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Michael „Mecco“ Frede: Handballer, Skifahrer, Leichtathlet, Motorsportler, Golfer ...

TV-Serie „Handball ist unser Leben!“ : Michael „Mecco“ Frede: Handballer, Skifahrer, Leichtathlet, Motorsportler, Golfer ...

Es gibt augenscheinlich fast keine Sportart, die vor Michael Frede sicher ist. Zu seinem heutigen 75. Geburtstag lässt der Trierer seine spannende Karriere Revue passieren. Und er erklärt, wie er zu seinem Spitznamen „Mecco“ kam.

Sein Name ist Michael Frede, doch in Handball-Kreisen ist er nur als „Mecco“ bekannt. Seinen Spitznamen verdankt Frede seiner Mutter und seinem Bruder. „Um mich vor den Hänseleien meiner Mitschüler zu schützen, hatte mein Bruder die Idee, mir einen Mecki-Schnitt zu verpassen.“ Aus dem Mecki wurde dann in der „ersten Trierer Lautverschiebung von 1957“ (Zitat Frede) der Spitzname „Mecco“.

Frede feiert heute seinen 75. Geburtstag. Der rüstige Rentner ist weiterhin sportlich unterwegs. „Gerade habe ich mir ein E-Bike zugelegt. Ich fahre in der Woche zwei bis dreimal bis zu 60 Kilometer. Daneben ist mir das Skifahren immer noch wichtig. Ich habe kurz vor der Corona-Krise eine Fahrt meiner ehemaligen Schule, dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, nach Hinterglemm betreut“, berichtet Frede.

Beim Thema Wintersport war er auch in seinem Stammverein, der DJK/MJC Trier, aktiv. Anfang der 1980er Jahre baute er eine MJC-Skischule auf.„Wir hatten ein sehr gutes Team, zeitweise hatte die MJC 36 Ski-Lehrer, die unter meiner Leitung die Skifreizeiten organisierten“, sagt Frede, der beim Skifahren die Herausforderung liebt „Die Krönung war die Abfahrt ,Bellecote Face nord’ – 1500 Meter, bei 45 Grad Gefälle!

Michael „Mecco“ Frede spielte bei den MJC-Herren und trainierte über viele Jahre hinweg Frauenteams des Vereins. Aber „Mecco“, der heute 75 Jahre alt wird, ist längst nicht ,nur’ Handballer. Eine Leidenschaft ist das Skifahren, bei dem er durchaus abenteuerlustig ist. Foto: privat

Bereits mit fünf Jahren stand er auf den Brettern, mit 16 Jahren war er einer der jüngsten Übungsleiter im Deutschen Skiverband.

Als Neunjähriger kam Frede zudem zur MJC-Leichtathletik. „Für die damaligen Leichtathleten war es selbstverständlich, auch Handball zu spielen, in den Anfängen  noch auf dem Großfeld“, erinnert sich der ehemalige Gymnasiallehrer, der es in der Jugend zum Mannschafts-Rheinland-Meister im Zehnkampf brachte.

Während seines Sportstudiums in Köln blieb Frede seinen Hobbys treu. Er spielte mit Handball-Assen wie Heiner Möller und Hans-Dieter Schmitz ab 1966 in der Kölner Hochschulmannschaft. „Das war die Initialzündung“, sagt Frede, der auch während der Bundeswehrzeit die Finger nicht vom runden Leder lassen konnte. Als Gebirgsjäger in Bayern trat Frede dem FC Bayern München bei und spielte dort in der Bayernliga.

Foto: privat

Mit der ersten Herrenmannschaft der DJK/MJC Trier schaffte er nach seinem Dienst in der Bundeswehr in der Saison 1970/71 den Aufstieg in die Oberliga Rheinland. Dort war  er als Spielertrainer zusammen mit Manni Soffel aktiv. Nach mehreren Jahren Oberliga ließ Frede es dann ruhiger angehen. Er spielte mit den anderen ehemaligen Kollegen in der „MJC Extra 3“ und wurde auf Anhieb mit seinem Team Landesligameister.

