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Radsport
Fairplay-Tour formt „erneuerte“ Kinder

Die Jubiläums-Fairplay-Tour durch die Großregion war mit knapp 1000 Kilometern in acht Tagen die längste der 20 Auflagen.
Die Jubiläums-Fairplay-Tour durch die Großregion war mit knapp 1000 Kilometern in acht Tagen die längste der 20 Auflagen. FOTO: TV / Dominik von Wirth
Konz. Nach fast 1000 Kilometern in acht Tagen endet die Fairplay-Fahrradtour durch die Großregion in Konz. Von Holger Teusch

Die Jubiläums-Fairplay-Tour war die bisher längste der 20 Rad-Etappenfahrten – jedenfalls, wenn Herbert Ehlens Tacho zu trauen ist. 987 Kilometer strampelten rund 350 Jugendliche und ihre Betreuer demnach in der letzten Schulwoche zwischen Betrange im Westen Luxemburgs, dem belgischen Engreux, Bad Godesberg als nordöstlichsten Punkt und dem französischen Saargemünd im Süden innerhalb von acht Tagen herunter. Reine Fahrtzeit: 49 Stunden, was ein Stundenmittel von mehr als 20 Kilometern bedeutet.

Im Ziel in Konz wurden die Sportler, die für Solidarität im Großen wie im Kleinen sowie ein vereintes Europa werben und Spenden für Schulbauprojekte in Afrika sammeln, von mehreren Hundert Familienangehörigen, Freunden, Bekannten und Vertretern von Sportverbänden und aus der Politik empfangen.

„Eure Kinder haben eine tolle Woche hinter sich. Ihr bekommt rundum erneuerte Kinder zurück, die zu allem fähig sind“, rief Ehlen den Eltern zu. „Geht nicht, gibt‘s nicht mehr!“, sagte der Fairplay-Tour-Mitinitiator (zusammen mit Klaus Klaeren). Die Fairplay-Tour zeigt den Jugendlichen ab zwölf Jahren, was sie zu leisten imstande sind – vor allem in der Gemeinschaft.

„Wenn es richtig anstrengend wurde, hat die Gruppe noch viel mehr zusammengehalten. Bei der heftigen Etappe in den Hunsrück war der Zusammenhalt eindeutig am größten“, berichtete die 16-jährige Chantal Tholen aus Tondorf in der Nordeifel. „Ich habe es mir anstrengender vorgestellt. Aber wenn man in der Gruppe fährt, wird man regelrecht getragen“, sagte der Konzer Jonas Philipp (15), der zum ersten Mal dabei war. „Ich habe gelernt, dass es auch in Ordnung ist, mal zu schwächeln. Man muss nicht immer stark sein“, sagte Julia Kaiser (14). Für ein erfolgreiches Gesamtprojekt müssten die Starken den Schwächeren helfen und diese die Hilfe auch annehmen.

Durch die gemeinsame Radtour mit Übernachtungen in Sporthallen sind viele neue Kontakte zwischen den Jugendlichen aus der gesamten Großregion entstanden. „Man lernt jedes Jahr neue Leute kennen und bekommt neue Freunde“, berichtete der Bekonder Paul Lange (14) nach seiner dritten Fairplay-Tour.

Dass täglich mehr als 100 Radfahr-Kilometer eine sportliche Leistung sind, ist klar. Georg Bernarding stellte aber noch etwas anderes heraus: „Es ist vor allem eine soziale Leistung, eine Woche lang in Turnhallen zu übernachten“, sagte der Vorsitzende der Trierer Sportakademie, die die Fairplay-Tour seit 1999 federführend organisiert.