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Handball-RPS-Oberligen: Aufstieg trotz Abbruch? – HSG Hunsrück überlegt

Handball-RPS-Oberligen : Aufstieg trotz Abbruch? – HSG Hunsrück überlegt

Die Saisons werden annulliert, trotzdem könnte es für die HSG-Damen in die 3. Liga gehen. Auch die Männer des TuS Daun müssen nachdenken, wie es jetzt weitergeht.

Die Salami-Taktik geht weiter: Nachdem der Spielbetrieb in den 3. Ligen der Männer und Frauen sowie in den Jugend-Bundesligen nicht normal fortgesetzt wird, sind nun die aktuellen Saisons in den Handball-Oberligen Rheinland-Pfalz/Saar coronabedingt annulliert worden – sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Jugendlichen. Die Hoffnung, im März den Spielbetrieb (wieder) aufzunehmen und eine einfache Runde zu absolvieren, lässt sich nicht halten.

Das heißt mit Blick auf die nächste Saison bei den Männern und Frauen: Es gibt keine sportlichen Absteiger und auch keine Aufsteiger aus den Landesverbänden. Wer sein Team freiwillig zurückziehen will, kann das tun. Gleichzeitig werden auch freiwillige Rückzüge aus der 3. Liga aufgenommen. Und: Wer aus der Oberliga in die 3. Liga aufsteigen will, kann sein Interesse hinterlegen – eine durchaus diskutable Möglichkeit. Voraussetzung: Das Bestreben muss ernst gemeint sein. Damit keine Jux-Bewerbungen eingehen, müssen Clubs eine sogenannte selbstschuldnerische Bankbürgschaft hinterlegen (Männer: 10 000 Euro, Frauen: 5000 Euro). Zudem sollen sie verpflichtet werden, den Aufstieg am Ende des Tages auch wahrzunehmen, betont Peter Josef Schmitz, Präsident des Handballverbands Rheinland. Meldungen müssen bis 1. März erfolgen, bei mehreren Interessenten müssten laut Schmitz dann notwendige Qualifikationsspiele bis 15. Mai absolviert werden.

Was bedeuten die Entscheidungen für den Frauen-Oberligisten HSG Hunsrück und den Herren-Oberligisten TuS 05 Daun?

HSG Hunsrück: „Wir mussten damit rechnen, dass es so kommt, auch wenn wir uns gewünscht hätten, im April, Mai und Juni noch eine verkürzte Saison zu beenden“, sagt Bernd Everding aus der sportlichen Leitung der HSG. In der aktuellen Spielzeit hat die HSG zwei Partien absolviert, und beide gewonnen. Da 17 Teams in der Oberliga am Start sind, wurde das Teilnehmerfeld auf zwei Staffeln aufgeteilt.

Mit dem Damen-Team verfolgt die HSG ambitionierte Ziele. Wird sich der Club deshalb um einen Aufstieg in die 3. Liga bewerben? „Es ist ein denkbares Szenario. Ich will es nicht ausschließen“, sagt Everding, verweist aber gleichzeitig auf zu führende Gespräche mit der Mannschaft und dem Trainerteam. „Sollte das Signal kommen, dass die Mannschaft es will, würden wir im Sportvorstand die Sache besprechen“, erläutert Everding. Neben sportlichen Fragen spielen auch die (höheren) Kosten in der 3. Liga eine Rolle. Ausgaben fallen beispielsweise für die Spielklassenbeiträge (einmalig 1260 Euro), Schiedsrichter (330 Euro pro Heimspiel) und Zeitnehmer/Sekretär (100 Euro pro Heimspiel) an. Sollten weiterhin Anti-Corona-Maßnahmen einzuhalten sein, könnten zudem durch Testungen zusätzlich rund 400 Euro pro Heimspiel in die Hand genommen werden müssen.

TuS Daun: Mit gemischten Gefühlen nimmt Handball-Abteilungsleiter Michael Thomas die Annullierungs-Nachricht auf. „Wir hatten gehofft, noch eine einfache Runde absolvieren zu können. Aber wir kommen bislang ja noch nicht einmal wieder in die Halle, um trainieren zu können.“ Auch bei den Männern gibt es angesichts von 17 Oberligisten zwei Staffeln, Daun hat sein bislang einziges absolviertes Spiel gewonnen.

Wie es jetzt weitergeht? Das müsse in der Mannschaft und der Abteilungsleitung besprochen werden. Hintergrund: Der TuS hat das ihm nach der vergangenen, abgebrochenen Saison zugesprochene Aufstiegsrecht nur unter der Maßgabe angenommen, dass die Oberliga auf zwei Staffeln aufgeteilt wird – vor allem, um die Kosten im Griff zu behalten. „Sollte die Zweigleisigkeit auch in der neuen Saison nochmal Bestand haben, kann ich mir vorstellen, dass wir die Oberliga erneut in Angriff nehmen. Eine Voraussetzung dafür wäre aber auch, dass wir die Mannschaft zusammenhalten“, sagt Thomas. Die Vorstellungen der Spieler sollen nun abgeklopft werden. Und auch die des Trainers Igor Domaschenko, der im Frühsommer 2020 beim TuS angeheuert hat. Thomas: „Wir haben von Beginn an über zwei Jahre hinweg mit ihm geplant. Wir wollen gerne weiter mit ihm zusammenarbeiten. Wir werden jetzt schauen, wie er es sieht und die Lage bewertet.“