum vom Aufstieg in Gefahr? Jason Thayaparan gibt sich (noch) entspannt

Etwas überraschend blieb Jan Brandscheid zunächst draußen, obwohl er jüngst beim 4:0-Sieg gegen Wiesbach mit zwei Treffern seine Torflaute beendet hatte.

Nach der Pause wurde das Spiel nicht besser, aber immerhin gab’s Torraumszenen. Richtig brenzlig wurde es in der 58. Minute vor dem Trierer Tor, als Schlussmann Denis Wieszolek einen Freistoß von Fabian Poß per Fuß Richtung Pfosten parierte, wo Maurer mit einer Rettungstat einen Gegentreffer verhinderte (58.). Fast im Gegenzug hatte Edis Sinanovic die Trierer Führung auf dem Fuß, doch er visierte in einer Top-Position nur das Außennetz an (58.).

Knapp zehn Minuten später war es dann passiert. Chris-Peter Haase schloss zum 1:0 für die Gastgeber ab – nach einem Konter. Maurer verlor weit vorne an der Außenlinie einen Zweikampf, in der Folge konnte Maurice Roth nicht zupacken, weil er gelbvorbelastet war. Dann kam Balde zu spät, und Heinz spielte bei einer Rettungstat den Ball in die Füße von Haase. So nahm das Unheil aus Sicht der Gäste seinen Lauf (67.).

Triers Chancenverwertung – an diesem Nachmittag mal wieder eine Katastrophe. Der eingewechselte Brandscheid scheiterte frei vor Diefflens 42-jährigem Torwart-Dino Enver Marina, nachdem er klug von Dominik Kinscher eingesetzt worden war (76.). Brandscheid war in der 66. Minute für Tim Garnier gekommen, der mit seiner Auswechslung überhaupt nicht einverstanden war. Gestikulierend fragte er Richtung Coach Josef Cinar: „Warum?“

In der hektischen Schlussphase machte Diefflen mit dem 2:0 in der Nachspielzeit alles klar. Der nach vorne geeilte Wieszolek war erst auf dem Rückweg, als erneut Haase nach einem langen Pass den Ball über die Linie drückte (90./+4). Da sowohl Leonel Brodersen als auch Jason Kaluanga bei der Ballabgabe vor Haase standen, lag keine Abseitsposition vor.

Vorkommnis am Rande: Triers Trainer Cinar holt sich in der 57. Minute eine Gelbe Karte ab, weil er aus Sicht des Schiedsrichtergespanns nicht zurück in seine Coaching-Zone gehen wollte. Zuvor hatte er sich vehement über eine Abseitsentscheidung beklagt.

Spiel-Statistik:

FV Diefflen: Marina – Folz (46. Guss), Hessedenz,Lartigue, Diefenbach (78. Ali) – Kolodziej (62. Taghzoute), Fritsch, Mielczarek, Günes – Poß, Haase

Eintracht Trier: Wieszolek – Brodersen, Maurer, Balde, Kaluanga – Sinanovic, Roth, Heinz (73. Kinscher), Kahyaoglu (61. Thayaparan) – Salem – Garnier (66. Brandscheid)

Tore: 1:0 Haase (67.), 2:0 Haase (90./+4)

Schiedsrichter: Florian Stahl

Zuschauer: 690

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