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Lukas Ittenbach vom RV Schwalbe Trier: Auf zwei Rädern zu neuen Ufern

Mountainbike : Trotz Corona: Auf zwei Rädern zu neuen Ufern

Lukas Ittenbach vom RV Schwalbe Trier startet 2021 bei einem professionellen Mountainbike-Team. Corona konnte den Ausdauersportler nicht bremsen.

(teu) Lukas Ittenbach bleibt auch fern ab von Trier heimatverbunden. Auch wenn der 19-Jährige mittlerweile in Leonberg wohnt und sich einem baden-württembergischen Mountainbike-Team angeschlossen hat, engagiert sich Ittenbach weiter im Vorstand des RV Schwalbe Trier in der Presse- und Social-Media-Arbeit. Er fühle sich sehr verbunden mit dem regionalen Sport, den Vereinen, den Veranstaltungen, erklärt der ehemalige deutsche Crossduathon-Altersklassenmeister.

Der Schritt in den Großraum Stuttgart ist für den zweimaligen rheinland-pfälzischen MTB-Marathon-Meister der Nachwuchsklassen aber auch der Aufbruch zu neuen Ufern - sportlich und beruflich. Nach dem Abitur an der BBS Gewerbe und Technik in Trier im vergangenen Mai absolvierte Ittenbach ein Praktikum in den für verschiedene Rad-Magazine zuständigen Redaktionen eines süddeutschen Verlags. Seit Jahresbeginn ist er Volontär. Seine Karriere als Mountainbiker treibt er aber auch mit 40-Stunden-Woche weiter voran. „Auch sportlich gehe ich den nächsten Schritt und habe für 2021 einen Vertrag bei einem der erfolgreichsten deutschen MTB-Nachwuchs-Teams German Technology Racing Team bekommen“, erzählt Ittenbach.

15 000 Kilometer legte der in Pluwig aufgewachsene Sportler 2020 im MTB-Sattel zurück. Weniger werden es auch dieses Jahr kaum werden. Zwischen zehn und fünfzehn Stunden strampelt Ittenbach momentan an der frischen Luft, aber auch - Dunkelheit und Kälte des Winters aus dem Weg gehend - in seinem Leonberger Appartement auf der Rolle herunter.

Motivationsprobeme wegen der Corona-Einschränkungen? „Eigentlich nicht“, sagt Ittenbach. „Es ist ein bisschen schwierig, weil man nicht weiß, ob alles stattfindet. Aber Stand heute soll es ja im März losgehen.“ Mit Frühlingsbeginn will er beim ersten von acht geplanten MTB-Bundesliga-Rennen dabei sein. „Schwerpunkte sollen bei mir 2021 die Bundesliga-Rennen werden“, sagt Ittenbach zur Saisonplanung. In seinem ersten „richtigen U-23-Jahr“, wie es der gebürtige Trierer nennt, möchte er sich an das Niveau in der neuen Altersklasse gewöhnen und seinen Platz im neuen Team finden. Außer bei den relativ kurzen Crosscountry-Rennen der Bundesliga plant er außerdem Starts bei MTB-Marathons. Dass er sich auf den Langstrecken gut behaupten kann, bewies Ittenbach im vergangenen September beim Vulkanbike rund um Daun als Drittplatzierter der Eliteklasse. Außerdem würde Ittenbach wie im August im Schwarzwald wieder an einem Etappenrennen über mehrere Tage teilnehmen.

 Der in Pluwig aufgewachsene Mountainbiker Lukas Ittenbach hat sich einem professionellen MTB-Team angeschlossen und hofft 2021 auf Bundesliga-Starts.
Der in Pluwig aufgewachsene Mountainbiker Lukas Ittenbach hat sich einem professionellen MTB-Team angeschlossen und hofft 2021 auf Bundesliga-Starts. Foto: Holger Teusch

Eine erstaunliche Entwicklung für einen jungen Mann, der als Kind alles andere als eine Sportskanone war. Atemprobleme machten Lukas Ittenbach in seinen ersten Lebensjahren bei körperlicher Belastung zu schaffen. Sein Hausarzt empfahl ihm als Teenager trotzdem (oder gerade deshalb) Ausdauersport zu treiben. Als knapp 14-Jähriger begann Ittenbach Rad zu fahren. Zu Beginn fielen ihm längere Strecken schwer, aber er biss sich durch. 2015 traute er sich auf die 30-Kilometer-Jugendstrecke des Erbeskopf-MTB-Marathons bei Thalfang (Kreis Bernkastel-Wittlich) - und wurde Viertletzter der Altersklasse U 15. Für den Schüler war das weniger Frust, als Ansporn mehr zu trainieren. Mit Erfolg: Drei Jahre nach seinem Renn-Debüt wurde er ebenfalls beim Erbeskopf-MTB-Marathon rheinland-pfälzischer U-19-Meister. 2019 verteidigte er den Titel und gewann beim Trierer X-Duathlon DM-Bronze in seiner Altersklasse.

Vom professionellen GTR-Team erhofft sich Ittenbach eine weitere Steigerung der Betreuungsqualität bei Rennen und noch besseres Material als bisher. „Und man ist mit Gleichgesinnten unterwegs und unterstützt sich auch neben der Rennstrecke“, ergänzt der U-23-Junior. Wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen war es allerdings noch nicht möglich, dass sich die Teammitglieder trafen. Etwas, was Ittenbach gerade nach dem Auszug aus seinem Elternhaus fehlt. „So langsam vermisst man die Kontakte, menschliche Interaktion, Freunde treffen und so weiter. Vor allem jetzt, wo ich eben nicht mehr in Trier wohne“, sagt er. Videokonferenzen können das nur bedingt abmildern.