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Kooperation Eintracht Trier - FC Trier: Aus Rivalen sollen Partner werden

Überraschende Kooperation : Eintracht Trier und FC Trier: Aus Rivalen sollen Partner werden

Jugend-Fußball: Niki Wagner, Gründer des FC Trier, wird neuer Projektleiter bei Eintracht Trier. Gleichzeitig ist Andreas Schäfer nach nur 20 Monaten im Amt nicht mehr sportlicher Leiter Jugend beim SVE.

Diese Personalrochaden im Jugendbereich von Eintracht Trier rufen zwei unterschiedliche Reaktionen hervor. Die eine: personelle Kontinuität im Nachwuchsbereich des SVE bleibt weiterhin ein schwieriges Unterfangen. Die andere: Der Club forciert die Professionalisierung, um auf dem Weg zu einer mittelfristigen Anerkennung als Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) entscheidende Schritte nach vorne zu machen.

„In drei bis fünf Jahren“, sagt Eintracht-Vorstandsmitglied Ingo Berens, sollen beim SVE die Grundlagen zur Schaffung eines NLZ gegeben sein. Projektleiter für die dafür notwendige weitere Professionalisierung im Jugendbereich wird ab sofort Niki Wagner (Foto: TV-Archiv). Der 44-jährige Ex-Eintracht-Spieler und -SVE-Jugendtrainer kommt vom FC Trier, den er 2016 gegründet hat und mit dem die Eintracht nach eigenen Angaben fortan von der C-Jugend an abwärts kooperieren wird. Andreas Schäfer, der Ende Mai 2020 den Job als Sportlicher Leiter Jugend beim SVE übernommen hatte, verlässt den Club – „sehr zu unserem Bedauern“, wie Ingo Berens betont. Kommissarisch übernehmen SVE-Jugend-Vorstand Roman Gottschalk, Marcel Lorenz und Geschäftsstellenleiter Björn Berens dessen Position.

Die Zusammenarbeit zwischen dem FC und dem SVE beginnt in Kürze in der U 15 – dort soll eine gemeinsame Trainingsgruppe gebildet werden. Neuer U-15-Coach beim SVE wird Christian Esch – er löst Enis Davran ab, von dem sich die Eintracht eigenen Angaben zufolge aus sportlichen Gründen sowie „wegen einer Nicht-Erfüllung einer Corona-Vorgabe“ getrennt hat.

Schäfer hätte bei der Eintracht gerne weitergemacht, doch für ihn kommt eine Fortführung der Arbeit in einer personellen Konstellation mit Wagner nach eigenem Bekunden nicht infrage.

Dass der FC Trier und die Eintracht künftig zusammenarbeiten, kommt unerwartet. Schließlich verfolgen beide Vereine im Nachwuchs ambitionierte Ziele – und es existiert eine gewisse Rivalität. So heißt es auf der Internetseite des FC: „Der FC Trier hat das Ziel, sich in der Großregion Trier als führender Ausbildungsverein im Leistungsbereich zu etablieren.“

Für Wagner, der parallel zu seinen Aufgaben beim FC Trier in den vergangenen Jahren Coach in Ettelbrück, bei der SG Ehrang/Pfalzel und bei Avenir Beggen war,  ist die Kooperation nun kein Widerspruch: „Es gab immer wieder mal Gespräche. Wir sind uns sicher, dass die nun erfolgte Entscheidung den Fußballstandort Trier in der Nachwuchsförderung massiv aufwerten wird.“

Wagners Job als Projektleiter beim SVE, den er perspektivisch im Hauptamt ausführen soll, besteht darin, inhaltlich und auf dem Feld der Infrastruktur die Anforderungen an einen professionell aufgestellten Jugendbereich sukzessive zu erfüllen. Helfen soll dabei die Kooperation zwischen FC und SVE. Laut Eintracht laufen beide Vereine bis zur U 15 wie bisher parallel. Im Leistungsbereich sollen dann die talentiertesten Spieler aus beiden Clubs für den SVE auflaufen. Ingo Berens: „Durch die Zusammenarbeit stellen wir uns breiter auf. Wir können dadurch mehr Jugendliche ausbilden und so auch mehr Talente nachhaltig fördern.“

Eine Herausforderung bleibt die ausreichende Bereitstellung von Trainingsflächen. „Wir benötigen mehr Platzkapazitäten“, sagt SVE-Vorstandssprecher Alfons Jochem. Deshalb soll daran gearbeitet werden, den Hartplatz hinter der Moselstadion-Gegengerade auf Sicht in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln. Jochem: „Wir wollen uns bei diesem Thema sehr produktiv einbringen und in Gesprächen mit der Stadt versuchen, Möglichkeiten der Umsetzung aufzuzeigen.“