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Fußball: Reinhold Breu - gestern Trier, heute Wien, morgen Vilnius

Fußball : Reinhold Breu: Gestern Trier, heute Wien, morgen Vilnius

Der Ex-Spieler, -Trainer und -Jugendkoordinator bei Eintracht Trier fügt seiner fußballerischen Europareise ab Januar ein weiteres Kapitel hinzu.

Mit der Planbarkeit im Fußball ist das so eine Sache. Reinhold Breu, Ex-Spieler, -trainer und -Jugendkoordinator bei Eintracht Trier, kann ein Lied davon singen. Ursprünglich hatte der heute 52-Jährige mit dem Gedanken gespielt, nach seiner Zeit in Trier und seinem anschließenden zehnjährigen Engagement im luxemburgischen Fußballverband (dort war er zwischen 2011 und 2021 Technischer Direktor sowie Jugend- und Co-Trainer in den Nationalteams) wieder im heimischen Niederbayern sesshaft zu werden – um dort an professionelleren Strukturen im Fußball zu arbeiten.

Doch es kam anders. Erst meldete sich sein Kumpel und ehemaliger Mitspieler bei Austria Wien, Manfred Schmid. Unter ihm als Cheftrainer heuerte Breu im Sommer 2021 als Assistent beim österreichischen Bundesligisten an. Mit seiner aus Wittlich stammenden Ehefrau Pascale bezog Breu ein Domizil in Bad Vöslau unweit von Wien.

Nach nur einem halben Jahr ist aber schon wieder Schluss bei der Austria – Breu beteuert, dass das aber nicht im Zusammenhang mit den finanziellen Schwierigkeiten und der sportlichen Achterbahnfahrt des Clubs steht.

Vielmehr ging eine Tür auf, die sich schon drei Jahre zuvor sperr­angelweit offen stand. Breus Reise geht weiter – in Litauen!  Dort ist Breu ab Januar als Technischer Direktor angestellt – sein Vertrag läuft über drei Jahre.

„Es ist schon der Wahnsinn, wie es manchmal so kommt. Ich habe Lust drauf und eine tolle Ehefrau, die mich unterstützt“, berichtet Breu im TV-Gespräch. Schon 2018 habe es Gespräche mit dem litauischen Fußballverband gegeben – damals aber verlängerte Breu nochmals seinen Vertrag in Luxemburg.

Nun also Litauen. Breu zieht in die Hauptstadt Vilnius. Seine Ehefrau Pascale kommt mit, behält aber weiterhin ihren Teilzeitjob im Sekretariat der Berufsbildenden Schule für Ernährung, Hauswirtschaft und Sozialpflege in Trier. Laut Breu wird sie dafür einmal pro Monat für jeweils eine Woche an der Mosel sein. In das Mietshaus in Bad Vöslau zieht derweil Breus Sohn Luca mit dessen Freundin – er spielte einst bei der TBB Trier Basketball und ist inzwischen unter anderem als Personal- und Athletiktrainer tätig.

Breu weiß, was auf ihn in Litauen zukommt. Die Jobbeschreibung ist nahezu deckungsgleich mit seinen ehemaligen Aufgaben in Luxemburg: Talentförderung, Trainerausbildung, Entwicklung der Nationalmannschaften, Ausbau von Nachwuchsleitungszentren in den Clubs und deren Zertifizierung.

Im EU-Land Litauen ist Basketball Nationalsportart Nummer eins. Der Fußball läuft hinterher. Doch Breu, der sich vor Ort in englischer Sprache verständigt, sieht Potenzial: „Litauen hat mehr als drei Millionen Einwohner und damit mehr als dreimal so viel wie Luxemburg.“ Während das Großherzogtum aktuell auf Platz 93 der Weltrangliste des Weltverbands Fifa rangiert, liegt Litauen auf Platz 136 - hinter Ruanda und vor Äthiopien. „Sportlich läuft es im litauischen Fußball derzeit nicht so rund. Mein Ziel ist es, den Verband im ersten Schritt wieder unter die Top 100 der Fifa-Weltrangliste zu bringen und die Konkurrenzfähigkeit der Auswahlteams zu erhöhen. Mit dem Budget, das der Verband zur Verfügung hat, lässt sich ordentlich arbeiten“, ist Breu überzeugt.  

Die Aufgabe ist groß. In der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar landete Litauen in der Gruppe C abgeschlagen auf dem letzten Platz. Die Bilanz in acht Partien: ein Sieg und sieben Niederlagen.