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Handball-Rheinlandliga Männer
Irmenachs Suche nach einem ,harten Hund’

Mit Timo Stoffel als Interimscoach hat die HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch vier Mal in Folge gewonnen.
Mit Timo Stoffel als Interimscoach hat die HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch vier Mal in Folge gewonnen. FOTO: HSG Irmenach / privat
Irmenach. Mit Interimscoach Timo Stoffel eilt die HSG wieder von Sieg zu Sieg. Doch ein neuer Trainer soll her. Von Mirko Blahak
Mirko Blahak

Wenn es immer so einfach wäre. Kaum ist Mirza Cehajic nach seinem Rücktritt nicht mehr Trainer bei der HSG Irmenach/Kleinich/Horbruch, läuft es bei den Rheinlandliga-Handballern vom Hunsrück wie geschnitten Brot. Vier Spiele, vier Siege.

Woran liegt’s? „Das Verhältnis zwischen Mirza und der Mannschaft war zuletzt verkrampft“, sagt HSG-Sport-Geschäftsführer Bernd Everding. Interimscoach Timo Stoffel, zuvor bereits Co-Trainer, habe ans Selbstbewusstsein der Spieler appelliert. Mit Erfolg. Kleine Ursache, große Wirkung.

Dabei war unter Cehajic nicht alles schlecht – im Gegenteil. Der ehemalige bosnische Nationalspieler hatte die HSG in der Vorsaison zur Rheinlandliga-Meisterschaft geführt. In den letzten Monaten aber veränderte sich manches. Everding: „In der vergangenen Spielzeit war Mirza beruflich in einer Umschulung. Da hatte er viel Energie, um sich mit dem Team zu beschäftigen. Inzwischen ist er als Erzieher Leiter einer Wohngruppe in einer sozialen Jugendeinrichtung und im Schichtdienst. Er ist zuletzt mit mehr Anspannung ins Training gekommen. Das hat das Erfolgsmodell zum Kippen gebracht.“

Und wie lange hält das aktuelle Erfolgsmodell? Stoffel hat nur bis Jahresende seine Zusage gegeben – die HSG bestreitet am Sonntag in Schweich das letzte Spiel vor der Weihnachtspause. „Wir suchen nach einer Trainer-Persönlichkeit, die neben Handball-Kompetenz eine natürliche Autorität aus­strahlt“, sagt Everding. Also einen ,harten Hund’, der das Team auch mal auf Trab bringt. Ziel ist, mit einem neuen Coach ins Jahr 2019 zu starten.  Sollte die Suche so schnell keinen Erfolg haben, stünde das Hintertürchen – die Fortsetzung mit Stoffel in erster Reihe – noch offen.

Vielleicht bräuchte die HSG auf Sicht ja auch keinen neuen Coach, sollte es – wie schon im Jugendbereich und bei den Frauen – auch bei den Herren zu einer gemeinsamen Mannschaft mit Gösenroth/Laufersweiler kommen. Die Gespräche über die Bildung einer  HSG Hunsrück auch im Herrenbereich kommen aber augenscheinlich nicht voran. Everding: „Die Gesprächsebene ist nicht verlassen worden. Aber es bleibt eine Herausforderung, zwei Vereine mit unterschiedlichen Strukturen und Philosophien so zueinanderzubringen, dass sich jeder in der Kooperation auch wiederfindet.“