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KONNICHIWA! Die Olympia-Kolumne: Wenn Austern für Probleme sorgen

KONNICHIWA! DIE OLYMPIA-KOLUMNE : Wenn Austern für Probleme sorgen

Als der Trierer Richard Schmidt am Samstag mit dem Deutschland-Achter als Vorlaufsieger ins Finale einzog, waren zwar keine Zuschauer an der Strecke, aber viele ungebetene und schmackhafte Gäste waren zuvor im Wasser gesichtet worden.

Bereits bei einem Testwettbewerb auf dem Sea Forest Waterway gleich außerhalb von Tokio hatte man Probleme mit den insgesamt 420 jeweils zwölf Meter langen Plastikflößen entdeckt, die dafür sorgen sollen, den starken Wellengang zu dämpfen – damit die Ruderboote ruhiger auf dem Wasser liegen. Immer mehr dieser Schwimmer waren ganz oder teilweise untergegangen – und bei einer Untersuchung fand man den Grund unter Wasser. An den Flößen hatten sich edle Magaki-Austern angedockt, die dort aufgrund des Salzgehalts des Wassers und des Planktonvorkommens bestens lebten. Und es waren nicht nur ein paar Austern, sondern gleich 14 Tonnen.

Die Olympia-Organisatoren mussten einschreiten, gaben umgerechnet insgesamt 1,3 Millionen Euro zur Austernbekämpfung aus, tauschten die Schwimmer und Flöße aus. Wer nun denkt, mit 14 Tonnen edler Austern könnte man das Ganze refinanzieren, irrt, denn die Schalentiere wurden an anderer Stelle wieder ins Meer geworfen, obwohl sie gerade im Winter unglaublich beliebt bei den Japanern sind. Zudem wolle man nicht als Austernzüchter in die Olympiageschichte eingehen.

„Das war eine echte Plage“, sagte ein Offizieller vergangene Woche. Aber nach mehreren Monaten – und nachdem man die Flöße am Ufer gelagert hatte, um neuerliche Austernansammlungen zu verhindern, war man dem Problem Herr geworden.

TV-Mitarbeiter Björn Pazen arbeitet als Medienchef des Olympischen Handballturniers in Tokio. Während der Spiele schildert er seine Eindrücke in der Kolumne „Konnichiwa“ („Hallo“).