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Hannah Ludwig aus Traben-Trarbach fünftbeste deutsche Straßenfahrerin

Radsport : Ludwig ist fünftbeste deutsche Straßenfahrerin

Radsportlerin aus Traben-Trarbach landet nach Vize-WM-Titel im jährlichen nationalen Vergleich weit vorne.

Zum vierten Mal in Folge eine EM-Medaille, wenn auch nach zwei U-23-Zeitfahrtiteln diesmal „nur“ die Vizeeuropameisterschaft im Kampf gegen die Uhr, und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio: Das hat das Jahr 2021 für Hannah Ludwig trotz einiger Aufs und Abs zum bisher wohl erfolgreichsten der Karriere der 21 Jahre alten Radsportlerin von der Mosel gemacht. Das brachte Hannah Ludwig, die in Traben-Trarbach aufgewachsen ist und für den RSC Stahlross Wittlich 2014 ihre erste Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft gewann, in der Jahres-Rangliste des deutschsprachigen Radsport-Portals radsport-news.com den fünften Platz unter allen deutschen Straßenfahrerinnen ein.

Nachdem Ludwig im Frühjahr oft krank war, schien der Olympiazug schon abgefahren. Aber rechtzeitig zu den Deutschen Meisterschaften Ende Juni kam sie wieder richtig in Form. Im Einzelzeitfahren gewann sie die Bronzemedaille, und im Straßenrennen wurde Ludwig Fünfte. Wenige Tage später wurde sie vom Anruf von Bundestrainer André Korff überrascht, der ihr mitteilte, dass sie mit nach Tokio fliege. Das sei für sie etwa so überraschend gekommen, wie wenn sie Bundeskanzlerin geworden wäre, sagte die Moselanerin radsport-news.com im Rückblick.

Im olympischen Straßenrennen auf dem Fuji International Speedway erledigte Ludwig wie schon während ihrer nun drei Jahre beim Team Canyon-SRAM beste Arbeit fürs deutsche Team und verhalf so Lisa Brennauer beim Sensationssieg der Österreicherin Anna Kiesenhofer zum sechsten Platz. „Es war richtig cool“, sagte sie dem TV nach ihrem Olympiadebüt und analysierte damals gewohnt nüchtern: „Wir als deutsches Team konnten auch nicht nur allein arbeiten, haben aber unser Bestes versucht, das Feld zu animieren, was zu tun. Ich denke, das haben wir ganz gut gemacht.“ Ludwig belegte den 41. Platz.

Bei den Europameisterschaften konnte die 21-Jährige Anfang September ihren U-23-Titel im Einzelzeitfahren zwar nicht verteidigen, zeigte sich aber trotzdem zufrieden: „Ich bin richtig froh. Man kann nicht immer gewinnen.“ Mehr geschmerzt hätte es, wenn sie Ende Oktober ihren Abschied vom Team Canyon-SRAM nicht hätte feiern können. Schon auf der zweiten Etappe verließ  Ludwig erkrankt eine Rundfahrt in Belgien. Mehrere Wochen lang war kein Sport möglich. Doch beim Worldtour-Eintagesrennen Ronde van Drenthe in Belgien streifte die Traben-Trarbacherin, die mittlerweile mit ihrem (Radsport treibendenden) Freund in Paderborn wohnt, noch einmal ihr bisheriges Teamtrikot über.

Für die kommenden zwei Jahre hat Hannah Ludwig beim neuen WTW-Team Uno-X unterschrieben. Die Norweger haben ein junges Team zusammengestellt, in dem die 21-Jährige wahrscheinlich mehr Freiheiten haben wird, als beim etablierten Canyon-SRAM-Team. Ludwigs Spezialität dürfte aber weiter das Einzelzeitfahren bleiben. In dieser Disziplin gilt Hannah Ludwig hinter Bahnvierer-Olympiasiegerinnen Lisa Brennauer und Lisa Klein bereits zu den besten Deutschen.