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Live dabei: Selia und Marec Caspary aus Hilscheid beim Spiel Frankreich - Deutschland

Hunsrücker bei der Fußball-EM in München : Große Fahne, großes Erlebnis

Wie Selia und Marec Caspary aus Hilscheid im Hunsrück das EM-Spiel Frankreich gegen Deutschland live in der Münchner Arena erlebten.

Da hat der Papa nicht schlecht gestaunt, als seine Tochter mit der freudigen Nachricht um die Ecke kam. Selia Caspary, Rheinland-Pfalz-Meisterin im Gerätturnen, hatte bei einem Gewinnspiel mitgemacht und dabei zwei Eintrittskarten für das Fußball-EM-Spiel Frankreich gegen Deutschland in München ergattert.

Am Spieltag fuhren Vater Marec und Selia von ihrem Wohnort Hilscheid (Kreis Bernkastel-Wittlich) aus los gen Süden. In Wadern machten sie morgens einen Corona-Test, der negativ ausfiel – so war der Weg frei in die Münchner Arena. „Die Organisation vor Ort war top. Es gab verschiedene Checkpoints, an denen ohne Zeitverlust via App die negativen Testergebnisse erfasst wurden und wir die nötigen Armbändchen ausgehändigt bekamen“, berichtet Marec Caspary, der Geschäftsführer des FC Hilscheid ist. Im Stadion mussten FFP2-Masken getragen werden. „In den Warteschlangen an den Essensständen haben Ordner genau darauf geachtet, dass jeder eine Maske trug. Auf den Tribünen hat das dann aber nicht mehr so sehr interessiert“, berichtet der 44-Jährige, der die Partie mit seiner Tochter im Block 216 im Mittelrang der Arena verfolgte. Mit dabei: eine große Fahne der SG Gielert/Hilscheid.

Erst später hat das Duo die Hintergründe des Zwischenfalls kurz vor dem Anpfiff erfahren, als ein Umwelt-Aktivist mit einem Motorschirm-Flieger auf dem Rasen (not-)landete. Caspary: „Wir dachten zunächst, das gehört zum Vorprogramm, und der Flieger bringt den Spielball ins Stadion. Zum Glück gab es keine Schwerverletzten.“

Von der Atmosphäre während der Partie schwärmt der Fan des Hamburger SV auch noch einen Tag danach: „Auch wenn nur 13 000 Fans da waren, hat es sich richtig gut angefühlt. Es war ein Super-Erlebnis.“ Angetan war er auch vom freundschaftlichen Verhalten der Fan-Gruppen: „Es war klasse, wie Deutsche und Franzosen nach dem Spiel gemeinsam Fotos gemacht und Trikots sowie Mützen getauscht haben. Keine Randale, sondern ein friedliches Miteinander.“

Was nicht passte, war das Endergebnis. 0:1 aus deutscher Sicht. Caspary bleibt aber optimistisch: „Ich war überrascht, dass die deutsche Mannschaft so gut mitgehalten hat. Letztlich hat der Mut gefehlt, schneller in die Spitze zu spielen, um zu mehr Torchancen zu kommen.“

Was noch nicht ist, kann ja noch werden. In den nächsten Gruppenspielen gegen Portugal und Ungarn. Dann werden Selia und Marec Caspary nicht mehr im Block 216, sondern vor dem heimischen Fernseher Platz nehmen und die Daumen drücken.