1. Sport
  2. Sport aus der Region

Nürburgring: Härtetest unter extremen Bedingungen

Motorsport : Härtetest unter extremen Bedingungen

Motorsport: Bei der Generalprobe für das 24-Stunden-Rennen sammeln die Teilnehmer aus der Region wertvolle Erkenntnisse.

Beim letzten Härtetest vor dem Höhepunkt der Nürburgring-Saison am ersten Juni-Wochenende, dem Sechs-Stunden-Quali-Rennen am vergangenen Sonntag,  hatten auch die Piloten aus der  Region Gelegenheit, letzte Änderungen am Set-up ihrer Boliden vorzunehmen. Zudem konnten Teams und Fahrzeuge unter Wettbewerbsbedingungen auf das 24-Stunden-Rennen vom 3. bis 6. Juni vorbereitet werden. Alle beendeten das Muttertags-Wochenende mit wertvollen Erkenntnissen für den Klassiker in vier Wochen.

Es war eine emotionale Generalprobe für das „Rennen der Rennen“ auf dem Nürburgring. Nach fuhren am Sonntagabend zwei Porsche 911 GT3 R des Frikadelli-Racing-Teams von Klaus Abbelen aus Barweiler (Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler) als Sieger des sechsstündigen Quali-Rennens zum Rennen vom 3. bis 6. Juni über die Ziellinie – ausgerechnet jene Mannschaft, für die die vor wenigen Wochen verstorbene „Ring-Königin“ Sabine Schmitz jahrelang ins Volant gegriffen hatte.

Das Quartett Patrick Pilet, Frederic Makowiecki (beide Frankreich), der Belgier Maxime Martin und Dennis Olsen aus Norwegen lag nach 41 Runden vor dem zweiten Frikadelli-Porsche mit dem Luxemburger Mathieu Jaminet  sowie  Earl Bamber aus Malaysia, dem Briten Nick Tandy und dem Australier Matt Campbell. Rang drei ging an den  Audi R8 LMS GT3 von Phoenix Racing in der Besetzung Michele Beretta (Italien), Frank Stippler (Bad Münstereifel), Nicki Thiim (Dänemark), Vincent Kolb (Frankfurt am Main) vor dem ersten Getspeed Mercedes AMG GT3 auf Rang vier. „Langstreckenrennen auf der Nordschleife und der Kurzanbindung sind einfach etwas Besonderes.“ Zu diesem nicht eben überraschenden Urteil kamen nicht nur die Sieger. Auch Rennleiter Walter Hornung war mit den beiden Tagen voller Motorsport auf höchstem Niveau zufrieden.

Unter Corona-Bedingungen – also erneut ohne die immer noch nach Ring-Feeling dürstenden Fans an der Strecke – hatten rund 30 Top-Autos der GT3-Kategorie, aber auch viele Privatiers mit seriennahen Produktionsfahrzeugen ein letztes Mal vor dem Klassiker Anfang Juni Gelegenheit, ihre Rennboliden unter Wettbewerbsbedingungen zu testen.

Die mit viel Vorschusslorbeeren in das Wochenende gegangene Truppe von US-Milliardär James Glickenhaus, für den auch der Bitburger Thomas Mutsch fährt, hatte mit unvorhergesehenen Nebengeräuschen zu kämpfen und kam auf Rang 24 im Gesamtklassement der über 80 gestarteten Fahrzeuge ins Ziel. Ein Unfall in der vergangenen Woche zwang die Scuderia Cameron Glickenhaus dazu, den SCG004C umfassend zu reparieren und zwei Mal das Getriebe zu tauschen.

Auch die Diskussionen um den Heckflügel des in der SPX startenden GT3-Prototypen beeinträchtigten die Vorbereitungen. Der Heckflügel bot, im Vergleich zu den SP9 GT3 zu wenig Abtrieb. Erst nach einigen Diskussionen durfte Glickenhaus die Aerodynamik anpassen.

Für viel Aufmerksamkeit und Top-Ergebnisse sorgten auch wieder Vater Christian und Sohn Nico Menzel aus Kelberg. Nico (23) fuhr in der Klasse SP9 Pro-AM im Porsche 911 GT3 R von Huber Motorsport auf Rang 22 in der Gesamtwertung. Christian, einer der Top-Fahrer des spektakulären KTM X-Bow GTX, beendete das sechsstündige Rennen bei sommerlichen Temperaturen auf Rang 27 in der Gesamtwertung. VLN-Champion Phillip Leisen aus Irrel trat am Sonntag gemeinsam mit Francesco Merlini (Italien), Florian Naumann und Yannick Fürbrich im BMW M2 CS Racing an. Sein Kommentar nach Klassensieg und Rang 40 im Tableau: „Wir hatten einige Probleme im Rennen, aber weil es anderen ähnlich erging, lagen wir trotzdem vorn. Die finale Besetzung steht noch nicht fest, aber geplant ist, das 24-Stunden-Rennen anzugehen. Da müssten wir aber mindestens noch drei Schippen draufpacken.“

Insgesamt kamen 58 von 83 gestarteten Teams ins Ziel. Nicht dazu gehörten wegen technischer Probleme auch Alexander Köppen aus Bitburg im Porsche 718 Cayman GTS und Manuel Lauck (Saarburg) im Hyundai Elantra N.  Wenngleich auch das Quali-Rennen vor leeren Naturtribünen in der Eifel stattfinden musste, so zeigen die Zugriffszahlen auf die Livestreams des Rennens, dass das Interesse der Fans an Motorsport live in  der Grünen Hölle ungebrochen ist. Angesichts sinkender Corona-Zahlen und schrittweiser Lockerungen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens hoffen nun einige Enthusiasten darauf, dass zumindest wie im Herbst 2020 die Tribünen der Grandprix-Strecke schon bald geöffnet werden könnten.