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Hannah Ludwig: So lief ihre Premiere bei den Olympischen Spielen

Radsport : K.o., aber zufrieden: So lief Hannah Ludwigs Premiere bei den Olympischen Spielen

„Es war richtig cool!“ Zufrieden mit ihrer Leistung meldete sich Hannah Ludwig am Sonntagmittag deutscher Zeit vom Fuji International Speedway, wo vor den Toren Tokios das olympische Straßenrennen der Frauen stattfand.

Die Traben-Trarbacherin war Teil eines Wettkampfs, bei dem mit Anna Kiesenhofer eine olympische Heldin geboren wurde. Die 30 Jahre alte Österreicherin, die erst seit vier Jahren ernsthaft Radsport betreibt, siegte nach einer Flucht über fast die kompletten 137 Kilometer, auf denen fast 2700 Höhenmeter zu bewältigen waren.

Dass fünf Fahrerinnen, zu denen neben Kiesenhofer unter anderem auch Ludwigs Mannschaftskameradin Omer Sharpira (Israel) vom Team Canyon//Sram gehörte, ausrissen, machte es für die vierköpfige deutsche Equipe schwer. „Es war ein spezielles Rennen, weil diese Gruppe am Anfang weggefahren ist. Wir waren nicht ganz so zufrieden, dass die dann so viel Vorsprung hatten“, berichtete Ludwig. „Wir als deutsches Team konnten auch nicht nur allein arbeiten, haben aber unser Bestes versucht, das Feld zu animieren, was zu tun. Ich denke, das haben wir ganz gut gemacht“, sagte sie.

Die vier weißen Trikots mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring waren zwar meist an der Spitze des Peletons zu sehen, aber ansonsten hatte offensichtlich lange Zeit keine andere Nation großes Interesse, den Vorsprung der Ausreißerinnen, der zwischenzeitlich auf etwa zehn Minuten anwuchs, zu minimieren.

Dadurch konnten die Zuschauer, die am Sonntagmorgen den Fernseher einschalteten, Hannah Ludwig aber oft sehen. Die 21-Jährige erfüllte ihre Aufgabe gut, schloss bei einigen Attacken die Lücken, damit die deutschen Sieg-Fahrerinnen Lisa Brennauer und Liane Lippert ihre Chancen wahren konnten. „Liane und Lisa sind unglaublich stark gefahren“, freute sich Ludwig, auch wenn die 33-jährige Brennauer als Sechstplatzierte die erhoffte Medaille am Ende um 17 Sekunden verpasste. Lippert wurde 23. (2:32 Minuten hinter der Siegerin).

Auf den letzten steilen Kilometern hinauf zum Doushi-Pass verlor Ludwig den Anschluss, kämpfte sich aber wieder ans Feld heran. „Ich wollte dem Team unbedingt helfen“, erklärte sie die Kraftanstrengung. Irgendwann waren bei der Jüngsten im deutschen Team die Akkus aber doch leer. Mit 8:23 Minuten Rückstand belegte sie den 41. Platz. „Das war so ein schweres Rennen mit der Hitze und den ganzen Anstiegen“, sagte sie – k.o., aber zufrieden.