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Nach Platzverweis: Salmrohr düpiert Eintracht Trier - FSV siegt 2:1

Fußball-Oberliga : Nach Platzverweis: Salmrohr düpiert Eintracht Trier

Viele Ausfälle, viele Spiele, ein tiefer Boden - und dazu noch Gelb-Rot gegen Henk van Schaik: Das war zu viel für den SVE im Prestigeduell mit den Salmtalern, die einen vielumjubelten 2:1-Sieg feiern und damit eine beeindruckende Serie der Moselaner beenden.

Die Ansage und die Gestik von Schiedsrichter Daniel Greef in Richtung des Eintracht-Innenverteidigers Henk van Schaik nach rund einer halben Stunde waren klar: Noch eine größere Verfehlung, und er muss runter. Der Niederländer, für seine kompromisslose Spielweise berühmt-berüchtigt, hatte in der 26. Minute die Gelbe Karte nach einem Foul an Salmrohrs Maurice Neukirch gesehen und sich auch in der Folge nicht zurückgenommen.

Bis es in der 41. Minute dann passierte: van Schaik rasselte wieder mit Neukirch zusammen – Greef zeigte dem Trierer Gelb-Rot. Ohne Not war der Eintracht-Verteidiger im Mittelfeld ins Risiko gegangen.

Trier also fortan in Unterzahl in einem Spiel, das bei Regen und daher auf tiefem Boden im Moselstadion von Beginn an nicht richtig auf Touren kommen wollte. Der FSV war zunächst auf eine gute Ordnung bedacht, um Trier vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Eintracht, personell gebeutelt und mit zahlreichen Spielen in den Beinen, kam nicht wirklich in Tempo-Aktionen, verzeichnete aber dennoch ein deutliches Chancenplus. Alleine König kam dreimal in aussichtsreicher Position zum Abschluss. Am spektakulärsten die Aktion in der 25. Minute, als er den herauseilenden FSV-Torwart Sebastian Grub umspielte und aus spitzem Winkel aufs leere Tor schoss. Doch da kam noch Marcel Giwer angeflogen, der per Kopf Salmrohrs Rückstand verhinderte.

Salmrohrs Keeper Grub konnte sich vor 1214 Zuschauern im Moselstadion zweimal auszeichnen, bei Schüssen von Dominik Kinscher (17.) und Christopher Bibaku (37.). Ein Kopfball von SVE-Kapitän Simon Maurer segelte darüber hinaus knapp über die Latte (28.).

Bei der Eintracht war Denis Wieszolek ins Tor zurückgekehrt – er musste vor der Pause nur bei einem Schuss von Julian Bidon eingreifen (7.). Nach dem Platzverweis stellte Eintracht-Trainer Josef Cinar auf ein 4-4-1 um. Jason Thayaparan rückte aus dem defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung.

Der FSV Salmrohr, in Trier ohne Lucas Abend und Giancarlo Pinna angetreten, machte nach dem Seitenwechsel mehr in der Offensive – und war gleich erfolgreich: Nach Hereingabe von Anton Moroz köpfte der Ex-Eintrachtler Julian Bidon mit Schmackes zur Gästeführung (52.).

Jetzt wurde die Aufgabe für den SVE, bei dem in der zweiten Hälfte Leonel Brodersen sein Comeback und Yannick Debrah sein Debüt feierte, noch schwieriger. Die Moselaner, sichtbar auf der letzten Rille unterwegs, probierten es. König scheiterte an Grub (59.).

Salmrohr zeigte sich bei zwei Freistößen vor dem Trierer Tor, doch Wieszolek war auf dem Posten. Die Gäste gingen nicht konsequent auf ein zweites Tor, was sich rächte. Ausgerechnet Debrah war es, der den Ball nach einer Flanke von Kinscher über die Linie zum 1:1 drückte (80.).

Trier bekam trotz Unterzahl die zweite Luft, drängte noch auf den Siegtreffer - und kassierte in der 88. Minute den 1:2-Nackenschlag, als Moroz aus spitzem Winkel traf.

Die Gäste freuten sich diebisch über den Erfolg im Prestigeduell. Und für die Eintracht ging ausgerechnet gegen den Nachbarn eine beeindruckende Serie zu Ende. 29 Partien lang war der SVE im Moselstadion ungeschlagen - nun setzte es als Tabellenführer im Duell mit dem Tabellenletzten die erste Heimniederlage seit fast genau drei Jahren.

Notiz am Rande: Vor der Partie hatten die Eintracht-Fans in der Ostkurve eine Choreografie präsentiert. Anlass: das 20-jährige Bestehen des Supporters Club Trier 2001.

Eintracht Trier: Wieszolek – Kaluanga, Maurer, van Schaik, Sinner (58. Brodersen) – Thayaparan – Amberg (55. Fischer), Brandscheid (69. Debrah), Kinscher (81. Schneider), König – Bibaku

FSV Salmrohr: Grub – Lames, Giwer, Düpre, Bohr – Bartsch – Bidon (90. Kirsch), Neukirch (74. Umlauf), Toppmöller (86. L. Thul), Moroz – H. Thul

Tore: 0:1 Bidon (52.), 1:1 Debrah (80.), 1:2 Moroz (88.)

Schiedsrichter: Daniel Greef

Zuschauer: 1214

Gelb-Rote Karte: van Schaik (Trier, 41., wiederholtes Foulspiel)