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Handball-Verbandsliga: Das Motto des HSC Igel heißt ,Mier sen mier‘

Regionaler Handball : Igels Motto heißt: ,Mier sen mier‘

In den 1990er Jahren gab‘s in Igel Oberliga-Handball zu sehen. Damals mittendrin als Torhüter war der heutige Coach des HSC Igel, Heinrich Mainz. Der 61-Jährige erklärt, weshalb es in der aktuellen Verbandsliga-Saison insgesamt gut läuft – und warum die Herausforderungen dennoch groß sind.

Es ist nicht so, dass Heinrich Mainz nicht mehr wüsste, wie es ist, zu verlieren. Im Auswärtsspiel bei der DJK/MJC Trier hat es den HSC Igel mit Coach Mainz mal wieder erwischt – nach zuvor sechs Partien ohne Niederlage.

Und dennoch: Der HSC steht in der Herren-Verbandsliga weit besser da, als viele Beobachter das im Vorfeld der Saison erwartet hätten. Doch Mainz beschwichtigt und warnt: „In den nächsten Wochen haben wir noch einige schwere Spiele. Da wird mein Team lernen müssen, vielleicht auch noch weitere Partien zu verlieren.“ Gleichzeitig ist der 61-jährige pensionierte Berufsfeuerwehrmann von der Stärke seiner Mannschaft überzeugt, in der die Verantwortung auf viele Schultern verteilt wird.

Mainz hatte die erste Herrenmannschaft des HSC im Sommer 2020 übernommen. Also mitten in der Corona-Zeit. Aus dem Spielerkreis heraus wurde er gefragt, ob er das Team als Nachfolger von David Juncker übernehmen wolle. „Das hat mich sehr gefreut. Das war eine Anerkennung“, sagt Mainz, der aus Trier stammt, mit sechs Jahren bei der TG Trier mit dem Handballspielen begann und 1992 nach Igel wechselte, wo er auch heute privat seinen Lebensmittelpunkt hat.

Bei den Höhepunkten der Igeler Handball-Geschichte war der einstige Torwart mittendrin, statt nur dabei. Unvergessen das letzte Landesliga-Spiel der Saison 1996/97, als mehr als 500  Zuschauer in der Igeler Sporthalle das entscheidende Duell des damaligen SV Igel-Liersberg um die Meisterschaft mit dem HSC Schweich erlebten. „Diese Partie werde ich nie vergessen. Für unser Dorf Igel war es ein absoluter Höhepunkt. Es war extrem voll in der Halle. Alles hat gepasst, nur das Ergebnis nicht“, erinnert sich Mainz. Igel-Liersberg verlor mit 21:24, schaffte aber im Nachgang in einer Relegation gegen Siesbach doch noch den Aufstieg in die Oberliga.

Von dieser Spielklasse sind die Igeler, die sich 2008 als HSC selbstständig machten, inzwischen weit entfernt. Aber die Voraussetzungen im Kader sind so wie damals, wie Mainz beschreibt: „Es gab seinerzeit ein paar erfahrene Akteure und Jungs, die aus der A-Jugend emporkamen. Die Mischung passte.“

Ähnlich wie heute, zwei Spielklassen tiefer. Ziel müsse es sein, den HSC in der Verbandsliga zu etablieren und das Team weiterzuentwickeln. Doch die Herausforderung ist groß, sagt Mainz: „Im Jugendbereich gibt’s oberhalb der C-Jugend ein Loch. Es wird fünf Jahre dauern, bis wir wieder Jungs aus dem Nachwuchs in den Seniorenbereich ziehen können.“

Aktuell machen zudem berufliche Verpflichtungen von Spielern und Verletzungen die Sache nicht einfacher. Von anfangs 17 Spielern im Kader seien aktuell zwölf verfügbar, rechnet Mainz vor.

Und dann ist da noch Corona. Die Omikron-Variante des Virus sorgt für viele Unwägbarkeiten. So auch jetzt. Nach dem Spiel des HSC bei der MJC am Sonntag, in dessen Vorfeld alle Corona-Tests der Beteiligten negativ waren, testete sich laut Mainz ein Trierer Spieler am Montag positiv. Nun werden sich alle Akteure erneut testen und hoffen, dass sie um eine Infektion herumkommen.

Egal, wie’s ausgeht. Unterkriegen lassen wird sich das Team nicht – getreu dem HSC-Motto ,Mier sen mier‘. Übersetzt ins Hochdeutsche heißt das ,Wir sind wir‘ – unterstrichen werden soll ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Trainer Mainz: „Wir treten als Team auf und haben Spaß. Das wollen wir uns nicht nehmen lassen.“