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Handball: Christa Armbruster - Gestatten, Triers erste Nationalspielerin!

TV-Serie „Handball ist unser Leben!“ : Christa Armbruster: Gestatten, Triers erste Nationalspielerin!

Christa Armbruster bestritt als 20-Jährige Spiele im Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust. Als schönsten Erfolg stuft sie aber einen Triumph mit ihrem Heimatverein TV Ehrang ein.

Bei der Frage nach Handball-Nationalspielerinnen aus Trier dürften den meisten Interessierten spontan die Namen Anja Althaus und Maren Baumbach über die Lippen kommen. Die erste Nationalspielerin, die auch tatsächlich gebürtig aus der ältesten Stadt Deutschlands stammt, ist aber Christa Armbruster, geborene Plattner.

Bei ihr begann alles 1970, als in Ehrang eine Mädchen-Handballmannschaft ins Leben gerufen wurde. „Ich war neugierig und ging als Zwölfjährige zum ersten Training. Etliche Schulkolleginnen schlossen sich schnell an, und so wurden wir unter der Trainerin Brigitte Svensson eine sehr erfolgreiche Mannschaft“, erinnert sich Armbruster.

Als Linkshänderin und mit viel Ehrgeiz und einer Portion Talent ausgestattet, wurde aus ihr schnell eine torgefährliche Rückraumspielerin. Bereits mit 14 Jahren erhielt Armbruster die Doppelspielberechtigung. Sie wurde in der Damen-Oberligamannschaft, damals das Aushängeschild im Trierer Handball, eingesetzt. „Wir verfügten neben mir auch noch über die wurfgewaltige Rückraumspielerin Ursula Permesang. Kopf der Mannschaft war Carola Könen. Und wir hatten mit Christel Merten eine starke Kreisläuferin“, zählt Armbruster auf, die als 15-Jährige der Rheinland-Auswahl angehörte und als 18-Jährige den Sprung in die westdeutsche Auswahl der Juniorinnen schaffte, wo sie gleich einen guten Eindruck hinterließ.

Am 16. Juni 1978 folgte die Einladung zu einem Vorbereitungslehrgang der B-Nationalmannschaft in Bad Vilbel mit Länderspielen gegen die Schweiz und Ägypten. Armbruster: „In dieser Zeit habe ich dreimal pro Woche trainiert und zusätzlich Privattraining mit Bleiweste und Fußmanschetten absolviert.“

Foto: privat

Sie ist heute noch stolz und dankbar, dass sie in den Genuss kam, den Bundesadler auf dem Trikot zu tragen und die Nationalhymne zu hören. „Ich war zu der damaligen Zeit die erste Spielerin des Handballbezirks Trier, die das geschafft hatte. Es war ein unvergessener Moment, den mein Vater leider nicht mehr miterleben durfte. Er hat mich all die Jahre gefahren, hat jedes Spiel von mir angeschaut und war mein größter Fan. Mein damaliger Verein TV Ehrang unter der Führung meines Schwagers Kurt Nabakowski setzte einen Fanbus ein, und so hatte ich auch vom Rest meiner Familie beziehungsweise von Handball-Weggefährten lautstarke Unterstützung“, blickt Armbruster zurück.

1980 wechselte sie zu den Damen der MJC Trier. Auf den ersten Blick ein Rückschritt, denn die MJC spielte unter Michael Frede seinerzeit in der Oberliga, während der TV Ehrang in der Regionalliga unterwegs war. Armbruster: „Ich habe mich zu diesem Schritt entschlossen, um mit gleichstarken oder stärkeren Spielerinnen zusammenspielen zu können. Ein Jahr später gelang uns der vielumjubelte Aufstieg in die Regionalliga. Wir etablierten uns und schafften 1983 gar den Einzug in die Relegation zur Bundesliga gegen Eintracht Minden. Leider hatten wir keine Chance. Wir kamen mit 6:21 kräftig unter die Räder.“

1982 organisierte Armbruster an Pfingsten die Abschlussfahrt der Mannschaft in den Schwarzwald. Es fand ein Turnier in Freudenstadt mit Damen- und Herrenmannschaften statt. Bei diesem Turnier lernte sie ihren späteren Ehemann Hubert kennen. Armbruster: „Man kann sagen: Er kam, sah und siegte!“

Heute sind beide seit 37 Jahren verheiratet. Sie haben zwei Kinder – Ines (geboren 1986) und Jörn (geboren 1990). „Mit der Geburt von Ines beendete ich meine Laufbahn bei der MJC Trier und folgte meinem Mann nach Bad Tölz. Dort spielte ich noch eine Saison beim TV Weilheim. Nach fünf Jahren in Oberbayern zog es uns nach Wittlich, wo ich dann noch einige Jahre in der Oberliga-Mannschaft spielte“, sagt Armbruster.

Foto: privat

1994 machte Armbruster ihre Handball-Trainer-Ausbildung. Sie coachte Mädchenmannschaften bei ihrem Heimatverein TV Ehrang und später bei der HSG Wittlich, ehe sie in den Damenbereich der HSG wechselte und dort die zweite Mannschaft übernahm. Ein Engagement als Trainerin der HSG Minderlittgen/Hupperath folgte, ehe sie zur zweiten Mannschaft der MJC Trier ging: „Dort bekam ich nie eine faire Chance von der Mannschaft. Demzufolge entschied ich mich bereits im zweiten Jahr zum Rückzug, obwohl ich gerade die B-Lizenz bestanden hatte.“

Als ihren schönsten Erfolg stuft Armbruster den Gewinn des Rheinlandpokals 1976 mit dem TV Ehrang ein. Und als größten sportlichen Erfolg? Na klar: die Berufung in die B-Nationalmannschaft.