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Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: Weitere Details zum empfohlenen Saisonabbruch

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball-Oberliga : So könnte es in der Oberliga für Eintracht Trier weitergehen

Was nach einer Tagung der 18 Vereine aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland klar ist - und was nicht.

Rund eineinhalb Stunden haben die 18 Clubs der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mit Vertretern des zuständigen Regionalverbands Südwest am Mittwochabend per Videokonferenz getagt.

Nach ausgiebiger Diskussion vertraten die Vereine mit deutlicher Mehrheit die Meinung, die laufende Runde nicht über den 30. Juni hinaus fortzusetzen. Sollte es unmöglich werden, die Saison wegen staatlicher Verfügungen aufgrund der Corona-Krise sportlich abzuschließen, wird deren Beendigung empfohlen.

In diesem Fall soll zur Ermittlung des Meisters und Aufsteigers das aktuelle Tabellenbild herangezogen werden – aufstiegsberechtigt in die Regionalliga Südwest wäre also der TSV Schott Mainz. Absteiger soll es keine geben.

Ob eine Aufstiegsrelegation gespielt wird, hat laut Oliver Hermann, Geschäftsführer des für die Oberliga zuständigen Regionalverbands Südwest, die Regionalliga Südwest GbR zu entscheiden. Deren Geschäftsführer Sascha Döther sagte am Donnerstag auf TV-Anfrage, dass die insgesamt sieben beteiligten Landesverbände über das weitere Vorgehen in der Regionalliga abstimmen müssen. Wann das passiert, sei noch unklar, da man auf eine Zukunftsentscheidung in der 3. Liga angewiesen sei und weiter beobachten müsse, welche Vorgaben von der Politik gemacht werden.

In der Oberliga haben im Detail 15 Vereine für das Abbruch-Szenario plädiert, das aufgrund der aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen realistisch erscheint. Mit Eintracht Trier und dem FV Dudenhofen haben lediglich zwei Clubs für eine Fortsetzung der Saison zu einem späteren Zeitpunkt votiert, der SV Gonsenheim hat sich laut Herrmann enthalten.

Interessant: Bis auf Dudenhofen und Gonsenheim haben alle Clubs aus dem südwestdeutschen Fußballverband gegen eine Fortsetzung votiert, obwohl das Präsidium ihres Verbands in den Spielklassen unterhalb der Oberliga, für die er zuständig ist, die Saison nach dem 1. September fortsetzen möchte.

Sollte es in der Oberliga nun so kommen, wie zu erwarten ist, bleibt die Frage, ob der TSV Schott Mainz aufsteigen will. Dem mit rund 4100 Mitgliedern größten Breitensportverein in Rheinland-Pfalz droht Medienberichten zufolge durch die Corona-Krise ein Minus von 300 000 Euro.

Der aus Großlittgen (Kreis Bernkastel-Wittlich) stammende Trainer des TSV, Sascha Meeth, hat am Donnerstag im TV-Gespräch keinen Zweifel daran gelassen, dass Schott trotz aller Hürden in die Regionalliga will: „Wenn es so kommt, werden wir die Regionalliga-Unterlagen einreichen – mit unseren Möglichkeiten und unserem Etat, der minimal klein bleiben wird. Wir werden keine Ex-Profis verpflichten, sondern auf junge, hungrige Leute aus der Region setzen und Spieler aus der eigenen Jugend einbauen. Wir haben immer gesagt: Wenn wir es sportlich schaffen, werden wir versuchen, es zu ermöglichen. Die Jungs haben sich das verdient. Sie sind heiß darauf, sich eine Klasse höher beweisen zu dürfen.“

Sollte Mainz verzichten – was also wohl nicht der Fall sein wird – würden der Oberliga-Zweite und -Dritte nicht zum Zuge kommen: Kaiserslautern II und Elversberg II sind nicht aufstiegsberechtigt. Dann käme der Vierte TuS Koblenz in die Verlosung. Er hat aktuell zwei Punkte mehr auf dem Konto als Eintracht Trier, das dahinter folgt – aber auch ein Spiel mehr.

Würde im aktuellen Tabellenbild daher eine Quotientenregel angewendet, käme die TuS auf einen Wert von 185,714 (39 Punkte geteilt durch 21 Partien, multipliziert mit 100), die Eintracht auf genau 185.

In einem langen Beitrag auf der TuS-Homepage verweist Vereins-Präsident Christian Krey auf die immens schwierige wirtschaftliche Lage wegen der Corona-Krise. Mit Blick auf die Zukunft heißt es: „Natürlich haben wir daher für beide Szenarien (Oberliga und Regionalliga, Anm. d. Red.) eine entsprechende Kalkulation aufgestellt und wären unter der Voraussetzung, dass wir alle finanzielle Risiken ausschließen könnten, auch grundsätzlich bereit, in der Regionalliga anzutreten.“

Laut Südwest-Geschäftsführer Herrmann wird sich das Verbands-Präsidium am Montag mit dem Meinungsbild der Oberliga-Vereine auseinandersetzen. Da werde aber noch kein Beschluss gefasst, da letztlich auch geschaut werden muss, was in der 3. Liga und der Regionalliga passiert.

Vor Mitte Mai dürfte nicht mit einem rechtskräftigen Beschluss zu rechnen sein. Entsprechend sagt Meeth: „Es gibt noch viele Unwägbarkeiten. Wir sind weiterhin in einer Phase der größtmöglichen Ungewissheit.“