Mit dem Fahrrad von Wittlich über die Alpen nach Rom in neun Tagen

Radsport : Mit dem Fahrrad von Wittlich bis nach Rom

Acht Senioren-Radsportler des RSC Stahlross fuhren über die Alpen in die Ewige Stadt. Am Ende waren es 1400 Kilometer in neun Tagen.

Radfahren ist für Peter Ackermann Urlaub. Zum dritten Mal unternahm der 53-Jährige mit Vereinskameraden vom RSC Stahlross Wittlich und anderen befreundeten Radsportlern eine Mehrtagestour nach Südeuropa. Vor drei Jahren ging es zum Gardasee, vor zwei Jahren nach Santiago de Compostela und nach einem Jahr Pause diesmal nach Rom. 1400 Kilometer mit rund 13 000 Höhenmetern in neun Tagen.

„Wir sind alles Männer zwischen 50 und 60 Jahren, die seit 30 und mehr Jahren Rad fahren“, sagt Ackermann über seine Begleiter Jürgen Heck, Klaus Ballmann, Norbert Becker, Ewald Geimer, Albert Endres, Karl Schilz und Uwe Reitz. Auf dem Rennrad versteht man sich blind. „Da ist keiner, der plötzlich bremst oder ausschert“, erklärt Ackermann, dass das eine Voraussetzung ist, um eine so lange Strecke in kurzer Zeit in der Gruppe zurückzulegen. „Da war immer Zug auf der Kette. Wenn es flach ist, kann man so auch schon mal 180 Kilometer am Tag zurücklegen“, sagt Ackermann. In Rom angekommen hatten die erfahrenen Radfahrer eine Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 30 Stundenkilometern.

Und dass, obwohl die Strecke nicht zuletzt wegen der Alpen alles andere als flach war. „Den Gotthard hoch war natürlich hart“, sagt Ackermann über den gut 30 Kilometer langen Anstieg zum legendären, rund 2100 Meter hoch gelegenen Pass in der Schweiz. Aber die Abfahrt und der weitere Weg nach Italien hinein entschädigten für die Strapazen.

Ackermann bezeichnet die Mehrtagestour als „kontrolliertes Abenteuer“. Denn auch wenn alle Hotels im Voraus gebucht waren und ein Kleinbus als Begleitfahrzeug mitfuhr, gab es die eine oder andere Überraschung. So lag ihre Unterkunft bei Varese in der Lombardei in einem Bauerndorf. Doch die letzten 1,5 Kilometer dorthin führten mit mehr als 15 Prozent Steigung über grobes Kopfsteinpflaster bergauf. „Ich musste einmal stehen bleiben. Nur Jürgen Heck ist ganz durchgefahren“, erzählt Ackermann.

Am Luganersee war plötzlich die Straße auf der von den deutschen Radsportlern ausgewählten Seeseite wegen eines Erdrutsches gesperrt. „Wir musste zurück und mit dem Dampfschiff über den See“, erklärt Ackermann.

Die Senioren-Radsportler des RSC Stahlross Wittlich fuhren in nur neun Tagen rund 1400 Kilometer von Wittlich nach Rom. Dabei absolvierten sie auch 13 000 Höhenmeter. Foto: RSC Stahlross Wittlich/privat

Weil sie so flott unterwegs waren, brachten solche unvorhergesehenen Umwege die acht Sportfreunde nicht in Bedrängnis. Wenn es morgens um 9 Uhr losging, blieb am Etappenziel nachmittags immer noch Zeit für kleine Besichtigungen wie dem Ferrari-Museum bei Modena. Bei insgesamt rund 12 000 zurückgelegten Kilometern hatte das Team nur zwei Platten. „Heute ist das Material schon extrem gut“, sagt Ackermann. Sehr hilfreich sei auch die Navigation mit speziellen Radfahr-Apps auf dem Handy. Diese habe sie meist über gute Radwege und auch über Wege geführt, die sie sonst vielleicht nicht benutzt hätten. „Man sieht das Land unter einem ganz anderen Blickwinkel“, sagt Ackermann. In Rom durfte zum Abschluss eine Stadtbesichtigung nicht fehlen. Genug im Sattel gesessen hatten die Stahlross-Radsportler aber noch nicht. Nach einem Tag Pause unternahm man eine 80-Kilometer-Radtour zur Sommerresidenz des Papstes Castel Gandolfo.

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