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Kai Kinzig, neuer Trainer der MJC Trier und bekannt von den PS-Profis

DJK/MJC Trier : Kai Kinzig – ein Handball-Trainer auf der Überholspur

Mit den Damen der MJC Trier gibt der Trierer in der Rheinlandliga das Tempo vor. Besonders Jüngeren ist er aber vor allem aus einer schon mehrere Jahre zurückliegenden Fernsehsendung bekannt.

Fünf Spiele, fünf Siege – bei den Handball-Frauen der DJK/MJC Trier läuft es in der Rheinlandliga rund. Kein Wunder, dass die MJC als Meisterschaftsfavorit Nummer eins gehandelt wird. Doch es gibt ein Problem: Wegen eines nicht erfüllten Schiedsrichter-Solls des Vereins werden der Damen-Mannschaft am Saisonende drei Punkte abgezogen. Diese Bürde zu kompensieren, wird nicht einfach. „Die Minuspunkte ärgern uns sehr. Und es ärgert uns, dass uns der Verband nicht entgegengekommen ist“, sagt MJC-Trainer Kai Kinzig. Hintergrund: Nach seiner Darstellung resultiert die Bestrafung noch aus der Vor-Corona-Zeit. Belegt mit den Minuspunkten wird immer die Mannschaft eines Vereins, die in der höchsten Klasse spielt. Zum damaligen Zeitpunkt gehörten auch die MJC-Herren wie die Damen der Rheinlandliga an – ergo wäre eine Aufteilung der Minuspunkte möglich gewesen. Nun aber sind die Herren nur noch Verbandsligist – und die MJC-Frauen müssen die komplette Strafe schultern.

Kinzig sagt, dass sein Team da­raus aber Motivation ziehe. „Wir nehmen die Situation kämpferisch an und wollen jedes Spiel gewinnen. Wenn wir am Ende Erster werden, ist das schön. Wenn wir nach einer starken Saison Zweiter oder Dritter werden, feiern wir trotzdem“, sagt der 31-Jährige, der das Traineramt zur neuen Saison von Esther Herrmann, die Franzi Steil ins Trainerteam des Frauen-Zweitligisten TSG Ketsch gefolgt ist, übernommen hat.

Kinzig ist ein MJCler durch und durch. Mit sieben Jahren begann der gebürtige Trierer im Verein mit dem Handballspielen. Er durchlief alle Jugendteams und landete in der ersten Herrenmannschaft, in der er – mit einer studienbedingten Unterbrechung – insgesamt 13 Jahre aktiv war. Berufsbedingt (Kinzig ist Sport- und Sozialkunde-Lehrer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier) und wegen seines vor einem Jahr geborenen Sohns ist er inzwischen ,nur‘ noch als Trainer im Handball aktiv – und das im vierten Jahr. Zunächst coachte der C-Lizenz-Inhaber die zweite Frauen-Mannschaft der MJC, dann das weibliche A-Jugend-Oberliga-Team.

Nun also die erste Damen-Mannschaft. Es ist eine Herausforderung. Einerseits, weil mit der MJC weiterhin unterschwellig die ehemaligen Bundesliga-Miezen assoziiert werden – entsprechend groß sind noch die Aufmerksamkeit und Anspruchshaltung. Und da ist zum anderen die lange Corona-Pause, die den Neustart nicht einfach macht. Kinzig: „Unser größtes Problem ist die fehlende Breite im Kader. Mit Franzi Steil und Anneke Helbrecht haben wir zwei wichtige Spielerinnen verloren. Mit nur neun Feldspielerinnen im Training ist es schwer, methodisch bis zum letzten Schritt zu kommen.“

Dafür läuft’s bislang enorm gut – geschuldet ist die Siegesserie auch der Eingespieltheit des Teams rund um die ,Routiniers‘ Kathrin Irsch, Hannah Sattler und Vivian Steil.

Überraschend: Obwohl Kinzig im Handball schon einige Spuren hinterlassen hat, wird er – vor allem von Jüngeren – heute vornehmlich mit einem Fernsehauftritt in Verbindung gebracht, der bereits acht Jahre zurückliegt. Seinerzeit machte Kinzig als Lehramtsstudent bei der Sport1-Sendung ,Die PS-Profis’ mit, in der zwei Auto-Profis für einen Kunden einen bestimmten Gebrauchtwagen suchen. „Ach ja, das“, seufzt Kinzig, der eigentlich gar kein Auto-Freak ist, sondern sich damals zunächst nur wegen Tipps für einen Gebrauchtwagenkauf per E-Mail an die Redaktion der Sendung gewandt hatte. Aber schwups war er drin in einer Sondersendung zum Thema Golf. Der Ausruf „Bäääm“ wurde zum ,Running-Gag‘ in der Sendung – als Begrüßungsritual zwischen den Auto-Profis und Kinzig. Bis heute hallt dem Trierer der Ausruf entgegen – vornehmlich von Schülern. „Diese ,Jugendsünde‘ von damals wird mich wohl noch fünf bis zehn Jahre begleiten“, sagt Kinzig, hörbar genervt.

Umso wichtiger wird’s, weiter an der Handball-Geschichte zu schreiben. Damit sich anderes versendet. Der graue Golf, den er damals kaufte, ist ohnehin schon lange Geschichte. Inzwischen fährt Kinzig einen familientauglichen Golf-Kombi.