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Lust und Frust auf der Nordschleife

Motorsport : Lust und Frust auf der Nordschleife

Motorsport: Neun Rennen in sieben Monaten, rund 130 000 Zuschauer auf dem Nürburgring: Die Macher der weltweit größten Breitensportserie, der VLN-Langstrecken­meisterschaft auf dem Nürburgring, ziehen Bilanz.

Nürburgring Die VLN-Langstreckenmeisterschaft war auch in diesem Jahr der Anziehungspunkt über mehr als ein halbes Jahr hinweg, der die Philosophie des Nürburgrings verinnerlicht wie kaum ein anderes Event: Der „Ring“ für alle. Für Profis,  Semi-Professionelle und Amateure mit Herzblut für den Motorsport und die – so sagen es die Beteiligten immer wieder – „schönste Rennstrecke der Welt.“

Neun Rennen fanden in sieben Monaten statt, davon acht über vier und eines über sechs Stunden.  Insgesamt geschätzte 130 000 Zuschauer gab es rund um die Nordschleife und an der Grandprix-Strecke.  Von Schneefall bei der ersten Einstellungsfahrt Ende März bis zu tropischen Temperaturen im Hochsommer war alles dabei.

Mittendrin: die Nordschleifen-Experten aus der Region.  So wie Arno Klasen aus Karlshausen in der Südeifel, der in dieser Saison ein neues Projekt mit „Equipe  Vitesse“, was übersetzt so viel wie „Mannschaft für Geschwindigkeit“ heißt, mit Erfolg anging. Seit dem vierten VLN-Lauf des Jahres steuerte der auf vielen Fahrzeugen und Fabrikaten in unterschiedlichen Klassen erfahrene ehemalige McLaren-Pilot gemeinsam mit Michael Heimrich einen Audi R8 LMS.

Für Klasen sprach seine große GT3-Erfahrung, die mit Rookie Heimrich für zwei Klassensiege in dem 2018er LMS unter der technischen Leitung von Andreas Herbst reichte. Im letzten Rennen am Samstag machte das Duo mit Gesamtrang elf den Meistertitel in der SP9-AM-Klasse perfekt.  Klasens Dank galt „dem gesamten Team, allen Helfern, und vor allem den Marshals.“

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge blickt  Philipp Leisen auf die Saison zurück. 0,12 Punkte fehlten dem Vorjahresmeister der VLN zur Titelverteidigung im BMW 325i.  Fünf Siege und ein zweiter Platz in den letzten sechs Rennen waren nach holprigem Start zu wenig. „Klar, dass man da etwas enttäuscht ist“, gab der Irreler zu. 2020 sei „alles noch offen. Ich weiß auch noch nicht, was meine beiden Mitfahrer Danny Brink und Christopher Rink“ machen werden, blicke Leisen, der als „Trostpreis“ den Titel in der Produktionswagen-Wertung mit seinem Team „Adrenalin Motorsport“ einheimste, in die neue Saison voraus.

Viel Lust am Rennsport, aber manchmal auch viel Frust an den Rennverläufen musste „VLN-Senior“ Rudi Adams (57)  im BMW M6 GT3 des Teams „Walkenhorst in diesem Jahr unter einen Hut bringen. „Von acht gefahrenen Rennen nur vier Mal ins Ziel gekommen.  Aber wenn, dann waren die Platzierungen top. Das zeigt unser Potenzial.“ Ans Aufhören denkt „Rudi rastlos“ noch lange nicht.  „Ich würde gerne weitermachen. Aber das liebe Geld…“ Begehrt ist der Mann aus Nohn in der Vulkaneifel noch bei vielen Teamchefs.

Viele weitere Nordschleifen-Kenner aus der Region waren mal mehr, mal weniger zu Gast in diesem Jahr. So Thomas Mutsch aus Bitburg, der im SCG 003 der Scuderia Cameron Glickenhaus wohl das spektakulärste Fahrzeug der Serie fährt.  Oder Oliver Kainz  (Mayen / Daun) im Ferrari, der Luxemburger Steve Jans im 2019er Audi R8 LMS, Vater und Sohn Christian und Nico Menzel aus Kelberg in wechselnden Fahrzeugen. Genauso wie das zweite Vater-Sohn/Duo Axel und Max Friedhoff aus Bergweiler bei Wittlich im Cayman GT4 CS.

Die Termine 2020 für die weltweit größte Breitensportserie stehen fest:  Am 21. März geht VLN 1 (über vier Stunden) über die Bühne. Der Höhepunkt, das 6h-Rennen, findet am 29. August statt. Das Finale wird am 24. Oktober 2020 gefahren.