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Leichtathletik-EM
Auf geht’s, Gesa!

Berlin/Trier. Am Freitag um 12.25 Uhr geht es für Gesa Krause vom Verein Silvesterlauf Trier bei der Leichtathletik-EM in Berlin um den Einzug ins Finale über 3000 Meter Hindernis. Die Titelverteidigung wird schwer.

Die blaue Laufbahn des Berliner Olympiastadions ist für Gesa Felicitas Krause ein guter Belag. Auf diesem Untergrund lief sie im vergangenen Jahr deutschen Rekord über 3000 Meter Hindernis (9:11,85 Minuten). Und vor zehn Jahren gewann sie im Olympiastadion erstmals einen deutschen Meistertitel (als U-18-Jugendliche über 1500 Meter Hindernis 0,2 Sekunden vor Julia Dobmeier vom TV Hermeskeil).

Nun will das Aushängeschild des Vereins Silvesterlauf Trier in der Bundeshauptstadt ein weiteres Glanzlicht setzen – mit der Verteidigung des EM-Titels über 3000 Meter Hindernis. Das dürfte jedoch angesichts von Krauses bisher holpriger Bahnsaison nicht so einfach werden. „Das Niveau ist höher als vor zwei Jahren. Es wird nicht einfach“, sagt die 26-Jährige, die 2016 in Amsterdam mit fast zehn Sekunden Vorsprung Europameisterin geworden war.
Krause steht mit 9:34,58 Minuten derzeit nur an sechster Stelle der europäischen Rangliste. Diese führt die Norwegerin Karoline Bjerkeli Grøvdal (9:18,36) vor der noch amtierenden Vizeeuropameisterin Luiza Gega (Albanien/9:22,00) an. Allerdings: Bisher haben Krause und ihr Trainer Wolfgang Heinig es immer hinbekommen, dass Deutschlands Leichtathletin der Jahre 2015 bis 2017 zum Saisonhöhepunkt in Topform war. „Ich gehe das Ganze positiv an wie eh und je. Ich freue mich immer auf große Meisterschaften“, sagte Krause, bevor sie gestern aus dem Trainingslager in Davos nach Berlin aufbrach.
In die Schweizer Berge, ihre zweite Heimat, hatte sie sich nach dem verunglückten Saisonstart zurückgezogen, um Kraft zu tanken und zu trainieren. Nur für die deutschen Meisterschaften unterbrach sie ihren Aufenthalt in 1500 Meter Höhe. In Nürnberg feierte Krause ihren vierten nationalen Titel in Folge. „Das war wichtig fürs Selbstvertrauen“, erklärt sie. Bei der DM trat sie aus dem Training heraus an. Das verspricht noch Leistungsreserven.
Am heutigen Freitag gilt es um 12.25 Uhr (live in der ARD) aber erst einmal, sich fürs Finale zu qualifizieren. Eine nicht zu unterschätzende Hürde, wie das Qualifikations-Aus von Diskus-Olympiasieger Christoph Harting zeigt, das Krause wie die bisherigen EM-Entscheidungen am Fernseher verfolgte.

Aber die Zahlen sprechen für Deutschlands Hindernislauf-Star: Im Starterfeld von Krauses Vorlauf ist außer Gega nur die Britin Rosie Clarke (9:32,08) in dieser Saison schneller gelaufen. Die fünf Erstplatzierten von zwei Qualifikationsrennen und fünf weitere Zeitschnellste erreichen den Endlauf am Sonntag, 20.55 Uhr (ARD). Dann wolle sie das beste aus der Situation machen, sagt Krause und betont: „Ich habe immer gesagt: Ich will eine Medaille, am liebsten Gold!“