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Maike Hausberger nach Nicht-Nominierung für Paralympics frustriert

Radsport : Paralympics-Traum von Maike Hausberger geplatzt: Neuer Angriff in drei Jahren

Für die Radsportlerin aus Newel ist der Traum von der dritten Paralympics-Teilnahme geplatzt – zumindest vorerst. Denn aufgeben will die 26-Jährige nicht.

Obwohl sie Radsport-Fan ist, wird Maike Hausberger (Foto: Archiv/Holger Teusch) vom 25. August an den Fernseher wohl nicht anschalten. „Die Radwettbewerbe bei den Paralympics werde ich mir wohl nicht anschauen können“, sagt die aus Newel (Kreis Trier-Saarburg) stammende Sportlerin. Die 26-Jährige hat in den vergangenen fünf Jahren alles daran gesetzt, um zum dritten Mal beim bedeutendsten Sportereignis für Menschen mit Einschränkung dabei zu sein. Die Nicht-Berücksichtigung für Tokio hat die zweimalige Weltmeisterin im Straßenrennen der Schadensklasse C2 (2019 und 2021) schwer getroffen.

Maike Hausberger: Wieso wurde sie nicht berücksichtigt?

Das Problem ist die Zusammenlegung von Klassen, wie sie schon der sehbehinderte zweimalige Paralympics-Medaillengewinner Jörg Trippen-Hilgers aus Zell (LG Bernkastel-Wittlich, Silber 1996 mit der 4x100-Meter-Staffel, Bronze 2000 im Weitsprung) zu Beginn des Jahrtausends beklagte.

Im Straßenradrennen und der 3000-Meter-Verfolgung auf der Bahn werden in Tokio die Schadensklassen C1 bis C3 zusammengelegt. Dabei liegt auf der Hand, dass die schwerer beeinträchtigen C1- und C2-Athleten weniger Chancen haben. Im Sprint über 500 Meter und im Einzelzeitfahren wird ein Ausgleich zwischen den verschiedenen Beeinträchtigungen mittels Umrechnungsfaktoren versucht. „Ich hätte gute Chancen im Sprint und im Einzelzeitfahren gehabt. Vielleicht nicht auf eine sichere Medaille, aber auf einen Platz in den Top fünf“, ist sich Hausberger sicher.

Deutsches Paralypics-Team mit 134 Teilnehmern klein

Das hat den Verantwortlichen offensichtlich nicht gereicht, um die ehemalige Schülerin der Trierer Blandine-Merten-Realschule zu nominieren. Zumal das deutsche Paralympics-Team mit 134 Athleten (in allen Sportarten und Schadensklassen) klein sein wird. Da ist Optimierung, auch hinsichtlich Mehrfachstarts, gefragt. Schwerer beeinträchtigte Parasportler haben da tendenziell das Nachsehen.

„Ich war noch nie so kurz davor, den Sport ad acta zu legen“, sagt Hausberger. Sie habe viele Gespräche mit ihrem Trainer Renee Schmidt und dem Leiter des Stützpunkts Cottbus, Ralf Paulo, geführt. „Sie sagen: Aufhören macht es auch nicht besser. Und ich habe bestimmt noch zehn Jahre Zeit“, erläutert Hausberger, wie sie sich dazu durchringen konnte, weiterzumachen.

Aber zunächst musste die junge Frau, die trotz ihrer angeborenen Behinderung (halbseitige Lähmungserscheinungen, Spastische Hemiparese links) schon als Kind immer Sport getrieben und mit den Nachbarskindern Fußball gespielt hatte, etwas Abstand gewinnen. Sie fuhr in die Sächsische Schweiz zum Wandern. Demnächst steht eine Mehrtages-Radtour über rund 1000 Kilometer in sieben Tagen nach Wien auf dem Programm. Bewegung, aber kein Leistungssport.

Traum der dritten Paralympics lebt weiter

Für das minutiös geplante Training einer Paralympics-Vorbereitung habe sie derzeit nicht die Motivation, sagt Hausberger. „Ich trainiere im Moment, wenn ich Lust darauf habe. Aber meist habe ich ja Spaß daran“, berichtet sie nach einer längeren Ausfahrt.

Der Traum von ihren dritten Paralympischen Spielen lebt in Hausberger nach der ersten großen Enttäuschung weiter. Wenn nicht Tokio, dann Paris 2024.

Erstmals war sie als 17-Jährige 2012 in London als Leichtathletin mit dabei, damals für den PST Trier startend. Hausberger belegte über 400 Meter den fünften Platz. Vier Jahre später verpasste sie in Rio de Janeiro eine paralympische Medaille als Weitsprung-Vierte der Schadensklasse T/F37 nur knapp. Von Verletzungen geplagt stieg sie 2017 erst auf Triathlon um.

Als sich abzeichnete, dass der Ausdauerdreikampf in ihrer Schadensklasse in Tokio nicht ins Programm aufgenommen werden würde, erfolgte 2018 der Wechsel zum Radsport.