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In Trier geht ein Europäisches Schulruderzentrum an den Start​

Gelebtes Europa im Ruderboot : In Trier geht ein Europäisches Schulruderzentrum an den Start

Das grenzüberschreitende Projekt ist an den RV Treviris angedockt. Was es damit auf sich hat – und wie es mit dem millionenschweren Neubau eines Trainingszentrums weitergeht, nachdem die Finanzierung auf der Kippe gestanden hatte.

Was lange währt, soll nun endlich gut werden. Nachdem zuletzt die Finanzierung des geplanten neuen Trainingszentrums des RV Treviris Trier an der Luxemburger Straße aufgrund des Auslaufens eines Förderprogramms der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auf der Kippe stand, gibt’s nun gute Nachrichten. Das Projekt, das einen mehrstöckigen Neubau mit Boots-Lagerhalle, Fitness-Areal, Aufenthalts- und Schlafräumen sowie zehn Wohnungen, die der RVT vermieten will, vorsieht, wurde nach Vereinsangaben nun in einem KfW-Nachfolgeprogramm mit einer beträchtlichen Förderung bedacht (siehe Hintergrund).

So kann’s endlich mit dem Abriss des in die Jahre gekommenen und zum Teil baufälligen bisherigen Domizils losgehen. Ab dem 20. Juni sollen die Bagger rollen. Nach dem Abriss muss laut RVT der Kampfmittelräumdienst anrücken, um Kriegs-Altlasten zu entfernen. Danach nehmen erstmal Archäologen das Areal für die Suche nach  römischen Spuren in Beschlag. Während der späteren Bauphase schlägt der RVT unter anderem in zwei Zelten ein Provisorium auf.

Neben der Infrastruktur gilt es für den Ruderverein, in die Nachwuchsgewinnung zu investieren. „Rudern ist ein technisch anspruchsvoller Sport und teuer. In der Spitze erfordert er zudem eine große Disziplin und mentale Härte“, sagt Matthias Woitok, Vorsitzender des RVT. Er gibt die Marschrichtung vor: „Wir wollen und müssen die Jugendarbeit präziser als bislang machen.“

Ein Mosaikstein dabei: die Jugend dort abzuholen, wo sie ist – in den Schulen. Helfen soll dabei das nun aus der Taufe gehobene Europäische Schulruderzentrum (ESRZ), das an den RVT angedockt wird. Woitok: „Es ist ein wichtiger Schritt, Partner mit ins Boot zu nehmen.“

In Trier geht ein Europäisches Schulruderzentrum an den Start​
Foto: TV/Mirko Blahak

Ideengeber und Initiator des ESRZ ist Christian Sirsch, Lehrer an der Europäischen Schule in Luxemburg und RVT-Mitglied. Es ist dessen zweiter Schritt in diesem Bereich: „2015 hatte ich als Lehrer am Gymnasium in Saarburg begonnen, im Rudern Schule und Verein zusammenzubringen. Wir waren sportlich erfolgreich und zum Beispiel mit zwei Achtern beim Bundesfinale des Wettbewerbs ,Jugend trainiert für Olympia‘ – und das mit relativ bescheidenen Mitteln.“

Nachdem Sirsch zwischenzeitlich die Schule gewechselt hat, wurde nun die Idee geboren, ein grenzüberschreitendes Ruder-Projekt an den Start zu bringen. Mit dabei sind die Trierer Gymnasien, das Gymnasium Saarburg sowie aus Luxemburg das Lycée Junglinster und die Europäische Schule.

„Zuerst versuchen wir, die Kinder mal aufs Wasser zu bringen, sodass sie ein Gefühl bekommen, ob ihnen der Sport Spaß macht“, berichtet Sirsch. Bei weiterem Interesse schließt sich spezifisches Training an. Ziel ist, dass sich Schulboote für den Landeswettbewerb ,Jugend trainiert für Olympia‘ qualifizieren – und dort auch gewinnen.

In Trier geht ein Europäisches Schulruderzentrum an den Start​
Foto: TV/Mirko Blahak

Von der Sparkasse Trier gibt’s für das ESRZ eine Anschubfinanzierung in Höhe von 10.000 Euro. Peter Späth, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier, zeigt sich beeindruckt von der Motivation und Tatkraft, die die Verantwortlichen an den Tag legen.

Mit der Eröffnung des ESRZ ist die Taufe eines neuen Vierers einhergegangen. Dazu bekamen die  beim offiziellen Startschuss für das Projekt anwesenden Schulleiterinnen und -leiter Pokale in die Hand, die mit Moselwasser gefüllt waren. Das Boot trägt den Namen ,Europa‘. Das klinge zunächst unspektakulär, treffe aber den Kern, wie Woitok betont: „Gerade in der heutigen Zeit braucht es europäische Initiativen und Offenheit über Grenzen hinweg. Auch dafür steht das neue ESRZ.“