Kampfsporttitel ohne Verletzungsrisiko vergeben

Traben-Trarbach : Kampfsporttitel ohne Verletzungsrisiko vergeben

Der VfL Traben-Trarbach erwartet am 16. Februar rund 350 Wettkämpfer zu bei den rheinland-pfälzischen Karate-Meisterschaften.

Patrice Langer, Traben-Trarbachs Stadtbürgermeister und Geschäftsführer des VfL Traben-Trarbach in Personalunion ist froh: Die Karate-Rheinland-Pfalz-Meisterschaften am 16. Februar wird Traben-Trarbach eine Werbung, für den Ausrichterverein aber auch eine große Herausforderung. Die Landestitelkämpfe werden wohl die größte Hallensportveranstaltung in diesem Jahr in der Stadt. „Unser Verein erwartet zirka 350 Wettkämpfer und etwa 100 Besucher“, erzählten VfL-Karate-Abteilungsleiter Markus Pieper und Robin Derbeck.

Ab 8.30 Uhr wird also jede Menge los sein in der Sporthalle des Schulzentrums in Traben. Bei den offen ausgeschriebenen Landesmeisterschaften geht es in den Altersklassen Jugend (U16, Jahrgänge 2004/05), Junioren U18 (Jahrgänge 2002/03) und U21 (1999-2001), der Leistungs- und der Mastersklasse (über 30 Jahre) um Titel. Offen bedeutet, dass auch Nicht-Rheinland-Pfälzer dabei sein können. „Oftmals starten auch Wettkämpfer aus Luxemburg, Frankreich, Belgien oder den Niederlanden und nutzen dies als Vorbereitung für deren Meisterschaften“, erklären Pieper und Derbeck.

Durch die mehrfache Europa- und Weltmeisterschafts-Teilnehmerin Nina Fell ist der VfL Traben-Trarbach im paralympischen Sport der Menschen mit Beeinträchtigung bekannt. Es wundert deshalb nicht, dass auch die rheinland-pfälzischen Titelkämpfe für Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung an der Mosel ausgetragen werden. „Aus unserem Verein selbst werden Wettkämpfer mit geistigen und psychischen Behinderungen starten“, freut sich Pieper.

Im Gegensatz zu den übrigen Wettkämpfern starten die Para-Sportler nur in der Disziplin Kata. Das bedeutet, dass eine Abfolge genau festgelegter Angriffs- und Abwehrtechniken gegen einen imaginären Gegner durchgeführt werden muss. „Man unterscheidet rund 50 verschiedene Katas, deren Ästhetik im Einklang von Kampfgeist, Dynamik und Rhythmik liegen“, erzählt Derbeck.

Die Disziplin Kumite ist der klassische Freikampf, bei dem sich zwei Karateka gegenüber stehen und versuchen durch Schlag-, Tritt- und Wurftechniken möglichst viele Punkte zu erzielen. Ein ärztliches Attest ist für jeden Starter obligatorisch. Außerdem sind Faust- und Fußschützer, Schienbeinschoner, Zahnschutz, Tiefschutz bei den Männern und Brustschutz bei den Frauen Pflicht. „Die Wettkampfregularien sind so gehalten, dass Verletzungen der Kampfpartner ausgeschlossen sind. Wer dem nicht nachkommt, wird verwarnt und kann disqualifiziert werden“, nehmen Pieper und Derbeck die Angst vor Verletzungen.

Rund 30 Wettkampfrichter sollen dafür sorgen, dass alle Regeln eingehalten werden. Diese werden vom rheinland-pfälzischen Karate-Verband gestellt und kommen auch aus den angrenzenden Bundesländern. Der VfL Traben-Trarbach muss mit seinen etwa 50 Helfern vor allem für die nötigen Rahmenbedingungen, von Auf- und Abbau, über die Beschallung und andere technische Arbeiten bis hin zur Bewirtung kümmern.

Eröffnet werden die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften am 16. Februar um 8.30 Uhr durch die Landtagsabgeordnete Bettina Brück, die die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Siegerehrungen sind gegen 17 Uhr geplant. Pieper und Derbeck versprechen, dass es ein kurzweiliger Acht-Stunden-Tag mit viel Action wird.

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