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Klausen: Dennis Zenz und der Ruf der Wüste

HA‘IL/KLAUSEN : Dennis und die Dakar: Die Wüste ruft

Der Klausener Rallyeprofi bestreitet sein zweites großes Offroad-Abenteuer – im Team mit einem 19-jährigen Supertalent aus den USA.

Nach einer geglückten Premiere in den beiden ersten Wochen dieses Jahres bestreitet Rallyesportler Dennis Zenz aus Klausen (Kreis Bernkastel-Wittlich) ab dem kommenden Sonntag (2. Januar) seine zweite Rallye Dakar. Die 44. Auflage der „Mutter aller Wüstenrallys“ sieht den 31-Jährigen erneut als Navigator und heimlichen Kopf im Duo mit dem erst 19-jährigen US-Supertalent Seth Quintero.

Beide gehören vom 1. bis 14. Januar auch wieder dem Red-Bull-Junior-Team an, bei dem junge Motorsportler von dem österreichischen Brausehersteller besonders gefördert werden. Die „Dakar“ endet im kommenden Jahr am 14. Januar in Dschidda (Saudi-Arabien). Der TV sprach vor der Abreise an den Golf mit dem Rallyeprofi aus dem Wallfahrtsort.

Als andere zu Hause Weihnachten feierten, ging es für Zenz ans Kofferpacken und dann in den Flieger nach Saudi-Arabien. „Die letzten Tage und Wochen waren sehr intensiv“, berichtete der Klausener Motorsportler: „Wir sind zur Vorbereitung auf die Dakar zwei Tests in Abu Dhabi und in Marokko gefahren. In beiden Fällen konnten wir Etappen unserer Kategorie T3 und Light Wright Vehicle gewinnen.“ Körperlich gehe er topfit in sein zweites 14-tägiges Wüstenabenteuer. „Jeden Tag bis vier Stunden Kraft und Ausdauer sind Voraussetzung, um die körperlichen Strapazen einer Rallye über fast 8000 Kilometer in zwei Wochen in der Wüste zu überstehen und dabei auch noch Höchstleistung zu bringen.“

Quintero und Zenz fahren wie schon 2021 einen OT3 Offroad-Buggy, den Dakar-Sieger Nasser Al Attiyah gemeinsam mit seinem Co-Driver Mathieu Baumel entwickelt und auch als erstes Duo getestet hat. Der OT3 by Overdrive ist ein leistungsstarkes Leichtgewicht, das für die härtesten Einsätze konzipiert ist. Der sogenannte SxS-Buggy ist eine besondere Form von Offroad-Buggys. Die Kraft wird über ein Sechsgang-Getriebe, das an einen Turbomotor gekoppelt ist, übertragen. Das Aggregat hat 1000 cm³ Hubraum und leistet 177 PS bei 290 Newtonmetern.

Die Karosserie besteht ausschließlich aus Kohlefasern und Kevlar, was viel Gewichtseinsparung und damit beeindruckende Leistungsdaten und Fahreigenschaften bringt. Der Buggy wiegt lediglich 890 Kilogramm. Damit ist das Fahrzeug der erste Hochleistungsprototyp, der in dieser Klasse speziell für Offroad-Rennen geschaffen wurde.

Zenz und Quintero dürfen sich dabei über ein verbessertes Auto freuen: „Wir haben ein neues Getriebe, die Differentiale sind angepasst, auch die Motorleistung wurde noch einmal erhöht. Mit 135 km/h dürfen wir dieses Mal auch fünf km/h mehr top Speed fahren als 2021. Wir sind sehr zuversichtlich und freuen uns sehr auf die neue Ausgabe“, blickt Zenz der Aufgabe mit Zuversicht entgegen.

Seine Einschätzung der „Dakar 2022“ vor dem Abflug war zwiegespalten: „Auf dem Papier sehen die einzelnen Etappen in Summe etwas kürzer aus im Vergleich zur letzten Ausgabe. Wir sind uns aber sicher, dass es eine sehr herausfordernde Offroad-Rallye werden wird. Wir werden wohl mehr auf Sand und in den Dünen unterwegs sein als im Vorjahr. Es wird definitiv sehr spannend, aber wir sind technisch und körperlich bestens gerüstet.“ Das Ziel könne bei einer solchen Challenge als Erstes nur heißen: „Ankommen und dann sehen, was unter den gegebenen Umständen machbar ist.“