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In der DTM wird alles anders, am Ring siegen die Audis

Motorsport : Bald alle Macht für Berger, aber erst einmal siegt Audi

Ab 2021 wird es eine komplett neue DTM geben, in der aktuellen Saison fahren die Ingolstädter allen davon.

Adieu Eifel, adieu DTM: Mit zwei Siegen für Audi in den Rennen Nummer elf und zwölf 2020 hat sich die oft zitierte „Formel 1 mit Dach“ am Sonntag im gewohnten Format vom Nürburgring verabschiedet. Statt Werksteams und Fahrzeuge der Premium-Hersteller wird es nach dem Audi-Rückzug zum Ende der aktuellen Saison in Zukunft professionelle Privatteams mit GT-Fahrzeugen auf einer neuen technischen Basis geben.

Neuer starker Mann und Alleinherrscher der Serie, die weiterhin DTM heißen soll, ist der bisherige ITR-Chef Gerhard Berger. Der Österreicher (60), der am Samstag sein von Audi und BMW abgesegnetes Konzept vorstellte, hat die Zusage der deutschen Autobauer, ihn mit weiterentwickelten eigenen Fahrzeugen (GT-Pro) zu unterstützen. Beide verlassen nach Mercedes (2018) und dem einjährigen Aston-Martin-Gastspiel 2019 nicht nur die Serie, sondern auch deren bisherige Dachorganisation ITR. Dort sitzt der ehemalige Formel-1- Pilot Berger ab 2021 alleine an den Schalthebeln der Macht.

Ob das Berger’sche Konzept, das von vielen Kritikern, wie etwa dem Mainzer DTM-„Denkmal“ Manuel Reuter, sehr skeptisch kommentiert wird, sich allerdings durchsetzen und auch ohne eigene Fahrzeug-DNA das Wohlwollen der Fan-Basis gewinnen wird, steht noch in den Sternen. Motorsportliche Wettbewerbe, ob Rund-, oder Langstrecke, gibt es mit großer Akzeptanz der Besucher. Berger sagte auf einer Pressekonferenz am Samstag am Nürburgring, er habe von mehreren solide aufgestellten Teams bereits „ernstzunehmende Anfragen“ erhalten.

Bei den Rennen Nummer elf und zwölf am Wochenende wurde mit den Siegen der beiden Audi-Piloten Robin Frijns (Samstag) und Nico Müller (Sonntag) erneut die erdrückende Überlegenheit der RS5 Turbo deutlich. Der Schweizer Müller geht mit 242 Punkten vor seinem Abt-Marken- und Teamkollegen Frijns (NL, 224) in die letzten sechs Rennen im belgischen Zolder (9. bis 11. und 16. bis 18. Oktober) sowie in Hockenheim (6. bis 8. November). Bestplatzierter BMW-Pilot im M4 Turbo DTM ist hinter Titelverteidiger René Rast (Audi, 195) der Südafrikaner Sheldon van der Linde (88 Punkte) auf Rang vier. Der Lokalmatador und Meister des Jahres 2013, Mike Rockenfeller (Audi, 87), verabschiedete sich als Sechstplatzierter in der Gesamtwertung von seiner Hausstrecke.

Zum DTM-Finale am Ring hatten sich bei strahlendem Sonnenschein zum zweiten Mal in Folge Fans in der zugelassenen Zahl auf den Tribünen an Start und Ziel der Kurzanbindung (3629 Meter) eingefunden. Bei der „langen Version“ (5148 Meter) eine Woche zuvor waren es noch weniger Besucher unter Corona-Bedingungen am „Ring“ gewesen. Offenbar haben sich viele mit den Umständen abgefunden und machen das Beste daraus.