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Fußball-Oberliga: Gonsenheim wird für Eintracht Trier zum Angstgegner

Fußball-Oberliga : Gonsenheim wird für Eintracht Trier zum Angstgegner

Der SVE kassiert nach mehr als 21 Monaten mal wieder eine Niederlage in der Oberliga. Gegner damals wie jetzt war der Mainzer Stadtteilclub. Derweil gibt’s Sorgen um Maurice Roth.

Am Ende war es gleich in mehrfacher Hinsicht ein gebrauchter Sonntagnachmittag für Fußball-Oberligist Eintracht Trier. Da ist nicht nur die Niederlage beim SV Gonsenheim trotz eigener Führung, sondern womöglich auch eine schwere Verletzung von Mittelfeldlenker Maurice Roth.

Dabei hatte die Partie aus SVE-Sicht so gut begonnen. Trier spielte druckvoll, variabel und flexibel über die Flügel. Die Körpersprache und die Kommunikation auf dem Kunstrasenplatz an der Kapellenstraße passten. Die Eintracht verbuchte einige gute Ballgewinne. Folgerichtig die frühe Führung. Einen Schuss von Dominik Kinscher lenkte Gonsenheims Torwart Tobias Edinger noch an die Latte, den Abpraller verwertete der eingerückte Flügelspieler Jonas Amberg zum 1:0 (5.).

Trier blieb am Drücker, doch die Moselaner versäumten es nachzulegen. Mehrere gefährliche Situationen vor dem Gonsenheimer Tor wurden nicht konsequent zu Ende gespielt. Ein Problem: Stoßstürmer Christopher Bibaku wurde gleich von drei Gonsenheimer Innenverteidigern bewacht.

Einmal passte der SVE nicht auf – und prompt stand es 1:1. Yannik Ischdonat, Sohn des ehemaligen Eintracht-Torwarts Daniel Ischdonat, spazierte nach einem Ballgewinn durch die Trierer Reihen und schloss zum schmeichelhaften Ausgleich ab (33.).

Große Aufregung kurz vor der Pause, als Schiedsrichter Niklas Zemke der Eintracht einen heftig geforderten Foulelfmeter verwehrte. Roth war nach einem Zweikampf mit dem Ex-Eintrachtler Christian Telch zu Boden gegangen. „Christian kam in der Halbzeit zu mir und sagte, dass er Maurice voll erwischt habe. Das war ein klarer Elfer“, kommentierte Eintracht-Trainer Josef Cinar die Szene.

Und so kam’s, wie es so oft im Fußball kommt. In der Pause sammelte der SV Gonsenheim seine Gedanken. Die Mainzer waren nach der Pause besser im Spiel, gewannen mehr Zweikämpfe und profitierten in einer nun phasenweise ausgeglichenen Partie in der Nachspielzeit von einem Strafstoß. Ali Bülbül stahl sich nach einem Einwurf frei und wurde im Eintracht-Strafraum gefoult. Damir Bektasevic trat an und verwandelte sicher (90./+2). Cinar: „Mich ärgert, dass wir den Gonsenheimer Spieler nicht vorher entscheidend gestört haben.“

Diesmal profitierte Triers Gegner von einem Last-Minute-Tor, vergangene Woche zum Saisonstart hatte der SVE in der Nachspielzeit per Freistoß den Sieg gegen die Sportfreunde Eisbachtal eingetütet. Verloren hat Trier die Partie in Gonsenheim aber in der ersten Halbzeit, als mehrere hervorragende Torraumszenen ungenutzt blieben. „Wer so viele Torchancen in der ersten Halbzeit vergibt, wird bestraft. Wir haben super viel investiert, waren super im Spiel und hatten richtig gute Möglichkeiten. Zur Pause müssen wir mindestens zwei, drei, vier Tore erzielen. Aber aktuell will der Ball nicht richtig rein“, haderte Cinar.

Die Eintracht kassierte damit ihre erste Oberliga-Niederlage seit dem 3. November 2019. Damals gab’s ebenfalls ein 1:2. Wo? Beim SV Gonsenheim.

Nicht nur wegen des Spielverlaufs war die Schlappe gestern Nachmittag ganz bitter. Kurz vor Schluss sank der zu diesem Zeitpunkt bereits angeschlagene Maurice Roth zu Boden und hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht das Knie. Eine Diagnose gab es kurz nach der Partie noch nicht, doch Cinar musste zunächst Schlimmeres befürchten: „Jeder, der Maurice kennt, weiß: Wenn er schreit, dann hat er was.“

Da die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt Trier am Sonntag wieder unter 35 gesunken ist, sind beim nächsten Eintracht-Heimspiel an diesem Mittwoch, 19.30 Uhr, gegen den FC Karbach bis zu 2000 Zuschauer erlaubt. Die Besucher müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Der freie Vorverkauf startet am heutigen Montag um 10 Uhr online bei Ticket Regional, in der SVE-Geschäftsstelle oder an allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen. Auch Stehplätze werden angeboten.