Nachwuchsarbeit ist hürdenreiche Kärrnerarbeit, wie ein Blick an die Basis im Verband Rheinland zeigt. Im weiblichen Bereich gibt es für die Region Trier aktuell erfreuliche Zahlen.

Regionaler Handball : Wem gelingt der große Wurf?

Nachwuchsarbeit ist hürdenreiche Kärrnerarbeit, wie ein Blick an die Basis im Verband Rheinland zeigt. Im weiblichen Bereich gibt es für die Region Trier aktuell erfreuliche Zahlen.

In der Jugend liegt die Zukunft. Das klingt nach einer Binsenweisheit. Und dennoch erweist sich etwa im Handball die Nachwuchsförderung keineswegs als Selbstläufer. Esther Herrmann kann ein Lied davon singen. Seit rund zehn Jahren – mit einer kürzeren Unterbrechung – ist sie als Stützpunkttrainerin im Handballverband Rheinland tätig, seit Frühjahr 2018 hat sie als Verbandstrainerin für den weiblichen Bereich zudem Entscheidungsgewalt an vorderer Stelle. „Wir sind auf eine enge Zusammenarbeit mit den Vereinen angewiesen. Das ist aber zuweilen ein Problem. Manche Vereine sehen in den beiden monatlichen Stützpunkt-Trainings eine Belastung und keine Förderung ihrer Spielerinnen“, berichtet Herrmann. Eine Schwierigkeit: Die Entfernungen im Verband sind aufgrund dessen Größe teilweise erheblich, um Spielerinnen zu den Auswahltrainings nach Trier beziehungsweise Wittlich zu fahren.

Aktuell sind Spielerinnen vornehmlich der Geburtsjahrgänge 2005 und 2006 in der Förderung des Verbands Rheinland. Die besten von ihnen können es in die Rheinland-Pfalz-Auswahl schaffen, von dort eröffnet sich den Top-Spielerinnen eventuell die Chance, in die Sichtung des Deutschen Handball-Bunds (DHB) zu kommen. Zuletzt ist dies Jennifer Souza von der HSG Wittlich gelungen, die inzwischen bei Bayer Leverkusen ihren ersten Bundesliga-Vertrag unterschrieben hat. Zudem habe der DHB aktuell ein Auge auf Lena Hoffmann aus der B-Jugend der DJK/MJC Trier geworfen, sagt Herrmann.

Von den derzeit knapp 30 Spielerinnen in den Förderjahrgängen 2005 und 2006 kommen rund die Hälfte aus Vereinen der Region Trier – laut Herrmann ist das seit längerem mal wieder eine auffallend starke Quote. Alleine elf Spielerinnen kommen aus der MJC, gefolgt von vier Talenten von der HSG Wittlich.  „Die Zahlen zeigen, dass Potenzial da ist. Die Öffentlichkeit muss sehen, dass etwas in der Jugend los ist“, sagt die 34-jährige Mutter eines eineinhalbjährigen Sohns, die an der Clara-Viebig-Realschule plus in Wittlich Mathe und Sport unterrichtet. Umso wichtiger wäre es, dass die Miezen als Leuchtturm den Klassenerhalt in der zweiten Liga schaffen.

Unabhängig davon plädiert Herrmann aber auch dafür, über Vereinsgrenzen hinwegzublicken. So spielen Wittlich und die MJC in den weiblichen B- und C-Jugend-Oberligen, hinken dem Feld dort aber hinterher. Herrmann: „Vielleicht müssen wir stärker als bisher darüber nachdenken, die Kräfte zu bündeln.“

Mehr von Volksfreund