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Fußball-Pause wegen des Coronavirus: Das sagt der Verband, so reagieren Vereine

Fußball in der Region : Spielpause bis Ende März: Das sagt der Fußballverband Rheinland, so reagieren Vereine

Die Komplettabsage im Rheinland bis 31. März sorgt für kontroverse Reaktionen.

Auch in Amateurklassen und in den Jugendligen rollt der Ball vorerst nicht mehr. Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus hat der Fußballverband Rheinland am gestrigen Freitag alle Herren-Spiele von der Rheinlandliga bis in die unterste Kreisklasse und im Pokal sowie alle Partien der Frauen und der Junioren (auch in der Halle) bis mindestens 31. März abgesagt.

„Der Fußballverband Rheinland hat in Abstimmung mit dem Deutschen Fußball-Bund und dem Fußball-Regional-Verband Südwest aufgrund der aktuellen Infektionsgefahr mit dem Coronavirus entschieden, den kompletten Spielbetrieb einzustellen“, hieß es in einer Mitteilung.

 Neben den angesetzten Partien  sind auch Freundschaftsspiele von der Generalabsage betroffen. Schiedsrichter können nach Verbandsangaben in diesem Zeitraum nicht angefordert und eingesetzt werden. Damit ruht der Spielbetrieb in den nächsten Wochen komplett.

Der Fußballverband weist in einer Stellungnahme darauf hin, dass die Durchführung des Trainingsbetriebs in der Verantwortung der Vereine liege: „Oberste Priorität hat derzeit die Senkung der Infektionsrate. Daher spricht der Fußballverband Rheinland die ausdrückliche Empfehlung aus, in dieser Zeit auch den Trainingsbetrieb auszusetzen.“

Auch der Lehrgangsbetrieb sowie alle weiteren Aktionen oder Projekte wie Vereinsdialoge und der Einsatz des DFB-Mobils würden in diesem Monat in keinem Fall mehr stattfinden. „Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, angesichts der aktuellen Lage ist sie aber ohne Alternative. Die nicht abzusehende Entwicklung der Infektionsgefahr durch das Coronavirus macht es im Sinne unserer gesellschaftlichen Verantwortung zwingend erforderlich, dass auch der Amateurfußball dazu beiträgt, die Weiterverbreitung des Virus zu hemmen“, wird Walter Desch, Präsident des Fußballverbandes Rheinland, in der Mitteilung zitiert. „Die Führungsebene des Fußballverbands Rheinland ist im ständigen Kontakt mit staatlichen Institutionen und dem DFB, um die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu gegebener Zeit wieder zu ermöglichen.“

Die Absage am Freitag gegen 12 Uhr war aus Sicht von Fabian Ewertz, Trainer des Bezirksliga-Tabellenführers FC Bitburg, überfällig. Eine Generalabsage zunächst nur bis Ende März hält er indes für „Schwachsinn“. Schließlich sei die Pandemie bis dahin allem Anschein noch nicht gestoppt, sondern „breitet sich dann eher noch weiter aus“, sagte Ewertz. Die alleine in den nächsten zweieinhalb Wochen ausfallenden Partien nachzuholen, hält er für schwierig: „Einige in unserer Liga sind ja schon im Hintertreffen. Ich weiß nicht, wie die Tabelle bis Saisonende noch begradigt werden kann.“ Allzu gerne würde er mit seiner Mannschaft weitertrainieren: „Bei den sportlichen Ambitionen, die wir haben, ist das eigentlich unumgänglich.“

Beim klassenhöheren Rheinlandligisten SV Mehring sieht Coach Frank Meeth nun jeden seiner Spieler „selbst für seine Gesundheit und seine Fitness verantwortlich“. Gemeinsame Trainingseinheiten würden vorerst nicht angeboten. Meeth hat die Runde noch nicht abgeschrieben: „Die zunächst ausfallenden Spiele könnten wir ja noch im April nachholen. Eventuell müsste man sich auch über eine Verlängerung der Saison unterhalten.“

Generalabsagen der Fußballspiele und ein Erliegen des öffentlichen Lebens hält Christian Rauen, der Vorsitzende des FSV Salmrohr, für „vollkommen übertrieben“. Vielerorts folge man nun „einem Herdendrang, alles stilllegen zu müssen“. Ob es dann wirklich im April wieder weitergeht auf den Plätzen, ist auch für Rauen nicht absehbar.

Die erste Mannschaft des FSV liegt als Tabellendritter in der Rheinlandliga gut im Rennen. Rauen: „Möglicherweise waren alle Mühen umsonst, wenn nach der Saison wieder alles auf null gestellt und in der gleichen Liga-Besetzung von vorne angefangen wird. Dann ist es nicht zu ändern.“

Er deutet an, dass auch noch wirtschaftliche Probleme auf seinen und auf viele andere Fußballvereine zukommen könnten: „Die Einnahmen aus dem Eintritt und dem Verzehr auf dem Sportplatz fallen weg. Außerdem ist fraglich, ob Firmen noch ausstehende Sponsorengelder zahlen können. Viele Ausgaben laufen aber weiter.“