König reißt FCK aus allen Träumen

Fußball : König reißt FCK aus allen Träumen

Ex-FCKler trifft in der Nachspielzeit zum 1:1 für Zwickau. Sternberg verschießt Elfer.

Der 1. FC Kaiserslautern hat es nicht geschafft, den Derby-Sieg in Karlsruhe zu vergolden: Im Heimspiel gegen den FSV Zwickau verpasste der Drittligist den zweiten Sieg in Serie und den Sprung auf Tabellenplatz sieben. Die 1:0-Führung durch Christian Kühlwetter (23. Minute) egalisierte in der zweiten Minute der Nachspielzeit ausgerechnet der ehemalige Lauterer U23-Spieler Ronny König.

„Das tut weh, sauweh. Das Ergebnis passt heute einfach nicht!“ Kaiserslauterns Trainer Sascha Hildmann ist nach dem bitteren Gegentreffer in der Nachspielzeit so richtig „enttäuscht und genervt. Unser großer Fehler war, dass wir das zweite Tor nicht nachgelegt haben. Wir müssen das Spiel vorher entscheiden, wir sind selbst schuld.“ Hildmann trauert der vergebenen Chance nach, noch einmal Euphorie in der Mannschaft, im Verein und bei den Fans zu entfachen und zumindest Platz drei anzugreifen. „Aber es bringt nichts, es geht weiter.“

Auch die Spieler waren tief enttäuscht. Der 20-jährige Torhüter Lennart Grill, der vor dem Gegentor durch König den Ball nach vorne abprallen ließ, nahm den Ausgleich auf seine Kappe: „Ich muss den Ball nur fangen, dann passiert gar nichts.“ So war der 35-jährige König zur Stelle und traf seinen Ex-Verein mitten ins Herz: „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man überhaupt trifft, nicht nur gegen Lautern. Das Tor war wichtig, es war der Ausgleich.“

Die Vorentscheidung hatte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte Janek Sternberg auf dem Fuß, doch er scheiterte am stark reagierenden Zwickauer Torhüter Johannes Brinkies, der auch den Nachschuss von Löhmannsröben parierte. Kevin Kraus war am Fünfmeterraum zu Boden gezogen worden. Zu diesem Zeitpunkt führten die Lauterer durch die erste gelungene Offensivaktion in der 23. Minute mit 1:0: Der stark spielende Jonjic legte auf der rechten Seite flach durch auf Schad, der in die Mitte zu Stürmer Kühlwetter passte – und dieser hatte keine Mühe, aus kurzer Entfernung die Führung für die Pfälzer zu erzielen. Erste Torchance, erster Torschuss, und dann gleich die Führung – die defensiv gut organisierten Lauterer zeigten sich äußerst effektiv.

In der zweiten Halbzeit steigerten sich die Gastgeber, nutzten aber ihre Chancen nicht. Jonjic traf nach einem schönen Solo über die rechte Seite nur das rechte Toreck (58.), und Kühlwetter traf einmal das Außennetz (61.) und einmal den Außenpfosten (69.) nach schöner Vorarbeit des eingewechselten Timmy Thiele. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich vergab für Zwickau der eingewechselte Amerikaner Orrin Gaines II, dessen Schlenzer aus etwa 20 Metern nur knapp am Tor vorbeiging (65.).

Ansonsten war von den Sachsen nicht viel zu sehen – bis zur zweiten Minute der Nachspielzeit. Dann traf Ronny König zum 1:1 – und die 19 545 Zuschauer im Fritz-Walter-Stadion konnten es nicht fassen. „Das fühlt sich an wie eine Niederlage“, sagte Elfmeterschütze Sternberg, „aber wir können auch mal ein 1:0 über die Zeit retten, dann redet kein Mensch mehr über den verschossenen Elfmeter“.