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Nürburgring: Hoffen und bangen um das 24-Stunden-Rennen

Kostenpflichtiger Inhalt: Aktueller Stand : Hoffen und bangen um das 24-Stunden-Rennen

Vor rund 200 000 Motorsport-Fans hätte am Wochenende das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring über die Bühne gehen sollen. Wegen der Corona-Pandemie soll es nun im September stattfinden. Wie aktuell das Teilnehmerfeld aussieht.

September statt Mai, Vorfreude statt Katzenjammer: Um 15.30 Uhr hätte der Startschuss am heutigen Samstagnachmittag zum Saison-Höhepunkt auf dem Ring fallen sollen. Motorsportfans aus aller Herren Länder fiebern normalerweise dem Kult-Event in der „Grünen Hölle“ dem 24-Stunden-Rennen, entgegen. In diesem Jahr aber ist alles anders.

Der Klassiker in der Eifel wurde schon sehr früh auf das letzte September-Wochenende (23. bis  27.) verlegt. Frühestmögliche  Planungssicherheit für alle Beteiligten war gegeben. Wie aber ist der Status Quo jetzt beim veranstaltenden ADAC, bei Teams und Rennställen?

Das Wichtigste für die Fans: Drehen die Boliden von den mächtigen GT3-Rennern bis hinunter zum  legendären Fuchsschwanz-Manta ihre Runde vor leeren Rängen? Oder sind auf der knapp 25 Kilometer langen Kombination  aus GP-Strecke und Nordschleife doch Zuschauer zugelassen? Fans, die für die unvergleichliche Atmosphäre, vor allen Dingen in der irrlichternden Nacht, sorgen.

Wer kommt,  wer nicht, wer vielleicht:

Toyota Gazoo Racing, seit seiner ersten Teilnahme 2007 Treppchen-Kandidat in der Eifel, hat in dieser Woche für die 2020er-Auflage abgesagt. Die Japaner hatten bereits mit der Fertigstellung eines selbst entworfenen Lexus-LC-Rennwagens für den Mai-Termin begonnen. Für 2021 hat Präsident Akio Toyoda persönlich die  Zusage der Werksmannschaft gegeben.

Die heimischen, größtenteils im Gewerbepark am Nürburgring  angesiedelten Rennställe (Manthey, Black Falcon oder auch GetSpeed), dazu die Kundenteams von Audi, BMW, AMG-Mercedes und Porsche: Das ist nicht nur das Gros der 24-Stunden-Gesamtsieger der vergangenen Jahre. Das sind aus Reputationsgründen auch Fixpunkte für September. Auch, weil es darum geht, ihre Motorsport-Dienstleistungen und damit ihre Unternehmen wieder in Schwung zu bringen. Unklarheit herrscht beim spektakulärsten Fahrzeug. Der Bitburger Thomas Mutsch ist Entwicklungs-Pilot des neuen SCG004C und Frontmann der Scuderia Glickenhaus.  Der US-Milliardär Jim Glickenhaus, für dessen Equipe Mutsch kurz vor Corona noch in Italien getestet hatte, soll angeblich signalisiert haben, dass er das neue Fahrzeug mit der  riesigen Cockpitkanzel und dem zentralen Fahrersitz im Stile des McLaren F1 für ein Rennen ohne Zuschauer nicht einsetzen werde. Offiziell gibt es weder Bestätigung noch Dementi.

Geisterrennen oder mit Fans?

Am 27. Juni soll mit dem ersten NLS-Lauf die Saison wieder losgehen. Zunächst ohne Zuschauer. So lange werden auch die 24-Stunden-Verantwortlichen sich dazu nicht äußern. Etliche Unmutsäußerungen über das verordnete Fernbleiben gibt es schon. Die VLN, Organisator der NLS-Serie und der Veranstalter des 24-Stunden-Rennens, wollen sich weiter austauschen. Das bedeutet: Je disziplinierter das Fan-Verhalten rund um die NLS, umso eher die Wahrscheinlichkeit, dass im September „was geht“.