Niederlage für Görges bei Tennisturnier in Luxemburg: Ostapenko gewinnt Finale der BGL Open

Tennis : Mission Titelverteidigung gescheitert: Julia Görges verliert das Finale des WTA-Turniers in Luxemburg (Update)

Julia Görges hat ihren Titel beim WTA-Tennisturnier in Luxemburg nicht verteidigen können.

„Ich will diese Woche einfach nur genießen“, hatte Titelverteidigerin Julia Görges vor dem Start des Hauptfeldes beim Turnier in Luxemburg am vergangenen Montag gesagt. Und das gelang ihr, obwohl sie sich sexistischen Äußerungen des Trainers ihrer Erstrundengegnerin Misaki Doi ausgesetzt sah und ihren Turniersieg vom vergangenen Jahr nicht wiederholen konnte.

Die Mission Titelverteidigung, die in Luxemburg zuletzt der Belgierin Kim Clijsters im Jahr 2003 gelungen war, ist also gescheitert. „Jelena, du warst heute zu gut für mich! Am Ende hat leider die Kraft nicht mehr gereicht“, sagte Görges bei der Siegerehrung und machte eine Liebeserklärung an das Turnier in Kockelscheuer: „Luxemburg hat einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen. Heute war wieder ein volles Haus hier und tolle Stimmung. Ich komme jedes Jahr sehr gerne wieder“.

Während Görges im Halbfinale am Samstag gegen die Kasachin Elena Rybakina mit 6:3, 6:4 einen relativ ungefährdeten Arbeitssieg feierte, wurde sie im Finale von Ostapenko von Anfang an gefordert. Die 22-jährige Lettin, Nr. 63 der Weltrangliste, machte mit ihrem schnellen und druckvollen Spiel von der Grundlinie Görges das Leben schwer und zwang die Titelverteidigerin zu Fehlern. Beim Stand von 4:4 im ersten Satz nutzte Ostapenko ihren dritten Breakball, ging mit 5:4 in Führung und war fortan nicht mehr zu stoppen.

Nach 33 Minuten hatte sie den ersten Satz mit 6:4 gewonnen und wurde nun immer stärker, während sich bei Görges die Fehlerquote häufte. Die 30-Jährige gab im zweiten Satz ihren sonst in dieser Woche so starken Aufschlag dreimal ab, so dass Ostapenko nach 60 Minuten ihren zweiten Matchball zum 6:4, 6:1-Erfolg nutzte – bezeichnenderweise durch einen Doppelfehler von Görges.„Jelena hat heute sehr schnell und druckvoll gespielt. Ich habe mich nicht so spritzig gefühlt und war nicht so frisch wie in den vergangenen Matches. Sie hat verdient gewonnen“, analysierte Görges ihre Finalniederlage.

Auf die nächste Saison wollte sie noch nicht vorausblicken: „Jetzt gibt es erst mal meinen wohlverdienten Urlaub. Aber ich kann positiv auf diese Woche zurückblicken, auch wenn ich das Finale verloren habe.“

Ostapenko freute sich über ihren insgesamt dritten WTA-Titel: „Es ist natürlich fantastisch, das Jahr mit einem Titelgewinn zu beenden. Ich habe heute sehr gut gespielt. Im nächsten Jahr will ich daran arbeiten, wieder in die Top Ten zurückzukehren.“

Mehr Mühe als im Endspiel hatte die Frech-Open-Siegerin von 2017 im Halbfinale, als sie die Russin Anna Blinkova mit 3:6, 6:3, 6:2 besiegte. Blinkova dominierte zunächst die Partie deutlich, doch nach dem ersten Satz drehte Ostapenko auf, schlug besser auf und drehte das Match zu ihren Gunsten.

Durch den Erfolg über Görges im ersten direkten Duell gelang der Lettin zum Saisonabschluss doch noch ein Turniersieg, nachdem sie am vergangenen Sonntag beim WTA-Turnier in Linz das Endspiel gegen die erst 15-jährige US-Amerikanerin Cori Gauff verloren hatte. Gauff war in Luxemburg in der ersten Runde an Blinkova gescheitert, gewann aber die Doppelkonkurrenz an der Seite ihrer Partnerin Catherine McNally.Wie Julia Görges will auch Jelena Ostapenko im nächsten Jahr wieder zum Turnier nach Luxemburg kommen.

Tennisfans aus der Region können sich den Termin schon mal vormerken: 2020 wird die Tennis-Weltelite der Frauen vom 17. bis 25. Oktober in Kockelscheuer aufschlagen.

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