Kaiserslautern zieht nach 2:0-Derbysieg über Mainz in die zweite Runde des DFB-Pokals ein

Fußball : Kaiserslautern zieht nach 2:0-Derbysieg über Mainz in die zweite Runde des DFB-Pokals ein

Der Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat die Sensation geschafft: In der ersten Runde des DFB-Pokals haben die Pfälzer vor 40694 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion den rheinland-pfälzischen Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 mit 2:0 (0:0) besiegt.

Die Treffer für den FCK erzielten nach einer emotionalen Partie Manfred Starke per Foulelfmeter (63.) und Florian Pick nach einem Konter (90.). Der Erfolg ist laut FCK-Trainer Sascha Hildmann „Balsam auf die Fan-Seele“.

Prächtige Stimmung beim Rheinland-Pfalz-Derby im Fritz-Walter-Stadion: Zum ersten Mal seit 2012 stehen sich der 1. FC Kaiserslautern und der Bundesligist FSV Mainz 05 wieder in einem Pflichtspiel gegenüber – und die Massen sind elektrisiert. Schon 90 Minuten vor dem Anpfiff strömen die knapp 41.000 Fans beider Lager auf den Betzenberg, rund 6000 Mainzer Anhänger haben sich auf den Weg gemacht. Endlich mal wieder ein Fußball-Festtag für die Pfälzer, deren Alltag sich sonst in der 3. Liga abspielt.

Und die Gastgeber finden gut in die Partie, besitzen durch Thiele auch die erste Gelegenheit: Sein Volleyschuss geht aber weit über das Tor. Danach dominieren zunächst die Mainzer das Geschehen, insbesondere der agile Quaison zeigt seine Gefährlichkeit. Er scheitert jedoch zweimal am aufmerksamen und gut reagierenden FCK-Torhüter Grill (6., 8.), ehe er in der 13. Minute aus 17 Metern ganz knapp über das Tor schießt. Auch in der 18. Minute hat der Mainzer die Führung für die Gäste auf dem Fuß, die Flanke von Aaron setzt er jedoch neben das FCK-Tor.Eine Kopfballchance für Thiele (27.), der allerdings den Ball nicht richtig trifft, ist dann wie ein Weckruf für die Lauterer.

Die Gastgeber kommen nun immer besser in die Zweikämpfe, sind eng am Gegner – und der Funke springt auf die eigenen Anhänger über. Kampfbetontes, mutiges Spiel – das wollen die FCK-Fans von ihrer Mannschaft sehen, und das bekommen sie nun auch geboten. In der 43. Minute fällt fast die Führung für die Pfälzer, aber Baku rettet in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Thiele. Somit bleiben die ersten 45 Minuten torlos – die Mainzer spielen zwar nicht überheblich, lassen aber die Zielstrebigkeit und Präzision im Abschluss vermissen.Nach der Pause übernimmt zunächst wieder der Bundesligist das Kommando. Die beste Chance besitzt Onisiwo in der 57. Minute nach einem Tänzchen durch die FCK-Abwehr, sein Schuss landet aber nur am Außennetz. Nach einer guten Stunde dann die Schlüsselszene der Partie: Bei einem Konter überläuft der schnelle Timmy Thiele den Mainzer Abwehrspieler Stefan Bell, der zupft ihn an der Schulter, Thiele will schießen – und es kommt zum Kontakt an den Füßen, Thiele fällt. Schiedsrichter Felix Zwayer zögert keine Sekunde und zeigt auf den Punkt: Elfmeter! Lauterns Neuzugang Manfred Starke schnappt sich den Ball, schießt – und der 28-Jährige hat ganz viel Glück: Der Mainzer Torwart Florian Müller ist in der richtigen Ecke und am Ball, dieser kullert aber ganz langsam in die andere Ecke und über die Torlinie. 1:0 für den FCK in der 63. Minute!

Die Lauterer Fans sind aus dem Häuschen, nun ist die Pokal-Sensation zum Greifen nahe.Die letzte halbe Stunde wird überwiegend zur Abwehrschlacht: Mainz drängt auf den Ausgleich, klare Chancen gibt es aber kaum. In der 71. Minute zieht Onisiwo ab, aber Grill packt sicher zu – kein Problem für den FCK-Torhüter, der noch beim 2:3 in Münster nach starker Leistung entscheidend gepatzt hatte.

Mit Glück und Geschick überstehen die Lauterer auch die Mainzer Schlussoffensive und setzen in der 90. Minute sogar noch zum Konter an: Den langen Befreiungsschlag bringt der eingewechselte Neuzugang Simon Skarlatidis unter Kontrolle, legt ab auf den Wittlicher Florian Pick, der zum Tor zieht und den Ball flach an Müller vorbei zum 2:0 ins Tor schiebt.Die enttäuschten Mainzer Fans werfen nun brennende Bengalos aufs Spielfeld, während die Lauterer Anhänger völlig ausflippen und „Auf Wiedersehen“ skandieren sowie „Die Nummer eins im Land sind wir!“. Zumindest an diesem Pokal-Nachmittag, denn in der fünfminütigen Nachspielzeit passiert nicht mehr viel bis auf einen Pfostenschuss der Gäste.

Kaiserslautern steht in Runde zwei und darf sich über eine Einnahme von 351.000 Euro freuen. Doch das ist an diesem Tag eine Randnotiz, die Freude über den sportlichen Erfolg und die Emotionen der Fans stehen im Vordergrund. Torschütze Pick kann es direkt nach der Partie gar nicht fassen: „Das ist Unfassbar heute. Wenn ich überhaupt schlafen kann, wird es sehr spät.“

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