Parallel wagte Frede auch einen Ausflug in den Motorsport. Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre fuhr Frede einige Tourenwagen- und Langstreckenrennen auf dem Nürburgring sowie Rallys. Als Beifahrer trat er beim Escort-Pokal an. Seinen Ausflug in den Motorsport beendete er 1973 nach einem Reifenschaden auf dem Nürburgring, zu diesem Zeitpunkt war seine Frau mit Sohn Mischa schwanger, der 1974 zur Welt kam, 1975 folgte Töchterchen Okka.

Den Einstieg ins Trainergeschäft bei den Handball-Frauen „verdankte“ Frede „einigen engagierten Mädels“ seines Sportleistungskurses am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier. „Als Petra Orth und Christel Merten 1977 in der MJC eine Bezirksligamannschaft gründeten, bot sich die Gelegenheit, dem Vorurteil, Handball sei nichts für Frauen, zu begegnen.“ Mit Erfolg. Aufstiege in die Verbandsliga und die Regionalliga folgten.

Foto: privat

Nach einer Handball-Pause sprang Frede mitten in der Saison 1993/94 als Helfer bei der zweiten Frauen-Mannschaft ein und führte die Mannschaft aus der Abstiegszone auf Rang drei. 1996 gelang der Regionalliga-Aufstieg. Anschließend – bedingt durch eine Neuorientierung bei der DJK/MJC Trier – machte Frede Schluss. 

Frede wäre nicht Frede, wenn er nicht gleich neue sportliche Herausforderungen angenommen hätte. Er forcierte seine Aktivitäten im Tennis, entdeckte parallel seine neue Leidenschaft, das Radfahren. Beim Vulkan-Bike-Marathon über 65 Kilometer und 1450 Höhenmetern belegte er in 3:18 Stunden den 23. Platz in der Seniorenklasse. Nach mittlerweile vier schweren Stürzen lässt es Frede etwas ruhiger angehen, er betreibt das Radfahren nur noch hobbymäßig.

1999 ereilte Frede ein neuer Ruf aus der Handballszene: Der SV Igel-Liersberg startete den Versuch, sich in der Oberliga mit dem Ziel zu etablieren, talentierte Nachwuchsspielerinnen zu integrieren: „Eine reizvolle Aufgabe, die mich dazu brachte, in Igel mitzumachen“. Prompt stellte sich der Erfolg ein. Die Mannschaft belegte auf Anhieb Platz drei.

Im Jahr 2000 entdeckte Frede eine neue sportliche Liebe, das Golfen. Er schloss sich mit seiner Frau dem Golf Club Trier an, hatte zwischenzeitlich ein Handicap von 13,4. Frede fand mehr und mehr Gefallen an diesem Sport, qualifizierte sich weiter und betreute die „Abschlag-Schule“ im Verein in Kooperation mit der Golf-AG am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium

Noch heute spielt er zweimal wöchentlich Golf und ist Seniors-Captain seiner Mannschaft. „Ich muss an dieser Stelle mal eine Lanze für das Golfen brechen. Es ist kein luxuriöser Sport mehr. Bis ins hohe Alter ist es möglich, diesen Sport auch wettkampforientiert auszuüben – und das auch gemeinsam mit meiner Frau Hilde, die mir über all die zeitintensiven Jahre den Rücken freigehalten und sich um Familie, Haus und Kinder gekümmert hat“, sagt Frede.

Den Kontakt zu seinen ehemaligen MJC-Spielerinnen verlor Frede nie. Und auch seine ehemaligen Leichtathletik-Kollegen Rainer Düro, Klaus Gilles, Joachim Reidenbach, Günter Rumpolt und Rainer Schwab trifft Frede noch immer bei einem monatlichen Stammtisch.

Foto: tv

Ein weiterer wichtiger sportlicher Wegbegleiter war Peter „Bruno“ Becker, mittlerweile Leiter der Bundeswehrabteilung der Charité in Berlin. Ihn unterrichtete „Mecco“ seinerzeit als Lehrer am FWG, und erspielte mit ihm in der ersten Herrenmannschaft der MJC. Frede: „Bei seiner Hochzeit musste ich ein Trierer Mundartgedicht vortragen. Gemeinsam pflegen wir immer noch das Hobby Skilaufen.“