1. Sport
  2. Sport aus der Region

Kommentar zum Aufstiegsstreit von Eintracht Trier: Unwürdiges Schauspiel

Kommentar zum Aufstiegsstreit von Eintracht Trier : Unwürdiges Schauspiel

Das elend lange Verfahren ist ein Beleg dafür, wie Sportgerichtsbarkeit nicht funktionieren sollte.

Man kann im Fall von Eintracht Trier trefflich darüber streiten, ob ein Verein, der gerade mal acht Saisonspiele absolviert hat, aufsteigen darf. Man kann dagegen argumentieren. Man kann aber auch zur Kenntnis nehmen, dass in vergleichbaren Fällen andernorts Aufstiege ermöglicht wurden (Viktoria Berlin, TSV Havelse – beide Clubs durften hoch in die 3. Fußball-Liga).

Worüber es keine zwei Meinungen geben kann, ist die berechtigte Kritik der Eintracht an dem elend langen Verfahren. Warum die Frage „Aufstieg – ja oder nein?“ auch nach drei Monaten nicht geklärt werden konnte, bleibt schleierhaft – und nährt den Verdacht, dass bewusst auf Zeit gespielt worden ist.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die der Eintracht entstandenen Kosten, mit denen in der Oberliga locker ein sehr guter Spieler für eine gesamte Saison hätte finanziert werden können.

Prozesskosten als nicht zu nehmende Hürde für potenzielle Kläger sind allgemein im Sport ein Thema. So läuft beispielsweise schon länger die Diskussion über ein Prozesskostenhilfeverfahren mit Blick auf die Sportgerichtsbarkeit beim Internationalen Sportgerichtshof CAS – um Sportlern ohne ausreichende finanzielle Mittel den Zugang zu ermöglichen.

Sollte die Eintracht auf anderer Ebene bei diesem Kosten-Thema einen Denkanstoß leisten können, wäre im Nachgang zum unwürdigen Schauspiel der vergangenen Wochen wenigstens etwas erreicht worden. Und den Rest muss die Mannschaft eben in dieser Saison regeln – auf dem Platz.

m.blahak@volksfreund.de