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Mixed Martial Arts: Der Wittlicher Robert Lau will nach oben

 Der Wittlicher Robert Lau (links) will sich in der internationalen Mixed-Martial-Arts-Szene durchsetzen.
Der Wittlicher Robert Lau (links) will sich in der internationalen Mixed-Martial-Arts-Szene durchsetzen. FOTO: privat
Wittlich. Der 21-jährige Wittlicher gehört zu den deutschen Nachwuchshoffnungen. Er kam zum Sport, um seine Kampflust besser zu kanalisieren. Von Mirko Blahak
Mirko Blahak

Wie viele Jungs war Robert Lau früher Fußballer. Er kickte als Kind bei der SG Buchholz/Manderscheid/Hasborn. Seine Nerven hatte er nicht immer im Griff. „Ich hatte öfters Auseinandersetzungen auf dem Spielfeld. Ich wusste nicht wohin mit meinem Kampfgeist. Da hat mir jemand vorgeschlagen, doch mal Mixed Martial Arts zu machen“, erinnert sich der heute 21-Jährige. Also jenen Vollkontakt-Kampfsport, in dem Techniken aus gleich mehreren Kampfsportarten zum Einsatz kommen (siehe weiteren Bericht). Das war vor fünf Jahren.

Gesagt, getan. Lau ging zu Integra Fight – und startete durch. Nach 64 Amateurkämpfen (Bilanz: 58 Siege, sechs Niederlagen) wechselte der Wittlicher ins Profilager. In zehn Kämpfen gab’s dort bislang acht Erfolge und zwei Niederlagen.

Lau, der im zweiten Lehrjahr eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker absolviert, will auf Sicht von Mixed Martial Arts (MMA) leben. „Ich will mir erst einen Namen in Deutschland machen und dann ins Ausland gehen.“

Lau scheint auf einem guten Weg zu sein. In Deutschland zählt er zu den Top drei im Halbschwergewicht, er wurde Amateur-Vize-Weltmeister in seiner Klasse. Das Training ist hart. Morgens um 6 Uhr geht’s raus zum Konditionstraining oder ins Fitnessstudio. Nach der Arbeit geht’s zum Training in die Halle. All das sechs Mal pro Woche. Lau: „Das erfordert  große Disziplin. Aber harte Arbeit zahlt sich aus.“

Rückschläge durch Verletzungen bleiben nicht aus. Der 1,85 Meter große Kämpfer hat sich nach eigener Aussage zweimal die Hand und einmal die Nase gebrochen. Hinzu kam ein Bänderriss im Sprunggelenk.

Zu den Vorbildern von Lau zählt unter anderem der irische MMA-Kämpfer Conor McGregor, einer der Stars der US-amerikanischen MMA-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC). McGregor rüttelte am Montag die MMA-Szene mit einer überraschenden Rücktrittsankündigung auf.

Dank MMA kommt Lau rum in der Welt: Macau, Hongkong, Moskau, St. Petersburg, Kasachstan. Am vergangenen Wochenende war er nicht ganz so weit weg von der Heimat. In München kämpfte er bei den „German MMA Championships“ im Audidome gegen den Kroaten Vlado Neferanovic – und kassierte seine zweite Profi-Niederlage. Angesetzt war der Kampf über drei Mal fünf Minuten – nach einer Minute war Schluss. Normalerweise ist Lau bekannt für schnelle K.o.-Siege, diesmal musste er in einer sogenannten „Guillotine“ aufgeben. Klingt nicht gut, war es auch nicht. Bei diesem Würge-Griff nimmt ein Kämpfer den Kopf des Gegners unter die Achsel.

Lange grämen wird sich Lau nicht – zumal es nach eigener Aussage 2000 Euro Antrittsprämie gab. Schon am 13. April ist er bei der „Integra Fighting Championship“, also beim Heimspiel in Wittlich, wieder im Ring. Sein Gegner ist der Spanier Felipe Nsue. Lau, der sich mit seinem Trainer meist via Youtube-Videos über Stärken und Schwächen der Gegner schlaumacht, ist gewarnt: „Er ist sehr erfahren und hat schon mehr als 30 Profikämpfe bestritten. Ich muss aufpassen, da er für Überraschungen gut ist.“

Fußball spielt Lau nur noch in der Freizeit mit Kumpeln. Und seine Kampflust sieht er dank MMA in die richtigen Bahnen gelenkt. Lau: „Außerhalb des Rings bin ich ruhig geworden.“