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Marathon und Camp, aber keine Fairplay-Tour

Fairplay-Tour : Marathon und Camp, aber keine Fairplay-Tour

Zum zweiten Mal seit 1999 führt die Fairplay-Tour von Jugendlichen wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht durch die gesamte Großregion. Statt dessen gab schon einen Marathonlauf und es sind noch ein Fairplay-Camp, Tagestouren und andere Aktionen geplant.

(teu) 21 Mal, von 1999 bis 2019 fuhren bis zu 300 Schüler eine Woche lang mit ihren Fahrrädern durch die Großregion, um für Fairplay im Großen wie im Kleinen zu demonstrieren, um Spenden für Altersgenossen in Afrika zu sammeln und um zu zeigen, was man gemeinsam leisten kann. Die große Fairplay-Tour hat Corona 2020 gestoppt. Es gab viele kleinere Sport-Aktionen, mit denen statt dessen Spenden für Schulprojekte in Burundi und dem rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda gesammelt wurden. Dieses Jahr konnte man sich besser auf die Pandemie-Situation vorbereiten.

Um die Hilfsprojekte weiter zu unterstützen, führte Karl-Josef Roth bereits 2020  den Saar-Mosel-Sauer-Marathon von Konz aus als privaten Spendenlauf durch. Als international zertifizierter Vermesser für Laufstrecken (unter anderem hat Roth die Berliner Marathon-Weltrekordstrecke verifiziert) sorgte er natürlich für eine exakt 42,195 Kilometer lange Strecke. Diese Aktion wiederholte Roth am vergangenen Sonntag. Trotz Regen absolvierten außer Roth 30 weitere Läufer, dazu 19 Rad- und zwei Einradfahrer die Strecke gemeinsam in 4:20 Stunden. 2500 Euro kamen an Spenden zusammen.

 Auch die Einradfahrer Felix Goertz (2. v.l.) und Thomas Münnix (rechts), die sich mit Simon Diederichs (links) als Läufer abwechselten, nahmen am von Konzer Karl-Josef Roth organisierten Saar-Mosel-Sauer-Marathon teil und sammelten so 2500 Euro zugunsten eines Schulprojekts der Deutschen Welthungerhilfe in Burundi.
Auch die Einradfahrer Felix Goertz (2. v.l.) und Thomas Münnix (rechts), die sich mit Simon Diederichs (links) als Läufer abwechselten, nahmen am von Konzer Karl-Josef Roth organisierten Saar-Mosel-Sauer-Marathon teil und sammelten so 2500 Euro zugunsten eines Schulprojekts der Deutschen Welthungerhilfe in Burundi. Foto: Holger Teusch

Das wird Samstag (10.7.) weiter aufgestockt. Herbert Ehlen  organisiert ein Fairplay-Camp. Eine Etappenfahrt mit vielen unterschiedlichen Stationen zum Übernachten sei coronakonform nicht durchführbar, bedauert der 70-Jährige, der zusammen mit Klaus Klaeren 1999 die Fairplay-Tour ins Leben rief. Weil in Nordrhein-Westfalen bereits die Sommerferien begonnen haben, könne man die Gesamtschule in Blankenheim für 75 Schüler unter anderem aus Daun, Trier, Gerolstein, Bleialf und Jünkerath mit ihren Betreuer als Basiscamp nutzen. Von dort aus werden sechs Tagestouren unternommen. Der Sportliche Aspekt kommt nicht zu kurz: 500 Kilometer und jeden Menge Höhenmeter werden in der Eifel auf dem Fahrradtacho zusammenkommen.

Die Jugendlichen werden in drei feste Gruppen unterteilt, die mit dem Fahrrad beispielsweise zu den Dauner Maaren oder dem Radioteleskop Effelsberg fahren. Jede Gruppe an einem anderen Tag. Der Vorteil gegenüber der zehnmal so großen Fairplay-Tour-Gruppe vor Corona: „Wir haben keinen Zeitdruck“, erklärt Ehlen. Es können spontan Pausen eingelegt werden. Zum Verschnaufen, aber auch, um spontan aufkommende Fragen zum Tagesthema zu diskutieren.

„Ich hoffe, dass wir dadurch einen noch stärkeren pädagogischen Aspekt hinein bekommen“, sagt Ehlen. Für jedes Ziel gibt es einen Themenschwerpunkt. Dem pensionierten Lehrer ist es wichtig, dass neben dem Fairplay-Gedanken gegenüber anderen Menschen auch der gegenüber der Natur in den Fokus gerückt wird. Denn die Folgen beispielsweise des Klimawandels werden die Jugendlichen in ihrem noch viel beschäftigen, ist sich Ehlen sicher.

 Karl-Josef Roth (vorne, Zweiter von links) sammelte mit dem Saar-Mosel-Sauer-Marathon 2500 Euro zugunsten eines Schulprojekts der Deutschen Welthungerhilfe in Burundi.
Karl-Josef Roth (vorne, Zweiter von links) sammelte mit dem Saar-Mosel-Sauer-Marathon 2500 Euro zugunsten eines Schulprojekts der Deutschen Welthungerhilfe in Burundi. Foto: Holger Teusch

Auf den Stand der Zeit kommen die Fairplay-Aktionen durch eine Smartphone-App. Mit dieser können die Schüler ihre laufend oder per Fahrrad absolvierten Kilometer für Spenden-Sponsoren dokumentieren. Allein darüber seien bisher schon 13 000 Euro zusammen gekommen, verrät Ehlen. Wie die Teilnehmer des Fairplay-Camps haben auch die der Fairplay-Tagestouren am Montag (12.7.) und Freitag (16.7.) von Trier aus im Vorfeld sogenannten Lebensläufe durchgeführt. Dabei wurden Spenden für das Schulprojekt der Deutschen Welthungerhilfe in Burundi und das in Ruanda gesammelt.

Coronakonform soll es noch weitere Aktionen geben, verrät Klaus Klaeren. In den Sommerferien ist eine Fairplay-Challenge geplant, auch um Kinder und Jugendliche zur Bewegung zu animieren. Am letzten August-Wochenende soll mit einem 24-Stunden-Radfahren gezeigt werden, dass die Großregion grenzüberschreitend zusammengehört.

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