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„Handball ist unser Leben!“: Edar/Vasek - Anpfiff zur dritten Karriere

TV-Serie „Handball ist unser Leben!“ : Carsten Edar/Rene Vasek: Anpfiff zur dritten Karriere

Sie waren erfolgreiche Spieler und Trainer – und bilden inzwischen ein Schiedsrichter-Duo. Wie Rene Vasek und Carsten Esdar auch abseits des Feldes Kumpel wurden.

Parallelen zwischen Carsten Esdar und Rene Vasek sind unverkennbar. Beide fanden relativ spät zu ihrem Lieblingssport Handball, beide waren als Spieler und Trainer unterwegs – und jetzt bleiben die beiden positiv Handballverrückten ihrem Sport als Schiedsrichter treu und greifen Woche für Woche zur Pfeife.

Wie sein Kollege Rene Vasek fand Carsten Esdar erst mit 14 Jahren zum Handball. Er spielte in der Jugend bei der Barmer TG, wurde bereits mit 17 Jahren Trainer im Jugendbereich und entschloss sich mit 18 Jahren, den Schiedsrichterschein zu machen. Esdar spielte und trainierte anschließend in Wuppertal, unter anderem betreute er die Kreisauswahl. 1996 verschlug ihn die berufliche Versetzung bei der Bundeswehr in den Hunsrück nach Idar-Oberstein. Dort spielte er zunächst bei der HSG Tiefenstein, trainierte zudem einige Jugendteams. Ab 2002 übernahm er mit Wolfgang Becker verschiedene Jugendmannschaften der HSG Hunsrück.

Dann begann die Zusammenarbeit mit Rene Vasek. Mit ihm trainierte er die erste, zweite und vierte Mannschaft der Hunsrücker. Er wurde zweimal Meister der Verbandsliga und beendete dann seine Trainertätigkeit. Der Mangel an Schiedsrichtern im Bezirk war Esdar immer schon ein Dorn im Auge. Und so entschloss er sich, wieder ins Schiedsrichtergeschäft einzusteigen. „Ich wollte helfen und es so gut wie möglich machen. Ob es immer gelingt, ist eine Frage. Dennoch gilt das Motto für Rene und mich: so wenig Fehler wie möglich machen und eine Linie haben“, sagt Esdar.

... und als erfolgreicher Profi in Tschechien ... Foto: TV/privat

An eine kuriose Szene erinnert er sich gerne: „Bei einem Gegenstoß foulte ein Wellinger Spieler seinen Gegenspieler derart, dass ich ihm die Rote Karte zeigen musste. Doch der Reißverschluss an meiner Gesäßtasche hatte sich verklemmt. Unter dem Gelächter der Zuschauer und Spieler half mir der Spieler, dem ich die Rote Karte zeigen wollte, den Reißverschluss zu öffnen. Die Karte habe ich ihm dennoch gezeigt.“

Sorgen macht sich Esdar weiterhin um die immer geringer werdende Zahl von Schiedsrichtern. Er sieht aber auch positive Ansätze: „Die dritte Herrenmannschaft des HSC Schweich hatte sich entschlossen, gemeinsam den Schiedsrichterschein abzulegen. Es ist künftig wichtig, dass sich Spieler, die ihre Laufbahn beenden, im Schiedsrichterbereich, aber auch in der Jugendarbeit ihrer Vereine engagieren“, fordert der heute 52-Jährige.

Ebenfalls erst im Alter von 14 Jahren fand Rene Vasek zum Handball. Eigentlich liebte er den Fußball, doch in einer Winterpause überredete ihn ein Freund, mit ihm ein Handballtraining zu besuchen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, gesteht der heute 50-Jährige, der zwischenzeitlich seine Laufbahn als Spieler beendet hat.

... sowie Carsten Esdar heute ... Foto: Roman Schleimer (R.S.)

Von 1992 bis 2004 spielte er in seiner tschechischen Heimat bei Banik Karvina. Dort  lernte er das Handball-Einmaleins, spielte als Profi, erlebte national und international einige Handballfeste, wurde 25 Mal in die tschechische Nationalmannschaft berufen und hatte zuvor etliche Jugend- und Juniorenländerspiele absolviert.

Gerne erinnert sich Vasek an sein erstes Spiel in der A-Nationalmannschaft sowie einige Champions-League- und EHF-Cup-Spiele zurück. Besonderer Höhepunkt für den „Handball-Opa“, wie ihn seine Mitspieler zuletzt liebevoll nannten, war der Gewinn der Meisterschaft mit Banik Karvina im Jahr 2000. „Genau 25 Jahre nach dem letzten Titel gewannen wir die Meisterschaft für unseren Verein. Wir spielten in einer umgebauten Eissporthalle vor 7500 Zuschauern und feierten anschließend mit mehr als 4000 Fans in der Innenstadt den Titel bis in den frühen Morgen“, erinnert sich Vasek.

In der Schweiz griff der Linkshänder zwischenzeitlich auch einmal zum Ball, ehe es nach Deutschland ging. Beim TuS Spenge sowie der HSG Augustdorf/Hövelhof spielte Vasek in der zweiten Bundesliga. Dann folgte der Wechsel in den Hunsrück, wo er als Spieler, aber auch als Trainer agierte.

... und als früherer Akteur bei der HSG Tiefenstein. Foto: TV/privat

Mittlerweile lebt die Familie im Hunsrück, Vasek arbeitet am Flughafen Hahn im Sicherheitsbereich. Dieser Job ist zeitintensiv – was Vasek zu einigen Anstrengungen zwang, um Job und Handball unter einen Hut zu bringen. „Es war Bernd Kirst, der mich mit überredet hatte, zur HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch zu wechseln. Entscheidend war auch, dass Bernd mir bei der Jobsuche behilflich war“, erklärt Vasek.

Im Hunsrück war der Ex-Profi als Spielertrainer in der ersten und zweiten Mannschaft des Vereins aktiv, doch mit der Zeit wurde dies aufgrund des Schichtdienstes zeitlich immer schwieriger. Der zweifache Familienvater und zweifache Opa wollte bereits komplett mit dem Handball aufhören, ließ sich dann aber noch einmal überreden. Er half als Coach im Frauenbereich und trainierte mit Carsten Esdar gemeinsam die A-Jugend der HSG.

Kumpel Esdar war es, der Rene Vasek überredete, seinen Schiedsrich­terschein zu machen. „Davon wollte ich anfangs nichts wissen. Ich habe immer über die Schiris gemeckert. Doch dann wollte ich beweisen, dass es auch anders geht. Jetzt macht es richtig Spaß. Angefangen haben wir in der Kreisliga. Wir haben uns über die Verbandsliga bis in die Oberliga heraufgearbeitet“, sagt Vasek, der mit Esdar das einzige Oberliga-Schiedsrichtergespann aus dem Bereich Mosel/Eifel bildet.

Logo Serie Handball ist unser Leben! Foto: tv

Das Duo verbindet zwischenzeitlich neben dem Handballsport auch eine private Freundschaft, die beide Familie pflegen.