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TV-Serie Spochtipedia
Schiedsrichterwart Schmitt: „Schach auf 2,43 Metern Netzhöhe“

Pfeift bis hinauf zur Dritten Liga und leitet das Schiriwesen im Rheinland: Klaus Schmitt aus Longuich. Foto: privat
Pfeift bis hinauf zur Dritten Liga und leitet das Schiriwesen im Rheinland: Klaus Schmitt aus Longuich. Foto: privat FOTO: privat
Longuich. Klaus Schmitt leitet Spiele bis zur Dritten Liga und ist Verbands-Schiedsrichterwart. Der Insider verrät, was ihn am Volleyball so reizt und nennt die Probleme des Volleyballs in der Region. Von Andreas Arens
Andreas Arens

Kreissport-Mitarbeiter beim Trierischen Volksfreund

Zur Schiedsrichterei kam Klaus Schmitt eher zufällig: „Die Spieltage wurden und werden ja meist als Dreierturniere ausgetragen. Da ist es üblich, dass die jeweils pausierende Mannschaft die Schiedsrichter stellt. 1991 ging es so bei mir los.“ Inzwischen ist der 56-Jährige auch als Schiedsrichterwart des Volleyballverbandes Rheinland für die Aus- und Weiterbildung der Unparteiischen zuständig – und selbst bis hinauf zur Dritten Liga im Einsatz, um den ordnungsgemäßen Ablauf der Spiele zu überwachen. „Primär geht es darum, technische Fehler zu ahnden und zu schauen, dass ein vernünftiges Spiel zustande kommt“, sagt Schmitt, früher selbst Volleyball-Aktiver in Kenn und später dann bei der TG Konz, bei der Kolpingsfamilie Schweich und lange Zeit beim TV Ehrang, dem er auch heute noch angehört.

Aufpassen muss ein Referee unter anderem, ob ein Ball den Boden berührt, eine Mannschaft den Ball mehr als dreimal in den eigenen Reihen führt, ein Akteur das Spielgerät hält, statt es zu schlagen oder aber mit dem Netz in Kontakt kommt.

„Ein früherer Lehrer von mir hat mal gesagt, Volleyball sei wie Schach – nur auf 2,43 Metern Netzhöhe.“ Schmitt schätzt vor allem die strategische Ausprägung des Spiels, das er als „sehr fair“ einstuft – und das sowohl vom Verhalten der Akteure auf dem 18 Meter langen und neun Meter breiten Feld, als auch auf den Rängen.

Veränderungen hätten immer wieder Positives bewirkt und Schwung in die Sportart gebracht, merkt Schmitt an. Einschneidend und attraktivitätssteigernd war aus seiner Sicht gerade das vor knapp 20 Jahren eingeführte Rally-Point-System: „Davor war es möglich, dass es noch nach einer halben Stunde 0:0 steht. Früher konnte nur die aufschlagende Mannschaft einen Punkt erzielen. Begeht die aufschlagende Mannschaft seit 1999 einen Fehler, erhält das andere Team aber sowohl einen Punkt als auch das Aufschlagsrecht.“ Gerade der Volleyball im Rheinland durchlebt eine schwierige Phase. „Die Zahl der Aktiven ist innerhalb weniger Jahre von über 12 500 auf unter 9000 zurückgegangen“, berichtet Schmitt. Ein spezielles Problem für den Volleyball ist an den Schulen zu finden: Die Fachausbildung für angehende Sportlehrer ist nicht mehr verpflichtend, und so wird Volleyball oft kaum noch unterrichtet. Somit kommen junge Menschen – ab zwölf Jahren ist laut Schmitt ein Einstieg ratsam – erst gar nicht mehr mit dieser Sportart in Verbindung.

Immer weniger Mannschaften fordern Teams aus der Region zudem immer weitere Wege ab, um die Auswärtsbegegnungen zu absolvieren; die Mehrzahl der Rheinland-Volleyballvereine ist im Koblenzer Raum ansässig. Die Eh­ranger Frauen spielten einst in der damals drittklassigen Regionalliga. In der vorletzten Saison war der SV Haag immerhin noch Oberligist, zog sein Team dann aber zurück. In der Rheinland-Pfalz-Liga sind die Damen aus Wengerohr und die Männer der TG Konz momentan noch am Start und bilden damit die regionalen Volleyball-Aushängeschilder.

Die Grenznähe zu Luxemburg macht Schmitt unterdessen als hiesiges Handicap aus: „Qualifizierte Trainer und gute Spieler werden oft von Clubs aus dem Großherzogtum abgeworben.“