TV-Serie Spochtipedia: Gardetanz: Bis zu 30 Mal der gleiche Schritt

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Ob Goldene Kooben oder Irscher Burgnarren:  Auch dank intensivem und akribischem Training haben sie es bereits bis hinauf zur Bundesebene geschafft.

Zu den regionalen Aushängeschildern im karnevalistischen Tanzsport zählen die Goldenen Kooben und die Burgnarren-Tänzerinnen aus den Trierer Stadtteilen Euren und Irsch. Beide konnten sich sogar bereits bei (süd-) deutschen Meisterschaften profilieren. 

„Unsere Gruppen haben im Verein einen sehr hohen Stellenwert. Qualität und Ehrgeiz werden sehr großgeschrieben“, betont Klaus Steffes, der Vorsitzende der Burgnarren aus dem Trierer Höhenstadtteil. Erfolge gab es in der Vergangenheit einige, darunter Ende 2017 den ersten Platz der Juniorengarde bei den Deutschen Meisterschaften des rund 1 200 Vereine umfassenden Verbands der Rheinischen Karnevals-Korporationen. Im etwa 5 300 Vereine starken Bund Deutscher Karneval tanzen die Goldenen Kooben. Sabine Hersch­ler zählte 2010 zu den Gründerinnen der Tanzsportgarde des Karnevalsvereins Grün-Weiß Euren. Ziel der Trainerin war und ist es, die besten Tänzerinnen aus der Stadt und darüberhinaus zusammenzubringen.

Die Ü15-Garde hat die Qualifikation für die süddeutschen Meisterschaften am letzten März-Wochenende im fränkischen Hof bereits in der Tasche, die Schautanzgruppe hofft, bei noch anstehenden Qualifikationsturnieren nachziehen zu können. „Vor einigen Jahren noch sind wir auf dem letzten Platz gelandet. Mittlerweile haben wir den Level, um zwischen Rang neun und elf und damit im Mittelfeld zu landen“, berichtet Herschler. Zwei Mal die Woche wird in der Sporthalle der Kurfürst-Balduin-Schule in Trier-West je zweieinhalb Stunden lang geprobt, inklusive Kraft- und Konditionstraining. Auch Elemente des intensiven Tabata sind dabei, wobei die kurzen, intensiven Einheiten  das gesamte Herz-Kreislauf-System trainieren.

Die Turnierzeit startet im Oktober und zieht sich bis in den März hinein. An sieben bis zehn Wettkämpfen nehme man mit diversen Gruppen teil, berichtet die Goldene-Kooben-Trainerin. Auf dem Weg zu den süddeutschen Titelkämpfen, die übrigens kommendes Jahr Anfang/Mitte März in Trier stattfinden, gelte es zunächst, Siege zu erringen. Später würden dann auch alleine die Punktzahlen reichen, um weiterzukommen. Beim Gardetanz sei es sehr wichtig, synchron zu sein. „Es gibt Schritte, die machen wir 30 Mal im Training, bis sie gleichmäßig sind – vom Kopf bis hin zu den Fingerspitzen. Auch die Hüte müssen im gleichen Winkel sitzen, damit alles abgestimmt ist“, betont Herschler.

Sowohl für die Burgnarren wie auch aus Sicht der Goldenen Kooben ist der finanzielle Aufwand groß, um zu Wettkämpfen zu reisen und vor Ort mitunter zu übernachten. Auch die Anfertigung der Kostüme hat ihren Preis.  Sabine Herschler und Klaus Steffes nennen jeweils Kosten im mittleren vierstelligen Euro-Bereich, die gestemmt werden müssen.

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