Jahresrückblick 2019: Für Eintracht Trier zählt nur der Aufstieg

Jahresrückblick: Fußball-Oberliga : Eintracht Trier: Nach dem Pokal-Aus zählt nur der Aufstieg

68 Punkte im Kalenderjahr 2019 – kein anderer Verein in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar hat mehr Zähler gesammelt als Eintracht Trier. Kaufen kann sich der SVE dafür aber (erstmal) nichts.

Die Hypothek aus der Vorrunde der Saison 2018/19 war zu hoch, um trotz einer phänomenalen zweiten Hälfte im Frühjahr doch noch in die Aufstiegsrelegation zur Regionalliga zu rutschen. Immerhin: In der aktuellen Spielzeit liegt der SVE als Dritter auf Tuchfühlung zur Spitze.

„Wir haben in diesem Jahr vieles ordentlich und richtig gemacht. Doch darauf können wir uns nicht ausruhen“, sagt Eintracht-Trainer Josef Cinar, der sein Team noch in einem Entwicklungsprozess sieht: „Wir haben inzwischen eine gute Struktur im Spielaufbau mit längeren Ballbesitzphasen. Aber wir müssen noch schneller agieren und vor allem die Effektivität vor dem gegnerischen Tor steigern.“

Die Eintracht ist mit zwei Zielen in die laufende Saison 2019/20 gestartet. Der Regionalliga-Aufstieg ist noch drin, der Gewinn des Rheinlandpokals dagegen nicht mehr. Der SVE ist im Viertelfinale krachend gescheitert (0:2 in Engers). Cinar: „Das wird uns die gesamte Saison über nicht loslassen, damit müssen wir zurechtkommen.“

Angesichts der Pokal-Enttäuschung formuliert Eintracht-Sportvortand Horst Brand (Foto: TV-Archiv) einen deutlichen Appell: „Das Jahr 2019 ist nicht wie erhofft verlaufen. Wir müssen jetzt alles daran setzen, um den Aufstieg zu schaffen. Sollte uns das nicht gelingen, wird alles noch schwieriger. Ziel muss sein, in der Oberliga einen der ersten beiden Plätze zu belegen.“

Coach Cinar sieht den Eintracht-Kader gut besetzt – die meisten Spieler würden auch das Potenzial für die Regionalliga haben. Aber der 35-Jährige stellt auch fest: „Nicht jeder ist eins zu eins zu ersetzen. Es macht sich bemerkbar, wenn Spieler wie Denis Wieszolek, Simon Maurer oder Maurice Roth fehlen.“

Das Zeugnis der Neuzugänge fällt gemischt aus. Milad Salem, Edis Sinanovic und Leonel Brodersen etwa haben die Eintracht spielerisch stärker gemacht, doch ihnen ging zwischenzeitlich die Konstanz abhanden. Noch nicht richtig bei der Eintracht angekommen ist Sanoussy Balde. Anderen Akteuren wie Jonas Amberg, Hendrik Thul, Jens Schneider, Luca Meyer oder Tion Thaler muss eine längere Akklimatisierungsphase zugestanden werden. Ein Problem hierbei benennt Sportvorstand Brand: „Es rächt sich, dass 2015 die zweite Mannschaft abgemeldet wurde. Das war ein Riesenfehler. Die Spieler, die hintendran sind, bräuchten Spielpraxis mindestens in der Bezirksliga.“ Das ist derzeit nicht möglich – Trier hat zwar wieder eine Reserve angemeldet, die muss sich aktuell aber erst von der D-Klasse aus wieder hocharbeiten.

Cinar sieht noch unausgeschöpftes Potenzial im Kader. Gleichzeitig hat er beim Vorstand den Wunsch nach zwei Winterverstärkungen hinterlegt – für die Defensive und die Offensive. Abgänge sind – Stand jetzt – nicht geplant.