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Nittel: Wenn die Brust nur breiter wäre

Nittel/Wellen/Temmels : Wenn die Brust nur breiter wäre

Kreisliga B Trier/Saar: In seiner polnischen Heimat spielte er einst in der höchsten Liga, machte sich dann als Akteur von Eintracht Trier und im luxemburgischen Grevenmacher einen Namen. Anschließend war Christoph Kempny über viele Jahre hinweg im Großherzogtum als Trainer unterwegs. Von seinem großen Erfahrungsschatz soll die SG Obermosel-Nittel profitieren. Richtig rund läuft es aber aktuell nicht.

Als Karl-Heinz Grün, sein alter Weggefährte aus gemeinsamen glorreichen Zeiten beim damaligen Luxemburger Erstligisten CS Grevenmacher, ihn irgendwann im Frühjahr vergangenen Jahres anrief, und ihm die Trainer­aufgabe bei der SG Obermosel-Nittel schmackhaft machte, musste Christoph Kempny nicht lange überlegen: „Das hatte sich direkt reizvoll angehört.“

Die Euphorie, die er und der nach vier Jahren beim Luxemburger Zweitligisten Union Mertert-Wasserbillig als Spieler-Co-Trainer zurückgekehrte Carlo Buchheit entfacht hatten, war anfangs riesig, wie Kempny zu berichten weiß: „In der vergangenen Saison hatten wir bis zu 30 Leute im Training. Alle zogen super mit.“ Starke 13 Punkte holten die Vereinigten aus Nittel, Wellen und Temmels aus den ersten sechs Partien, ehe die Saison auch in der Kreisliga B Trier/Saar zunächst unter-, dann abgebrochen und schließlich annulliert wurde.

Aktuell liegt Kempny mit seinem Team zumindest punktemäßig (wieder) gut im Rennen: 22 Zähler sind die Ausbeute aus den bisherigen elf Spielen. Doch rund läuft es momentan nicht. Der Tabellenvierte, der nur allzu gerne mal wieder den Sprung in die A-Klasse packen würde, hat sechs Punkte Rückstand auf den Zweiten SG Pellingen und acht weniger als der VfL Trier. Als man Anfang Oktober zum Spitzenspiel in Heiligkreuz antrat, wurden die großen Personalprobleme der SG Obermosel besonders deutlich: In der ersten Hälfte stand Coach Kempny kein einziger Ersatzspieler zur Verfügung, ehe sich die Bank noch mit Akteuren füllte, die zuvor in der zweiten Mannschaft in der C-Klasse Saar gespielt hatten.

„Unser derzeit sowieso nur kleiner Kader wurde zuletzt immer wieder geschwächt“, berichtet der in Konz lebende Kempny, der in seiner polnischen Heimat einst erstklassig spielte, 1989 für eineinhalb Jahre beim damals drittklassigen Oberligisten Eintracht Trier anheuerte, um dann bis zu seinem Wechsel nach Nittel in Luxemburg zunächst als Aktiver (in Grevenmacher), Spielertrainer (in Ehnen) und später als (Jugend-) Trainer in Grevenmacher und Wasserbillig tätig zu sein.

In den nächsten ein, zwei Wochen, so die Hoffnung Kempnys sollen nun Abwehrmann Michel Philipps und Mittelfeldspieler Martin Hübner aus dem Verletztenlager zurückkehren. Patrick Leisen wird nach Einschätzung von Kempny wohl noch etwas länger ausfallen. Die größte Hoffnung des Trainers ist die möglichst schnelle Rückkehr von Carlo Buchheit. Sein treffsicherer Assistent fehlt seit einigen Wochen aus privaten Gründen. Wann er wieder zur Verfügung steht, war bei Redaktionsschluss am Donnerstagabend noch offen.

Der 27-jährige Angreifer könnte auf dem Platz seinen Teil dazu beitragen, dass die Brust seiner Mitspieler wieder breiter wird. „Manchmal“, lässt Kempny nämlich durchblicken, „habe ich den Eindruck, dass die Jungs gar nicht wissen, wie gut sie wirklich sind“. Setzte es am Sonntag eine bittere 2:4-Derbypleite gegen den SV Viktoria Wasserliesch/Oberbillig – Kevin Weber verschoss kurz vor Schluss beim Stande von 2:3 einen Elfmeter – wurde das Potenzial der Obermosel-SG bislang vor allem in den Kreispokalspielen deutlich. Hier gab es nach zum Teil begeisternden Partien Siege über die klassenhöheren A-Ligisten Pölich (2:1), Tarforst II (5:0) und Föhren (3:0).

     Hat einen riesigen Erfahrungsschatz als Spieler und Trainer: Christoph Kempny.
Hat einen riesigen Erfahrungsschatz als Spieler und Trainer: Christoph Kempny. Foto: Fupa

Zum nächsten Spiel am Sonntag nach Mariahof fährt Kempny mit einem mulmigen Gefühl: „Auf einem Hartplatz spielen zu müssen, ist für einen Fußballer nichts Schönes. Doch wir müssen die Aufgabe dort annehmen.“