Fußball: Robin Koch schwärmt nach Pflichtspiel-Debüt für Nationalelf

Kostenpflichtiger Inhalt: Fußball : Seit’ an Seit’ mit Toni Kroos: „Das ist eine Riesenehre“

Der Ex-Trierer Robin Koch feiert beim 4:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Weißrussland sein Pflichtspieldebüt. Die DFB-Auswahl ist mit dem Erfolg vorzeitig für die Europameisterschaft 2020 qualifiziert.

Wer hätte vor fünfeinhalb Jahren gedacht, dass dieses Bild einmal zustande kommen wird. Beim EM-Qualifikationsspiel gegen Weißrussland standen Robin Koch und Toni Kroos Seit’ an Seit’ auf dem Platz. Man bedenke: Als Kroos im Sommer 2014 mit Deutschland Fußball-Weltmeister wurde, war Koch bei Eintracht Trier gerade mal aus der U 19 in den Seniorenbereich hochgerückt.

„Es ist ein besonderer Moment, wenn man auf einmal neben Toni Kroos steht. Auf dem Platz ist es relativ normal, weil man versucht, sich aufs Spiel zu konzentrieren. Trotzdem ist es eine Riesenehre, mit solchen Jungs auf dem Platz zu stehen“, sagte Koch zum TV nach dem 4:0-Sieg, der dem deutschen Team wegen des zeitgleichen 0:0 zwischen Nordirland und den Niederlanden schon vor dem abschließenden Spiel am Dienstag in Frankfurt gegen die Nordiren die EM-Qualifikation bescherte.

Koch absolvierte gegen Weißrussland im mit 33 164 Zuschauern recht spärlich besetzten Mönchengladbacher Borussia-Park sein Pflichtspieldebüt, sein erstes A-Länderspiel hatte er im Oktober im Freundschaftsspiel gegen Argentinien bestritten. Der 23-Jährige vom SC Freiburg, der von 2003 bis 2009 in der Jugend des SV Dörbach sowie anschließend von 2009 bis 2015 erst im Nachwuchs und am Ende dann in der ersten Mannschaft von Eintracht Trier gespielt hat, profitierte vom Fehlen mehrerer Defensivkräfte, die in der Hierarchie normalerweise vor ihm stehen.

Hat er damit Papa Harry Koch das schönste Geschenk zu dessen 50. Geburtstag gemacht? Koch junior mit einem Lachen: „Das weiß ich nicht. Er hatte bei seiner Party auf jeden Fall einen Fernseher aufgestellt.“

16.11.2019, Nordrhein-Westfalen, Mönchengladbach: Fußball: EM-Qualifikation, Deutschland - Weißrussland, Gruppenphase, Gruppe C, 9. Spieltag im Stadion im Borussia-Park. Deutschlands oben l-r: Torwart Manuel Neuer, Toni Kroos, Robin Koch, Lukas Klostermann, Matthias Ginter, Leon Goretzka, unten l-r : Nico Schulz, Ilkay Gündogan, Serge Gnabry, Joshua Kimmich, Timo Werner stehen für das Mannschaftsfoto zusammen. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. Foto: Federico Gambarini/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. Foto: dpa/Federico Gambarini

Während der 90 Minuten gegen Weißrussland bekam Koch, der an der Seite von Matthias Ginter in der Innenverteidigung auflief, nicht allzu viel zu tun. Die Gäste, die nicht mehr über die Qualifikationsgruppe, wohl aber noch über die Nations League die Chance auf ein Ticket für die EM 2020 haben, standen tief und setzten auf Konter.

Die deutsche Elf dominierte und hatte viel Ballbesitz. Doch es dauerte bis zur Führung, die bezeichnenderweise mit Ginter ein Defensivakteur erzielte. Der Spieler von Borussia Mönchengladbach traf sehenswert per Hacke nach Zuspiel von Serge Gnabry (42.) – sein erstes Tor im 29. Länderspiel, und das in seinem Heimstadion.

Die Gäste ließen ihre beste Gelegenheit vom Elfmeterpunkt aus. Koch hatte Pavel Nekhajchik zu Fall gebracht, doch Igor Stasevich scheiterte mit dem Strafstoß an Manuel Neuer (75.).

Nach dem Seitenwechsel ließ die deutsche Mannschaft flugs das 2:0 folgen. Eine flach hereingegebene Ecke von Kroos ließ Ginter clever passieren, so dass Leon Goretzka mit einem platzierten Schuss ins untere Eck traf (49.). Und munter ging’s weiter. Nach Zuspiel von Ginter, der sich in der Offensive an diesem Abend pudelwohl fühlte, schloss Kroos kompromisslos zum 3:0 ab (55.). Der Mittelfeldspieler war auch für den 4:0-Endstand verantwortlich, das er mit einer gekonnten Einzelleistung erzielte (83.).

Robin Koch hatte am Tag vor der Partie erfahren, dass er spielen wird — und damit früher als seinerzeit vor dem Duell mit  Argentinien: „Beim Debüt war wenig Zeit, nervös zu werden, weil es so kurzfristig war. Jetzt, da ich das zweite Mal dabei bin, habe ich eher eine positive Anspannung verspürt.“

Macht sich der 23-Jährige nun sogar Hoffnungen auf eine Teilnahme an der Europameisterschaft 2020? Koch ganz Realist: „Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht.“