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Nürburg: „Kampf der Zwerge“ im Schatten der Burg​

NÜRBURGRING : „Kampf der Zwerge“ im Schatten der Burg

Bei der „Nürburgring Classic“ wurde historischer Motorsport lebendig. 20.000 Zuschauer waren live dabei.

„Retro“ war in am Wochenende bei strahlendem Wetter am Nürburgring: Erstmals nach zwei Jahren coronabedingter Pause hatten die Stars vergangener Jahre und Jahrzehnte das Sagen. Eine Woche vor dem Saison-Höhepunkt, der 50. Auflage des 24-Stunden-Rennens,  meldete sich der historische Motorsport mit der „Nürburgring Classic“ zurück.

Ob Formel 1, DTM, Youngtimer, die donnernden Hubraumriesen der Can-Am Big Blocks oder der mitreißende „Kampf der Zwerge“ mit Preziosen von  Autobianchi, NSU TT, Fiat 127, Abarth, Renault Gordini oder Mini: Das Wochenende war ein wunderbarer Blick zurück in die Geschichte des Motorsports. Wer einmal ein „Elefantenrennen“ mit mehr als 80 Jahre alten Rennwagen aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg auf der Nordschleife live erlebt hat, der wird den Wunsch verspüren, noch tiefer in den Mythos dieser unvergleichlichen Rennstrecke, die im nächsten Monat  95 Jahre alt wird, einzutauchen

Im alten und neuen Fahrerlager konnte man nicht nur seltenste Boliden der Vergangenheit aus nächster Nähe erleben. Man kam auch mit den Fahrern und Besitzern ins Plaudern. Erzählungen aus der Geschichte des Motorsports sind in der Regel auch Nürburgring-Erzählungen. Doch die „Classic“ sind kein rollendes Museum, sondern knallharter Motorsport. Mit Formel-1-Fahrzeugen beispielsweise, die teilweise schon vor 50 Jahren oder noch früher in der Grünen Hölle angetreten waren.

Über 800 Fahrer waren am Wochenende im Schatten der Burg angetreten. Knapp 20.000 Zuschauer erlebten auf der Nordschleife und auf der Grandprix-Strecke neun verschiedene Rennserien und Sonderläufe. Erstmals waren bei den „Nürburgring Classic“ Formel-1-Fahrzeuge aus der Zeit der großen Fahrer wie Sir Jackie Stewart, Wolfgang Graf Berghe von Trips oder Altmeister Jack Brabham  unterwegs. Zudem bot sich die einmalige Chance, beim Rundgang durch die Boxengasse und in der Startaufstellung  das Formel-1-Flair der 70er bis hin zu den 90er Jahren zu erleben.

Sein ganzes fahrerisches und technisches Können zeigte einmal mehr NSU-TT-Champion Alex Schneider aus Bleckhausen im Vulkaneifelkreis. Der junge Flugzeugmechaniker bewegte seinen 1.3 Liter großen NSU TT mit 120 PS aus dem Jahr 1970 im „Kampf der Zwerge“ am Limit so sicher wie kein Zweiter im riesigen Starterfeld.

Am kommenden Wochenende wird Schneider beim Drei-Stunden-Rennen auf der Nordschleife im Rahmen des 24-Stunden-Rennens an den Start gehen. „Ich pass‘ auch auf, dass dieses Mal nichts kaputtgeht am Auto vor nächster Woche“, meinte er im Gespräch mit dem TV, um dann gleich lachend hinzuzufügen: „Aber ich kenne mich ja. Wenn ich auf der Strecke irgendwo im Zweikampf stecke, dann gibt es wieder kein Halten mehr.“