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Handball in Corona-Zeiten: Notfalls kommen Decken zum Einsatz

Regionaler Handball : Notfalls kommen Decken zum Einsatz

So erlebten Clubs den Saisonstart unter Corona-Bedingungen. Eine Herausforderung bleibt das Lüften in den Hallen.

Der Handball fliegt wieder durch die Hallen. Sehnsüchtig haben die Spieler und Fans dem nun erfolgten Saisonstart entgegengefiebert.

Wie kommen die Vereine mit den Corona-Vorgaben klar? Der TV hat sich umgehört.

Der TuS Daun, Oberliga-Aufsteiger bei den Männern, durfte zum ersten Heimspiel in der Wehrbüschhalle gegen Nieder-Olm 195 Karten in den Verkauf geben. Sie gingen alle im Internet über den Tresen – der TuS bot die Tickets ausschließlich online an. „Das hat super funktioniert. Wir sind begeistert“, berichtet Handball-Abteilungsleiter Michael Thomas. Der TuS hat die Abwicklung in die Hände eines Dienstleisters gelegt, der pro verkauftem Ticket acht Prozent des Preises einbehält. Thomas: „Damit ist alles abgedeckt, wir müssen keine Einmalzahlungen leisten. Und wir müssen in der Halle bei den Spielen keine Tageskasse vorhalten und Registrierungen vornehmen.“

Der TuS erhöhte allerdings die Zahl der Ordner (von drei auf sechs) – sie sollten darauf achten, dass auf den Tribünen die notwendigen Abstände eingehalten werden.

Über gekippte Fenster in der Halle wurde laut Thomas die notwendige Belüftung gewährleistet: „Unser Spiel war so gut, dass die Zuschauer ordentlich mitgingen. So haben sie nicht gefroren.“

Auch die HSG Wittlich wickelte die Registrierung der Zuschauer im Vorfeld digital ab – über eine App, die im Verein entwickelt wurde, wie der HSG-Vorsitzende Axel Weinand mitteilt. Die zweite Damen-Mannschaft legte als erstes HSG-Team in der Rheinlandliga los. 90 Zuschauer kamen in die BBS-Halle, die aktuell für 180 Personen zugelassen ist. Die HSG hat dafür ein Konzept mit Zehner-Blocks auf drei Reihen erstellt. Nicht nutzbare Plätze sind mit Klebebändern markiert. „Beim ersten Spiel waren die Zuschauer diszipliniert. Auf den Plätzen können sie die Masken ablegen. Wir empfehlen aber, sie anzubehalten“, berichtet Weinand. Um sich zusätzliche Desinfektionen zu ersparen, wurde beim Spiel der HSG II gegen die HSG Obere Nahe kein Seitenwechsel vollzogen – so blieb jedes Team auch nach der Pause auf seiner Bank.

Ein Blick in das Hygienekonzept für Handballspiele in der Trierer Wolfsberghalle zeigt beispielhaft, dass zumindest in der Theorie  die zu erfüllenden Auflagen detailliert sind. So haben etwa die Wischer, die nicht zu einer Mannschaft gehören, einen Mund-Nasen-Schutz sowie Einmalhandschuhe zu tragen. Der Mob muss desinfiziert werden. Vor jedem Spiel sind die Handläufe und die Türklinken sowie Bänke zu desinfizieren, im Idealfall auch zwischendurch. Im Gastronomie-Bereich darf nur Einmalgeschirr genutzt werden.

Die HSG Hunsrück bot zum Saisonstart Internet-Livestreams der Spiele der Damen und Herren an – ein Angebot, das nach Auskunft von Bernd Everding aus der sportlichen Leitung der HSG auf Interesse stieß: „Bei den Damen haben 120 Fans zugeschaut, bei den Herren 60.“

In der Hirtenfeldhalle in Kleinich sind maximal 90 Zuschauer zugelassen. „Die Besucher haben sich an die Einbahnregelungen zur Abstandswahrung gehalten“, resümiert Everding, der eine Herausforderung in den nächsten Wochen in der Belüftung der Halle sieht: „Die Klappfenster sind genau über den Spielerbänken. Strömt kalte Luft rein, ist das für die verschwitzten Akteure unangenehm. Es mag blöd klingen, aber vielleicht müssen sie sich dann mit Decken hinsetzen.“

Die Clubs sehen sich gerüstet, auch in den nächsten Wochen den Spielbetrieb unter Corona-Bedingungen sicherzustellen. Was bleibt ist die Sorge, dass steigende Infektionszahlen den Bemühungen einen Strich durch die Rechnung machen.