Nürburgring: Der Oldtimer-Grandprix  lockt 50 000 Besucher

Oldtimer-Grandprix auf dem Nürburgring : Festival für Freunde des alten Blechs

Nürburgring: Der Oldtimer-Grandprix  mit Programm auf und neben der Strecke lockt 50 000 Besucher.

Viele Menschen in der Region Trier haben ein großes Interesse daran – und offenbar auch ein feines Näschen dafür,  wenn vor ihrer Haustür Veranstaltungen mit seltenen, historisch wertvollen Autos stattfinden. Beim Oldtimer-Grandprix des Automobilclubs von Deutschland (AvD) auf dem Nürburgring standen die Oldies, egal ob im Einsatz auf der Rennstrecke oder als museale Kostbarkeiten im Umfeld des Rings,  im Blickpunkt von mehr als 50 000 Besuchern.

Was fasziniert Menschen an Autos, die eine Menge Sprit fressen, eine urtümliche, längst überholte Technik aufweisen, keine Fahrhilfen haben, kaum Komfort bieten und unsäglich laut sind ?  Unter den vielen Freunden des alten Blechs am Nürburgring war Peter Schlömer aus Daun. Der langjährige Vorsitzende des Dauner Motorsportclubs und einer der Macher des Eifel-Rallye-Festivals glaubt den Grund für das ungebrochene Interesse an dieser Szene zu kennen: „Dort  finden die Menschen Autos aus einer Zeit, der man das Prädikat gut und alt verliehen hat. Das ist solide, ehrliche Konstrukteurs-Technik, die nicht mit mächtigen Turboladern oder elektronischen Helfern für den Laien unverständlich aufgeplustert wird.“

Die  Liebe der Besitzer, mit der sie ihre Autos pflegen und deren  Wert erhalten, sei außergewöhnlich, sagt Schlömer. Diese Stimmung sei  es auch, die den Oldtimer-Grandprix ausmache.  Auch wer sich nie ein solches Auto leisten könne, gehe mit großem Respekt zu einer solchen Veranstaltung. Schlömer: „Das ist wie ein Besuch in einer Welt, die es eigentlich gar nicht mehr richtig gibt.“

Mehr als 500 historische Rennwagen hatte der AvD bei Europas größtem  Festival des historischen Motorsports in mehr als 20 Rennen aufgeboten. Das Angebot auf der Grandprix-Strecke reichte von der Vorkriegs-Ära über die historischen Serien für Formel-1-Fahrzeuge  der Cosworth-Ära bis hin zu Sportwagen und GT der 1950er-Jahre sowie Tourenwagen der ehemaligen DTM. In zwei Fahrerlagern bis hinunter zur Müllenbachschleife tummelten sich die Klassikabteilungen der Hersteller und die ganz seltenen Preziosen der Markenclubs.

Den meisten Besuchern mag es  so ergangen sein wie Schlömer, der gestand: „Manchmal muss man gar nicht alles sehen, was hier geboten wird. Da reicht  es einfach, sich beim Rennen auf die Tribünen zu setzen und dem Sound dieser alten Technik zu lauschen. Mir genügt oft nur das Hören.“

Mehr von Volksfreund