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Handball-Oberliga: TuS Daun kritisiert Rückkehr zur Eingleisigkeit

Handball-Oberliga : TuS Daun: Streit um Rückkehr zur Eingleisigkeit

Die Eifeler halten nichts davon, die nächste Oberliga-Saison wieder in einer Staffel auszutragen – und sagen trotzdem zu. Die Hintergründe eines wochenlangen Zwists.

In der RPS-Oberliga bleiben – oder doch lieber runtergehen, zurück in die Handball-Rheinlandliga? Diese Frage hat die Verantwortlichen des TuS 05 Daun in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt.

In der abgebrochenen Spielzeit 2020/21 gingen in den Oberligen der Männer und Frauen jeweils 17 Mannschaften  an den Start – aufgeteilt in je eine Staffel mit acht Teams und eine mit neun Teams. In mehreren Gesprächen sowie Schreiben an den Handballverband Rheinland (HVR) und die RPS-Oberliga hatte der TuS seine klare Präferenz für die Beibehaltung der Zweigleisigkeit mitgeteilt. Auch im TV hatte Abteilungsleiter Michael Thomas im Frühjahr klargestellt:  „Diese Größenordnung ist für uns organisatorisch, sportlich und finanziell zu stemmen. Wenn man sich vorstellt, dass je nach freiwilligen Drittliga-Absteigern nachher 20 Mannschaften in einer Staffel spielen und wir so 38 Spieltage hätten, wäre uns das nicht möglich.“

Dass diese Zahl eher zu hoch gegriffen war, unterstrich HVR-Präsident Peter Josef Schmitz: „Wir reden weiter von 16, höchstens 17 Mannschaften.“ Dennoch: Der TuS stand mit seinem Wunsch nicht alleine da. In einer Videokonferenz sprach sich unter den teilnehmenden Vereinsvertretern eine Mehrheit (13:9) für eine weiterhin zweigeteilte Oberliga aus.

Doch dieser Mehrheit folgte der Spielausschuss der RPS-Oberliga nicht. So entschied der Vorstand auf Vorschlag des Spielausschusses, in der kommenden Saison zu einer eingleisigen Liga zurückzukehren. Die Entscheidung der RPS-Oberliga-Verantwortlichen begründet HVR-Präsident Schmitz wie folgt: „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir wieder zur Normalität zurückfinden. Und wenn doch nochmal abgebrochen werden sollte, haben wir zumindest durch einen Paragrafen in der Spielordnung ein eindeutiges Kriterium, wie wir dann den Aufsteiger ermitteln können.“ Wichtigstes Argument der Befürworter der Eingleisigkeit im Spielausschuss beziehungsweise im Verband war wohl die Tatsache, dass bei einem möglichen Saisonabbruch nach mehr als der Hälfte der Spiele eine Saison gewertet und ein Meister gekürt werden könnte. Bei einer zweigleisigen Liga wären dann Entscheidungsspiele notwendig.

 „Wie man eine solche Entscheidung ohne das Feedback aller Vereine und gegen eine große Mehrheit für eine Zweigleisigkeit fällen kann, erschließt sich uns nicht“, sagt Markus Willems, der im Planungskomitee des TuS für die kommende Saison sitzt.

Er führt noch eine Reihe weiterer Argumente ins Feld: „So viele wichtige Gründe sprechen für eine Zweigleisigkeit: Ausweichspieltage im Falle einer vierten Welle, Kostenreduktion bei den Fahrt- und Schirikosten bei gleichzeitig möglicherweise geringeren Einnahmen infolge eines Zuschauerverbots oder von Zuschauerbegrenzungen. Man hat auch keinerlei Planungssicherheit für die Sponsoren nach Corona, und außerdem ist eine Mammutsaison fast ohne Regenerationsphasen nach so einer langen Pause auch gesundheitlich bedenklich. Da kann das einzige Argument doch nicht die Tatsache sein, einen Meister zu haben, wenn die Saison wiederum abgebrochen werden muss. Was ist denn, wenn sie nach weniger als der Hälfte der Spiele abgebrochen wird?“

Nach einer Auseinandersetzung mit dem Verband wies der HVR den TuS darauf hin, dass er die Möglichkeit hätte, vor das Sportgericht zu ziehen, wovon Daun allerdings Abstand nahm.

Nach langem Abwägen entschied sich der Verein nun, an der eingleisigen Oberliga teilzunehmen, auch wenn es im Kader derzeit noch einige Fragezeichen gibt. Manche Leistungsträger sind aus beruflichen oder privaten Gründen nicht in der Lage, alle 30 Saisonspiele mitzumachen. Zwischenzeitlich hat die Mannschaft die Saisonvorbereitung nach der coronabedingten Trainingspause auch in der Halle aufnehmen können.