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Lieber Nachwuchs trainieren, als selbst spielen

Ehrenamt : Lieber die Jugend trainieren als selbst spielen

Janik Füllmann von der DJK Morscheid ist im Fußballkreis Mosel der Sieger im DFB-Wettbewerb „Fußballhelden – Aktion junges Ehrenamt“. Der 26-Jährige gibt der Nachwuchsförderung den Vorrang gegenüber seinen eigenen sportlichen Ambitionen.

Der Liebe wegen kam Janik Füllmann vor wenigen Jahren aus Breitenthal bei Herrstein im Kreis Birkenfeld in die Einheitsgemeinde Morbach. „Mit dem Fußball hatte ich durch den Umzug erst einmal aufgehört“, berichtet der 26-Jährige. Gerade als er an seinem neuen Wohnort wieder anfangen wollte in einer Mannschaft zu kicken, half er aber auch seinem Freund Christian Anton beim Training der D-Juniorinnen der DJK Morscheid aus. Zur neuen Saison 2020/21 übernahm das Duo auch die C-Juniorinnen. Da war ihm klar: „Selbst spielen und trainieren, das bekommt man zeitlich nicht zusammen.“

Die DJK Morscheid hat dadurch zwar vielleicht einen Aktiven weniger, aber Füllmanns Entscheidung gilt als Glücksfall, gerade angesichts der schweren Situation in der Corona-Zeit. Als vor gut einem Jahr der Trainingsbetrieb wieder eingestellt werden musste, sorgten Füllmann und Anton dafür, dass die jungen Fußballspielerinnen dem Sport nicht verloren gingen. „Wir haben bei anderen gesehen, dass sie Videos mit Trainingsübungen gedreht haben und uns gesagt: coole Idee. Das machen wir auch, damit die Mädchen am Ball bleiben“, erzählt Füllmann.

Alleine statt mit der Mannschaft stand Füllmann etliche Male auf dem Fußballplatz, dribbelte um Hütchen, demonstrierte Passübungen mit einer Hauswand als Bande, machte Zielschießen auf Kartons, aber auch Fitnessübungen. Beim Übungsleiterteam sorgte zuweilen eine ungewollte Slapstick-Einlage für gute Laune, wenn sie etwa auf Video festhielten, wie ein Trainer beim Dribbeln über ein Hütchen stolperte. Es gab aber auch unerwartete Aha-Situationen – beispielsweise, als ein Mädchen beim Unterarmstütz die Vorgabe von einer Minute locker um das Doppelte übertraf.

Die Videos seien gut angenommen worden, zeigt sich Füllmann zufrieden: „Die Rückmeldung war: Es macht Spaß.“ Nahezu alle Spielerinnen konnten dem Verein durch das virtuelle Trainingsangebot erhalten bleiben. Das liege wohl auch daran, dass die meisten Mädchen die gleiche Schulklasse besuchten und es dadurch eine große Bindung untereinander gebe, gibt sich Füllmann über seinen Anteil bescheiden. Fakt ist: Nur eine Spielerin habe man verloren, aber ansonsten einen großen Zulauf. Dieser ist so groß, dass man dringend weitere Unterstützung für den Trainingsbetrieb brauche: „Wir suchen händeringend noch zwei Trainer.“ Natürlich primär fürs Training auf dem Sportplatz statt für Videoeinheiten. Denn auch für Füllmann ist klar, dass virtuelle Einheiten das gemeinsame Training nicht ersetzen können. „Sobald wir wieder mit dem Training anfangen durften, haben wir auch zugesehen, dass wir alle auf dem Sportplatz zusammen kamen“, erzählt er.

Dass Füllmann und nicht auch sein fleißiger Mitstreiter Christian Anton vom geschäftsführenden Vorstand des Fußballkreises Mosel unter Vorsitz von Walter Kirsten als Kreissieger im Wettbewerb „Fußballhelden – Aktion junges Ehrenamt“ ausgewählt wurde, hat einen einfachen Grund: Die Auszeichnung richtet sich an Kinder- und Jugendtrainer im Alter von 18 bis 30 Jahren. Christian Anton hat die Altersgrenze knapp überschritten.