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Harte Landung in der Südeifel – als Mainz 05 in Speicher strauchelte

TV-Serie „Welch’ ein Spiel!“ : Harte Landung in der Südeifel – als Mainz 05 in Speicher strauchelte

TV-Serie „Welch’ ein Spiel!“: In der Fußball-Saison 1978/79 erwischt der SV Speicher im Oberliga-Heimspiel gegen den favorisierten FSV Mainz 05 einen Sahnetag. Und dann ist da auch noch ein unvergessenes Aufstiegsspiel an Pfingstmontag im Jahr 1973.

Der FSV Mainz 05 ist auf dem besten Wege, zum elften Mal hintereinander den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga zu schaffen. Die Zeiten, in denen die Rheinhessen übers Land tingeln mussten, scheinen weit entfernt.

Doch es gab sie – mit bösen Überraschungen für den FSV. Für eine solche sorgte der SV Speicher aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm in der Saison 1978/79 in der damaligen Amateur-Oberliga Südwest. Für die Eifeler war die Oberliga nach dem Aufstieg ein absoluter Traum, die Mainzer wollten ihr dagegen mit aller Macht nach oben entschwinden.

Am 4. November 1978 gab’s das erste Aufeinandertreffen. Speicher empfing die Mainzer als Tabellenletzter. Neun Spiele, 1:17 Punkte – die Eifeler waren abgeschlagen. Mainz hing im Mittelfeld fest – weit unter den eigenen Ambitionen. Dennoch waren die 05er haushoher Favorit – und kassierten eine sensationelle 0:4-Packung.

Im Trierischen Volksfreund war in der Montagausgabe danach von einem „Speicherer Paukenschlag“ die Rede. Der erste Saisonsieg – und das gegen Mainz. Das Erfolgsrezept des SVS: eine konzentrierte Abwehrleistung und geschickte Konter. Das Fazit im TV-Bericht: „Erfolgreiches Aufbäumen einer Mannschaft also, die sich noch nicht aufgegeben hat und bewies, dass sie nicht unterschätzt werden darf. Das aber hatten offensichtlich die Landeshauptstädter getan, für die es ein böses Erwachen und eine gerechte Niederlage gab.“

Foto: TV/Mirko Blahak

Für den SVS damals auf dem Platz stand Klaus Nospes. Ein Allrounder, der nach eigener Auskunft „zu 80 Prozent offensiv, aber auch mal Libero“ gespielt hat. Der gebürtige Preister lief fast ausschließlich für den SVS auf – außer in den Jahren 1971 bis 1973, in denen er in seinem Heimatort kickte. „Mainz hat uns unterschätzt. Zudem haben wir auf einem Hartplatz gespielt. Nach dem 1:0 haben wir Aufwind bekommen. Hätten wir immer so gespielt, hätten wir die Klasse gehalten“, erinnert sich der heute 70-Jährige, der in und um Speicher herum auch wegen des in Familienhand liegenden Reifenhandels bekannt ist.

Aus dem Klassenerhalt wurde aber nichts. Speicher holte in 34 Saisonspielen nur fünf Siege und wurde Letzter. „So schlecht waren wir aber nicht. Wir haben jedoch häufig ein bisschen naiv gespielt. Und vielleicht fehlte auch etwas die Klasse“, sagt Nospes, der im Rückblick zum Schluss kommt, dass dem Team „noch zwei, drei gute Leute“ gefehlt hätten. Dennoch: Die Trainingsbeteiligung sei immer sehr hoch gewesen, auch seien immer erfreulich viele Zuschauer gekommen.

Im Rückspiel in Mainz war dann Schluss mit lustig. Die Landeshauptstädter sannen erfolgreich auf Revanche. 10:0 hieß es für den FSV Mainz 05. Nach Auswärtsspielen haben die Akteure des SV Speicher auf dem Nachhauseweg gerne mal im Bus gefeiert. War das nach dieser Klatsche auch der Fall? Nospes muss kurz überlegen: „Ich glaube nicht.“

Foto: TV/Mirko Blahak

SV Speicher - FSV Mainz 05 4:0 (1:0)

SV Speicher: D. Urbatzka, Hoor, Nospes, Herold, Schilling, H. W. Orth, Schmitt, Franke, Wengler, E. Urbatzka, Schneider

Schiedsrichter: Piekort (Olsheim) – Zuschauer: 500

Tore: 1:0 Schmitt (32.), 2:0 Hoor (54.), 3:0 Schmitt (72.), 4:0 E. Urbatzka (88., Foulelfmeter)